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Skoda Superb mit 1,4 TSI-Benziner im Test

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Skoda Superb mit 1,4 TSI-Benziner im Test

21.01.2009, 11:02 Uhr | Mario Hommen

Skoda Superb (Foto: Skoda)Skoda Superb (Foto: Skoda) Wie viel Auto muss sein? Irgendwann fühlte ich, dass mich der Komfort der Mittelklasse mehr befriedigt und die Kompaktklasse mir zu klein wurde. Mit dem Alter wachsen die Ansprüche und kann das konkrete Erleben von Luxus die relative Bedürfnislosigkeit ändern. So geschehen mit dem Skoda Superb II, der sich mir mit seiner Extraportion Komfort als neue Antwort der Eingangsfrage empfahl.#

Foto-Show Der neue Skoda Superb
Video Neuer Skoda Superb

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Fast fünf Meter lang

Bereits beim ersten Blickkontakt konnte mich das tschechische Flaggschiff beeindrucken. Aus dem Fenster unseres Redaktionsbüros im zwölften Stock wirkte ein daneben geparkter Twingo wie ein Spielzeugauto. Kein Wunder, fehlt dem majestätischem Skoda doch nur eine Handlänge bis zur Fünf-Meter-Marke.

Flottes Äußeres

Nicht allein durch seine Größe, auch durch sein Design fällt der Superb auf. Zwar ist mir der Auftritt des Skoda etwas zu konservativ, doch immerhin sind sein Dachverlauf oder seine Heckleuchten ungewöhnlich. Obwohl eine klassische Limousine, setzt er sich von anderen und vor allem vom nichtssagenden Passat-Klon der ersten Generation wohltuend ab. Auch den Trend hin zu coupéartigen Dachverläufen macht der Superb nicht mit. Das endlos lange Dachplateu fällt erst sehr weit hinten ab und sorgt so für viel Kopffreiheit im Fond.

Im Fond viel Platz

Überhaupt dieser Fond: Entgegen aller Gewohnheiten klemme ich mich nicht gleich hinters Lenkrad, sondern teste im Superb zunächst die legendäre Beinfreiheit in zweiter Reihe. Hier gibt sich der Viertürer von seiner verführerischsten Seite. Mit meinen 1,80 Meter kann ich mich auf der Rückbank so richtig entspannt rumlümmeln. Wohl kein direkter Mitbewerber bietet mehr Platz.

Leider keine Champagner-Bar

Für Extrakomfort sorgt außerdem noch eine breite Fond-Armlehne, die sich aus der Rückenlehne des Mittelsitzes rausklappen lässt. Allerdings schränkt diese dann die seitliche Bewegungsfreiheit der Oberschenkel ein. Leicht ernüchtert mich beim Runterklappen der Armlehne außerdem das dahinter befindliche schwarze Nichts. Meine Hoffnung auf eine Champagner-Bar bleibt unerfüllt. Solche Maybach-Mätzchen sind in der 20.000-Euro-Liga halt noch nicht angekommen.

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Kopfstützen umständlich zu versenken

Dennoch ist der Fondluxus großartig, für den Fahrer jedoch mit ein paar praktischen Nachteilen verbunden. Die drei vollwertigen Kopfstützen schränken ausgefahren meine Sicht aus dem flachen Heckfenster extrem ein. Und das Versenken der Kopfstützen nach ihrem Gebrauch gestaltet sich umständlich. Hier würde ich mir per Knopfdruck wegklappende Kopfstützen wünschen, wie bei Mercedes.

Pfiffiger Zwei-in-eins-Kofferraumdeckel

Eine sehr ungewöhnliche aber irgendwie auch praktische Lösung beim Superb sind dafür der Zwei-in-eins-Kofferraumdeckel. Für kleines Gepäck kann ich die kleine Klappe öffnen, für großes Gepäck die große samt Heckscheibe. Mich beeindruckt, wie geschmeidig und durchdacht diese clevere Konstruktion funktioniert. Nicht nur die Öffnung kann groß werden, auch der Stauraum. Diesen kann ich bei Bedarf dank der geteilt umlegbaren Rückbank mit wenigen Handgriffen von 565 auf 1.670 Liter erweitern.

Clever angeordnete Knöpfe

Eingeschränkt ist hingegen die Freiheit meines rechten Beines auf dem Fahrersitz. Hier sorgt die zu breite Mittelkonsole für Dauerkniekontakt. Ansonsten aber herrscht eitel Sonnenschein im Cockpit. Alles ist sehr übersichtlich, spitzenmäßig verarbeitet, wohnlich und auch der reichlich vorhandene Kunststoff wirkt fast schon edel. Besonders toll gelöst sind die Bedienknöpfe in der Lenkradspange. Hier kann ich einfach und sicher auch während der Fahrt zum Beispiel die Audioanlage bedienen. Eine Lösung, auf die ich eigentlich nie wieder verzichten möchte.

Viel Drehmoment für einen kleinen Benziner

Skeptisch bin ich bei der Frage, ob der 1,4-Liter-Einstiegsbenziner den Luxus-Riesen halbwegs befriedigend voranbringt. Immerhin kompensiert den geringen Hubraum ein Turbolader, der Extraluft in den Motorraum presst und so für üppiges Drehmoment sorgt. Gut 120 PS und 200 Newtonmeter Drehmoment sind für einen 1,4-Liter-Vierzylinder beachtlich. Bereits ab 1.400 Umdrehungen ist ordentlich Druck vorhanden und so habe ich fast den Eindruck, als würde ein großer Saugmotor im Bug werkeln. Bei Sprintmessungen überschreite ich die etwas optimistischen 10,5 Sekunden aus dem Skoda-Datenblatt um fünf Zehntel. Die Höchstgeschwindigkeit des 1,5-Tonners liegt knapp jenseits der 200 km/h.

Begeisternde Laufkultur

Während der 1.4 TSI mit seiner Leistung befriedigt, kann er mit seiner Laufkultur begeistern. Bis auf eine kleine Anfahrschwäche zieht der 1.4 TSI sehr homogen und ohne Leistungseinbruch hoch, bis zur 4.000er-Marke bleibt das Drehmomenthoch konstant. Das nutzbare Drehzahlband erstreckt sich bis über 6.000 Touren und arbeitet der Antrieb dank Ausgleichswellen selbst dann noch fast vibrationsfrei und unangestrengt. Allein ein leichtes Röhren setzt ein, wenn man den drehfreudigen Vierzylinder fordert.

Nicht ganz sparsam

Apropos fordern: Rund sieben Liter soll der Superb auf 100 Kilometer schlucken. Selbst bei zurückhaltender Fahrweise habe ich noch acht und im Schnitt ziemlich genau neun Liter Benzin verfeuert. Richtig saufen kann der Motor auch. Auf Bleifuß-Etappen genehmigte sich das Turboaggregat über zwölf Liter. Schade, dass für den Superb 1.4 TSI nicht das Siebengang-DSG zur Verfügung steht. Dieses Getriebe sorgt zum Beispiel im VW Passat für gehobenen Komfort und niedrigeren Verbrauch.

Leichtfüßig und agil

Ansonsten macht schnelles Fahren im Superb richtig Laune. Das toll austarierte Fahrwerk ist komfortabel, die Federung reagiert feinfühlig und liegt der Wagen satt auf der Autobahn. Lediglich die Hinterachse könnte nach meinem Geschmack noch eine Spur sanfter über Unebenheiten rollen. Die Lenkung ist dafür sehr präzise, direkt und gefällt mit neutralem Einlenkverhalten. Für ein derart großes Auto erscheint mir der Superb fast schon leichtfüßig und agil. Allerdings schiebt er in flott gefahrenen Kurven mächtig über die Vorderachse und kündet mit einem gelben Licht im Armaturenträger von den ESP-Regeleingriffen.

Sehr günstig im Segment

Neben ESP verfügt der Superb 1.4 TSI bereits in der 23.000 Euro teueren Basisausstattung Comfort über eine recht umfangreiche Sicherheitsausstattung, die sogar einen Fahrerknie-Airbag beinhaltet. Trotz seiner bereits guten Basisausstattungen sind 23.000 Euro jedoch erst ein bescheidener Anfang. Aufgrund der sehr langen Liste teurer Extras würde mein Wunsch-Superb mit dem 1.4 TSI deutlich über 30.000 Euro kosten. Das ist zugegeben viel Geld. Doch ist der Superb in seinem Segment relativ gesehen ein sehr günstiges Angebot, ohne dabei billig zu sein.

Fazit: Viel drin für recht kleines Geld

Die komfortable Reiselimousine mit Platz satt, toll austariertem Fahrwerk, Top-Verarbeitung und Hightech-Triebwerk hat meinen automobilen Mindestanspruch neu definiert. Zumindest würde ich die Mehrinvestition von rund 1.500 Euro gegenüber einem Kompaktmodell wie dem Golf nicht scheuen, um den besonderen Luxus des Superb genießen zu können. Vor allem für lange Strecken ist der große Skoda bestens gerüstet und bietet selbst mit seinem 122 PS starken Einstiegsbenziner absolut ausreichende Fahrleistungen. Der Superb überzeugt als die Antwort auf meine eingangs gestellte Frage.

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