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Artega GT - Sportler aus der Provinz

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Artega GT - Sportler aus der Provinz

02.12.2008, 14:29 Uhr | Jürgen Pander, Spiegel-Online

Artega GT: Sportler aus Delbrück (Foto: Artega)Artega GT: Sportler aus Delbrück (Foto: Artega) Es sieht so aus, als würden demnächst ein paar Automarken verschwinden. Doch in Delbrück, einem 12.000-Einwohner-Städtchen nahe Paderborn, entsteht gerade eine neue. Artega heißt die Marke, Artega GT heißt das erste Modell. "Spiegel Online" fuhr den Sportwagen bereits.#

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Ist der Artega GT eine Konkurrenz für Porsche & Co.? Diskutieren Sie mit: Am Textende finden Sie ein Kommentar-Feld. Einfach einen (Spitz-)Namen eintragen, Text eingeben und absenden.



Neue Automarke Artega

Es ging alles rasend schnell in den vergangenen Monaten. Wer die neue Automarke Artega besuchen möchte, sich aber auf dem platten Land nordwestlich von Paderborn nicht auskennt, muss den Lerchenweg in Delbrück ins Navigationssystem eingeben. Tatsächlich landet er dann aber in der Artegastraße, denn vor lauter Stolz über den Autohersteller haben Delbrücks Stadträte die Straße flugs umbenannt. Hier also steht die Zentrale von Artega - inklusive Fanartikel-Laden und italienischem Restaurant; dahinter die 4000 Quadratmeter große Produktionshalle. Vor zwei Wochen erst wurde der Komplex eingeweiht.

Erste Produktion des Artega GT ausverkauft

Ab sofort soll hier jeden Tag ein Sportwagen gebaut werden: der Artega GT. Ein vier Meter kurzer Zweisitzer mit Polyurethan-Karosserie, einem Gewicht von 1100 Kilogramm und einem Sechszylinder-Motor im Heck, der von VW zugekauft wird. 74.983 Euro kostet der Wagen, der mindestens 270 km/h schnell sein und dabei weniger als zehn Liter Benzin je 100 Kilometer verbrauchen soll. Die geplante Jahresproduktion 2009 ist bereits so gut wie ausverkauft. "Darum wird die Fertigung bald von Ein- auf Zweischicht-Betrieb umgestellt", sagt Artega-Sprecher Matthias Hack, "denn 2010 wollen wir mindestens 500 Autos bauen."

Ab März 2009 erfolgt die Auslieferung

Wie gesagt - es geht alles rasend schnell. Noch ist kein einziges Auto in Kundenhand, die Auslieferungen sollen erst im März beginnen, da plant die Firma schon die Kapazitätssteigerung. Auch das Auto selbst wurde im Rekordtempo entwickelt: Vor drei Jahren erst beschloss Artega-Geschäftsführer Klaus Dieter Frers, einen Sportwagen in Eigenregie zu bauen. Im Mai 2006 lieferte Henrik Fisker, vormals Designer von Aston Martin, die Entwürfe für das neue Auto ab, neun Monate später wurde der erste Prototyp beim Autosalon in Genf enthüllt. Parallel zur weiteren Entwicklung des Wagens wurden die Artega-Immobilien am Rand von Delbrück aus dem Boden gestampft.

Fahrzeugschein Artega GT

Karosserie:

Coupé

Motor:

V6- Benzindirekteinspritzer

Getriebe:

Sechsgang- Doppelkupplungsgetriebe

Antrieb:

Heck

Hubraum:

3597 ccm

Leistung:

300 PS

Von 0 auf 100:

5 s

V-Max:

270 km/h

Verbrauch (ECE):

10 Liter

Kofferraum:

75 - 300 Liter

Preis:

74.983 EUR

Kompakte, flache und leichte Karosse

Jetzt ist alles fertig. Neue Marke, neues Werk, neues Auto. Insgesamt seien 20 Millionen Euro investiert worden, sagt Firmensprecher Hack. Diese Summe reicht bei anderen höchstens für eine neue Vorderachse. In Delbrück ist daraus ein kompletter Sportwagen geworden: kompakt, flach, leicht und elegant. Wir erhalten das erste schwarz lackierte Auto aus der Produktion zu Testfahrten. Es gibt noch ein paar Kinderkrankheiten: die elektrischen Fensterheber streiken (leider bei geöffneten Scheiben) vorübergehend, der Warnton für die nicht richtig geschlossenen Türen nervt unablässig, obwohl die Dinger zu sind.

Klasse Straßenlage im Artega GT

Doch das sind Kleinigkeiten im Vergleich zum Gesamteindruck, den der Artega GT hinterlässt. Denn der ist richtig gut. Das hier ist kein Bastlerauto, sondern ein ausgereifter Sportler. Die Straßenlage ist klasse, der Motor entwickelt im Zusammenspiel mit dem Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe energischen Vortrieb und das Platzangebot im Innenraum ist dank der knapp 1,90 Meter breiten Karosserie angenehm luftig.

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Lenkung ist zäh, aber tolles Display

Kritik muss sich die ziemlich zähe Lenkung gefallen lassen, die in einem 300-PS-Sportwagen viel knackiger sein müsste. Und auch die Steuereinheit für Klima-, Musik- und Belüftungsanlage ist nicht optimal: Der schräg stehende Monitor ist schlecht ablesbar, die Tasten sind zu klein, die Bedienung daher mangelhaft. Richtig toll dagegen sind das in den Rückspiegel integrierte Navigationssystem und das Cockpit mit einem neuartigen Doppelinstrument: Auf nur einer Achse sitzen die Zeiger von Drehzahlmesser und Tacho, links und rechts davon sind die Anzeigen frei konfigurierbar und informieren beispielsweise über Öldruck, Batterie-Ladestand oder Längs- und Querbeschleunigung.

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Zulieferer Paragon liefert die Instrumente

Obwohl bei einem Sportwagen vor allem die Leistung und das Design interessieren, sind beim Artega GT die Instrumente die heimlichen Hauptdarsteller. Sie stammen von der Firma Paragon, die ebenfalls von Frers gegründet wurde und geleitet wird. Ein bisschen wirkt es so, als sei der Zulieferer Paragon in einen Kessel mit Zaubertrank gefallen - und baut nun selbst Autos. Dem Unternehmen gelang der Durchbruch mit der Erfindung des Luftgütesensors 1996. Das Bauteil kappt in Klimaanlagen die Frischluftzufuhr von draußen, wenn dort schlechte Gerüche oder Abgase vorherrschen. Paragon deckt inzwischen 85 Prozent des Weltmarktes von Luftgütesensoren für Autos ab, baut Freisprechanlagen, Navigationssysteme oder Borduhren - zum Beispiel für Porsche oder Bentley.

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Konkurrenz für andere Sportwagen-Hersteller?

Doch irgendwann, das musste Frers lernen, stoßen spezialisierte Zulieferer an ihre Grenzen, was die Produktpalette anlangt. So reifte die Idee eines rollenden Referenzobjekts, die jetzt zum Artega GT wurde. "Seit klar ist, dass wir ein komplettes Auto entwickeln und produzieren können, werden wir von unseren Kunden, den großen Autoherstellern, ganz anders wahrgenommen", hat Firmensprecher Hack registriert. Das könnte sich irgendwann ändern - wenn sich nämlich das Referenzmodell zum Konkurrenzmodell mausert. Zuffenhausen und Maranello: Schaut auf Delbrück!

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