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Seat Exeo im Autotest: Am Design gespart, an Qualität gewonnen

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Autotest  

Seat Exeo - Der spanische Zwilling

04.11.2008, 16:20 Uhr | Tom Grünweg

Der neue Seat Exeo (Foto: Seat)Der neue Seat Exeo (Foto: Seat) Auf den ersten Blick erinnert er an einen älteren Audi A4: Kein Wunder, denn der neue Seat Exeo verwendet eine in die Jahre gekommene Plattform der Ingolstäder Konzernschwester. Spiegel Online saß bereits am Steuer des Recycling-Modells.#

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Seat Exeo soll in der Mittelklasse punkten

Vorstandschef Erich Schmitt hat ein Mantra: "Seat hat eine Zukunft.". Weil mancher das anzweifelt, will der Manager die Zahl der Zulassungen in den nächsten Jahren auf mindestens 800.000 Fahrzeuge verdoppeln. Gelingen soll das durch eine groß angelegte Modelloffensive, mit der die spanische VW-Tochter in bislang unbesetzte Segmente vorstoßen will - zum Beispiel die Mittelklasse. Dort überließ Seat das Geschäft in den letzten Jahren kampflos der Konkurrenz. Jetzt sollen die Kunden zurück gewonnen werden - mit dem neuen Exeo.

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Wie ein Audi A4 - nur günstiger

"Wir bauen den Wagen auf einer der besten Plattformen aus dem Konzern", sagt Projektleiter Carlos Gonzales Tröger. Das ist diplomatisch formuliert - denn eigentlich ist der Exeo nur eine frisch geschminkte Neuauflage des alten Audi A4. Natürlich hat diese Form des Recyclings einen Beigeschmack, der auch trotzt insgesamt 1800 modifizierter Teile nicht verfliegt. Ärgern dürften sich vor allem Audi-Kunden, die für ein prinzipiell identisches Auto vor einigen Jahren deutlich mehr bezahlen mussten.

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Der Audi-Seat kann überzeugen

Für die Seat-Kunden dagegen ist der Exeo durchweg ein Gewinn. Kein anderes Modell der spanischen Marke wirkt so grundsolide, so souverän und so steif wie die üppige Limousine, der im nächsten Herbst eine Kombi-Variante zur Seite gestellt werden soll. Diese dürfte auf den Märkten in Mittel- und Nordeuropa wesentlich beliebter werden als die Limousine. Fahrwerk und Lenkung des Exeo sind von großer Präzision und die Spurführung ist fast schon penibel. Nur ganz so stramm abgestimmt wie weiland der Audi ist der Seat - sehr zur Freude der Wirbelsäule - nicht mehr.

Drei Diesel und drei Benziner zur Wahl

Als Motoren stehen für den Exeo je drei Diesel und Benziner zur Wahl, die ein Spektrum von 102 bis 200 PS abdecken und den Listenpreis auf bis zu 28.990 Euro treiben. Naturgemäß dürften der 102-PS-Benziner und der 120 PS-Diesel an der Basis eher die Vernunft bedienen als für Vergnügen zu sorgen. Zumindest am oberen Ende der Motorpalette spürt man ein wenig vom Temperament des Südens - selbst wenn der zwei Liter große Benzindirekteinspritzer in den Vorserienfahrzeugen noch knurrt wie ein alter Diesel.

Topmodell könnte Allradantrieb gut gebrauchen

Immerhin hat dieser Motor mit 200 PS und 280 Newtonmetern so viel Dampf, dass er gerade auf nassen Straßen durchaus einen Allradantrieb brauchen könnte. Exakte Fahrleistungen wollen die Spanier erst im Frühjahr verraten, aber wenn sich seit dem Audi A4 nicht viel verändert hat, dürfte der Exeo den Sprint in gut sieben Sekunden schaffen und locker auf 240 km/h kommen. Dabei soll er mit einem Verbrauch von 7,7 Litern vergleichsweise bescheiden bleiben.

Super Verarbeitung am Exeo

Nicht nur die Technik ist nach wie vor auf der Höhe der Zeit. Kein anderer Seat ist derart gut und liebevoll verarbeitet wie das neue Flaggschiff. Zwar haben die Spanier an manchen Stellen gespart, doch spürt man überall im Exeo noch jene Pedanterie und Liebe zum Detail, mit denen Audi den Aufpreis gegenüber VW stets rechtfertigt. Der Exeo ist ausstattungsbereinigt für etwa zehn Prozent weniger zu haben als ein vergleichbarer VW Passat.

Aber am Design wurde gespart

An der Karosserieform konnte Designchef Luc Donckerwolke aus Kostengründen kaum etwas ändern. Und nur durch neue Scheinwerfer, Schürzen, Heckleuchten und einen anderen Kofferraumdeckel wird aus einer Familienlimousine eben kein spanischer Heißsporn. Doch zumindest bei der Ausstattung legte Seat nach. So gibt nicht nur modifizierte Skalenringe im alten Audi-Cockpit und eine neue Generation von Navigationssystemen, sondern auch serienmäßig einen siebten Airbag unter der Lenksäule und auf Wunsch ein gekühltes Handschuhfach. Ab Werk an Bord sind CD-Radio, Klimaautomatik und ESP.

Die Produktion ist bereits angelaufen

Für Designer und Entwickler war der Exeo wahrscheinlich ein Kinderspiel. Doch für Produktionsvorstand Wolfram Thomas gab es bis dato kaum ein stressigeres Auto als das adaptierte Audi-Modell. Denn auf insgesamt 1200 Lastwagen wurde die alte A4-Fertigung binnen acht Wochen aus Ingolstadt nach Katalonien gekarrt und dort wieder aufgebaut. "So etwas hat es bislang noch nicht gegeben", lobt Thomas die logistische Großtat, die auch noch durch einen fünftägigen Streik ins Stocken geriet. Inzwischen ist die Produktion im katalonischen Martorell angelaufen. Jetzt kann sich der Produktionsmann zurücklehnen - denn nun müssen vor allem seine Kollegen vom Marketing ran.


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