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Der tschechische Tarnkappenbomber

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Skoda Superb 4x4  

Der tschechische Tarnkappenbomber

15.12.2008, 10:45 Uhr | Tom Grünweg

Skoda Superb (Foto: Skoda)Skoda Superb (Foto: Skoda) Ein Skoda, so teuer wie ein Mercedes? Früher undenkbar. Doch inzwischen kommt die VW-Tochter so gut an, dass es beim Flaggschiff Superb sogar Wartezeiten gibt. Nun gibt es die Limousine auch noch mit V6-Motor und Allradantrieb - ein Luxusauto ohne Allüren.#

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Foto-Show Der neue Skoda Superb

Kometenhafter Aufstieg

Als Skoda vor 17 Jahren von VW übernommen wurde, galt die tschechische Firma als automobiles Prekariat. Doch inzwischen ist die postsozialistische Basismobilität Vergangenheit. Mit preiswert produzierter, ordentlich verarbeiteter und ansehnlich verpackter VW-Technik hat Skoda einen beinahe kometenhaften Aufstieg hingelegt. Die Jahresproduktion wurde mehr als vervierfacht. Statt 170.000 Autos wie im Jahr 1991 werden heute mehr als 700.000 Skoda pro Jahr gebaut - Tendenz weiter zunehmend. Insbesondere in Deutschland steht Skoda gut da. Vom Nischenanbieter stieg die Marke in diesem Jahr zum zweitbesten Importeur auf. Die knapp 120.000 Zulassungen und der Marktanteil von 3,8 Prozent werden nur noch von Renault übertroffen.

Bis fast 40.000 Euro

Das Wachstum gelang nicht nur über die Preispolitik, sondern auch durch eine konsequente Entwicklung der Modellpalette. Lässt man die Mehrwertsteuer zur besseren Vergleichbarkeit außen vor, gab es den günstigsten Skoda vor zehn Jahren netto noch für 7109 Euro, und der teuerste stand mit 16.365 Euro in der Liste. Heute muss man mindestens 8395 Euro netto investieren und landet am oberen Ende bei 38.008 Euro.

Größere Motoren, mehr Ausstattung

Die Kunden sind den Weg über die Preisleiter brav mitgegangen: Zahlten sie vor zehn Jahren im Mittel für einen neuen Skoda im Schnitt umgerechnet 12.331 Euro, sind es heute 17.115 Euro - plus Steuern versteht sich. Denn auch wenn Skoda-Kunden sparsam sind, gelten sie nicht als Knauser. Was sie gegenüber manchem Wettbewerbsmodell sparen, stecken sie gleich wieder in größere Motoren und mehr Ausstattung.

Teuerstes Modell

Dazu haben die Skoda-Käufer künftig noch mehr Möglichkeiten. Denn als teuerstes Modell in der 103-jährigen Geschichte der Autoproduktion des Unternehmens kommt jetzt der neue Superb mit V6-Motor und Allradantrieb auf den Markt. Schon in der Basisversion kostet das größte Modell der Marke, das im Sommer debütierte, 22.990 Euro. Die neue Variante mit Sechszylinder-Aggregat gibt es erst ab 34.790 Euro. Mit ein paar Extras wird rasch die Grenze von 40.000 Euro überschritten. Damit bewegt sich Skoda in einer Preisregion, in der sich auch schon die Mercedes E-Klasse tummelt.

Für viel Geld viel zu bieten

Der Superb hat für das viele Geld auch viel zu bieten. Die Platzverhältnisse der 4,84 Meter langen Limousine sind auf Oberklasse-Niveau, die Ausstattung ist umfangreich, und an Materialauswahl oder Verarbeitungsqualität gibt es nichts zu mäkeln. Auch der Antrieb ist eine Freude. Seidenweich und völlig unaufgeregt geht der 3,6 Liter große und 260 PS starke Benzindirekteinspritzer zu Werke.

Flotter Superb

Dank Doppelkupplungsgetriebe fallen die Schaltrucke weg, dank variabler Kraftverteilung an allen vier Rädern sind die bei Fronttrieblern üblichen Traktionsprobleme passé. In 6,5 Sekunden schnellt das Auto auf Tempo 100, ohne dass der Puls auch nur einen Schlag zulegen würde. Und mit einer Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h steht er den deutschen Platzhirschen in nichts nach. Nur treiben die aufwendige Antriebstechnik und die verführerischen Leistungsreserven den Verbrauch in die Höhe: Der Normwert von 10,1 Litern bleibt so graue Theorie.

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Man profitiert von VW

Einen guten Teil des Erfolgs verdankt die VW-Tochter den Vorleistungen der Konzernmutter aus Wolfsburg und dem günstigeren Lohnniveau in Tschechien. Doch auch wenn diese Vorzüge mit einem Preisvorteil von etwa 15 Prozent gegenüber vergleichbaren VW-Produkten an die Kunden weitergeben werden, kann das nicht der einzige Grund für den Erfolg sein - sonst müsste es auch dem spanischen VW-Ableger Seat besser gehen.

Glückliches Händchen

Skoda bietet nicht nur teure VW-Technik für vergleichsweise günstige Preise, sondern beweist auch ein glückliches Händchen bei der Produktplanung: Exklusiv für Skoda entwickelte Autos wie der Minivan Roomster und der für nächsten Herbst avisierte Kompakt-Geländewagen Yeti würden auch zu VW gut passen. Und Detaillösungen des Superb, wie etwa die in die hinteren Türen integrierten Regenschirme oder die zweigeteilte Kofferraumklappe als idealer Kompromiss zwischen Fließ- und Schrägheck, lassen traditionsreiche Limousinen von Mercedes, BMW oder Audi plötzlich konservativ und eingefahren aussehen.

Ruhe vor Rabattfeilscherei

Es wundert daher nicht, dass Skoda-Händler derzeit wachsenden Zuspruch von einer Klientel registrieren, die bislang als Stammkunden von Marken wie Mercedes, Audi oder BMW galten: Handlungsreisende und Versicherungsvertreter. Allerdings gehe es dieser Klientel weniger um pfiffige Details und clevere Technik, als um das Image, berichtet Skoda-Sprecher Nikolaus Reichert von Gesprächen mit Außendienstlern. Kamen sie im BMW zum Kunden, galt die erste Frage dem Rabatt. Doch wer Skoda fährt, gilt als clever und kostenbewusst. "Seitdem diese Leute Superb fahren, haben sie vor Rabattfeilscherei Ruhe."

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