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Lidl-Auto ist kein wirkliches Schnäppchen

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Stiftung Warentest  

Lidl-Auto ist kein wirkliches Schnäppchen

24.03.2009, 09:46 Uhr | mid

VW CrossPolo - bei Lidl noch bestellbar (Foto: Volkswagen)VW CrossPolo - bei Lidl noch bestellbar (Foto: Volkswagen) Beim Autokauf über den Discounter gibt es einige Fallstricke zu beachten. Das hat die Stiftung Warentest nun bei einer Prüfung des Angebots der Supermarktkette Lidl herausgefunden, die seit kurzem den Opel Corsa und den VW Cross Polo als EU-Importwagen über ihren Internet-Shop anbietet. Das scheinbare Schnäppchen lohnt nicht wirklich.#

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Alte Typen

Sowohl beim Polo als auch bei Corsa handelt es sich um verhältnismäßig alte Modelle. Der Cross Polo ist seit etwa drei Jahren auf dem Markt. Vom kürzlich neu vorgestellten VW Polo gibt es noch keine Cross-Varianten. Und auch der opel Corsa hat schon einige Jahre auf dem Buckel.

Günstiger als hierzulande

Bei Lidl kostet der Corsa ab 10.570 Euro, der Cross Polo ab 13.645 Euro. Beide Modelle werden somit zwar für Preise deutlich unter dem deutschen Listenpreis angeboten. Der Corsa würde laut Liste etwa 14.500 Euro kosten, der Polo etwa 18.400. Laut Stiftung Warentest sind ähnliche Nachlässe allerdings bei allen EU-Importwagen drin.

Probefahrt und handeln nicht möglich

Wer direkt bei einem niedergelassenen Importeur kauft, kann zudem noch handeln und den Wagen Probe fahren. Beides ist über das Internet nicht möglich. Weiterer Nachteil des Discounter-Angebots ist die lange Lieferzeit: Der Corsa kommt erst nach drei bis fünf Monaten, der Cross Polo erst nach vier bis sieben Monaten.

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Wenig Zeit für Papierkram

Ist das Fahrzeug in Deutschland angekommen, hat der Kunde laut dem Kleingedruckten nur acht Tage Zeit für die Abholung beim Lidl-Kooperationspartner ATG Automobile in Heinsberg. Hier fallen je nach Wohnort noch Fahrkosten an. Innerhalb dieser Frist müssen außerdem Kfz-Versicherung sowie Zulassung oder Überführungskennzeichen besorgt werden. Von der im Kleingedruckten geforderten Zahlung im Voraus raten die Tester ab. Geht der Importeur pleite, ist das Geld weg. Zahlen sollten Kunden erst nach Erhalt der Ware.

Mögliche Nachteile bei Kulanzansprüchen

Für die Lidl-Autos gibt es eine Herstellergarantie von zwei Jahren. Ein Auto mit Mängeln wird von jeder Werkstatt des Herstellers repariert. Allerdings nur, wenn bei ordnungsgemäß durchgeführter Übergabeinspektion des ausländischen Vertragshändlers und komplett ausgefülltem Kundendienstscheckheft. Und auch dann kann es laut der Tester im Vergleich zum Autokauf beim Vertragshändler in Deutschland noch Nachteile bei Kulanzansprüchen geben. Das aber gilt für EU-Neuwagenverkäufe generell.

Hallo, jemand da?

Darüber hinaus beklagt die Stiftung die schlechte Erreichbarkeit des Vertragspartners. In den Allgemeinen Geschäftsbedingungen auf der Lidl-Internetseite fehlen sämtliche Kontaktinformationen. Über eine Internet-Recherche findet man zwar die Website des Importeurs, ohne Passwort ist diese aber nicht aufrufbar. Einzig der Weg über die Telefonauskunft führt zu einem Ergebnis.

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Fazit Stiftung Warentest im Wortlaut

"Auf den ersten Blick scheinen die EU-Neuwagen von Lidl wahre Schnäppchen zu sein. Doch bei genauerem Hinsehen mehren sich die Schwachpunkte: keine Probefahrten, aber monatelange Lieferzeiten. Vertragspartner ist nicht Lidl, sondern die ATG Automobile GmbH in Heinsberg-Dremmen. Die ist nur umständlich zu erreichen und verlangt obendrein eine Zahlung im Voraus. Grundsätzlich aber sollten Kunden immer erst dann zahlen, wenn sie die Ware in der Hand haben! Zudem sind vergleichbar günstige Angebote bei anderen Autohändlern drin. Fazit: Einen EU-Importwagen kaufen Kunden besser nicht bei Lidl."

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