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Gebrauchtwagentest: Bestnoten für Mercedes E-Klasse

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Gebrauchtwagentest: Mercedes E-Klasse  

Traum und Taxi

28.04.2009, 12:58 Uhr | Oliver Lauter, AutoScout24

Mercedes E-Klasse aus dem Jahr 1999 (Foto: Mercedes)Mercedes E-Klasse aus dem Jahr 1999 (Foto: Mercedes) Die Geschichte wiederholt sich nur allzu gerne. Jedes mal, wenn Mercedes ein neues Mittelklasse-Modell präsentiert, rebelliert die Fan-Gemeinde des Vorgängermodells. Der Neue sei angeblich kein Mercedes mehr, heißt es dann. Am schlimmsten trifft es die Einführung der E-Klasse 1985: Damals fluchen die Taxifahrer über die Ablöse des chromgeschmückten W123 durch den mit Plastik angereicherten W124. Manche wollten gar die Stuttgarter Konzernzentrale stürmen.

Foto-Show Die neue E-Klasse außen und innen
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Bonanza-Effekt bei Mercedes Dieseln

Was die Taxler damals erzürnt: Mercedes baut in die Diesel (200 D, 250D, 300D) zu weiche Motorlager ein. Beim Beschleunigen an der Ampel wackeln die Stern-Karossen wie bockige Pferde. Bonanza-Effekt tituliert die Fachpresse den klassischen Fehlstart. Durch die zahlreichen Facelifts und Verbesserungen katapultiert sich der W124 aber in die Hitlisten der zuverlässigsten Autos. Und bald auch in die Herzen der Taxifahrer.

Vieraugen-Gesicht übernimmt das Regiment

Um so größer ist das Geschrei, als Mercedes im Jahr 1995 den Modellwechsel ankündigt: Von nun an soll der Mercedes W210 mit Vieraugen-Gesicht das Regiment übernehmen. Diesmal meckern die Kollegen in Elfenbein über unzuverlässige Elektronik. Doch auch hier kann Mercedes die Qualität entscheidend steigern: In der gesamten Bauzeit (1995-2001) werden über 1.800 Teile abgeändert und überarbeitet. So, dass die Mercedes-Mittelklasse auch diesmal wieder ihr Ziel erreicht: Klassenprimus in der Zuverlässigkeit.

Zuverlässige E-Klasse

Laut ADAC-Pannenstatistik bleiben nur 14 von 1.000 E-Klassen liegen. Bei der Hauptuntersuchung der Dekra fallen nur 6,4 Prozent der 3jährigen, bzw. 9,8 Prozent der 5-jährigen E-Klassen mit Mängeln auf. Weshalb es bei der Ablösung im Jahr 2001 keine Aufstände gibt, ist eigentlich auch klar: der neue W211 ist nur auf den zweiten Blick vom alten W210 zu unterscheiden. Gut, für den Werterhalt.

Käufer sollten genau hinhören

Ein Mercedes hält ewig. Vermutlich schon deshalb, weil die Schwaben seit jeher ihre Triebwerke mit Steuerketten antreiben. Motorschäden durch Zahnriemenrisse sind also technisch gar nicht möglich. Trotzdem sollte man gerade bei gebrauchten E-Klassen mit hohen Kilometerständen ganz genau hinschauen bzw. hinhören: Bei den Vierzylindern aus den ersten Baujahren (1985-88) laufen gerne die Nockenwellen ein. Mangelhafte Beschichtung war Schuld. Meist kündigt sich ein Nockenwellen-Defekt durch merkwürdige Tackergeräusche im Leerlauf an.

Typisches

Lichtmaschine defekt (W124)

Differenzial ölt (W124)

Nockenwellenschäden (Benziner 1985-88)

Elektronikpannen (W210)

Viele angebotene 500er sind restlos ausgelutschte Hüllen

Ab etwa 200.000 Kilometern verschleißen die Ventil-Schaftdichtungen. Dann steigt der Ölverbrauch ärgerlich an. Die Sechszylinder (260E, 300E, 300E 24V, 320E) gehen ohnehin nicht besonders sparsam mit dem Schmierstoff um. Bis zu 1,5 Liter auf 1.000 Kilometer sind bei forscher Autobahnfahrt normal. Der bei Porsche gebaute E500 mit V8-Motor ist ein Auto für echte Freaks. Aber Vorsicht: 326 PS reizen zum Heizen - viele der angebotenen 500er sind restlos ausgelutschte Hüllen ohne Kundendienst-Scheckheft. Hier heißt es: Lieber ein paar Euro mehr ausgeben und ein gepflegtes Exemplar ergattern.

Diesel ab 1998 mit mehr Power

Das gleiche gilt für die selten angebotenen AMG-Versionen. Die Turbodiesel (250 Turbo D, 300 Turbo D, E 290 D Turbo) halten je nach Fahrweise: Bei Dauervollgas auf der Autobahn quittieren vereinzelt Kopfdichtungen und Zylinderköpfe den Dienst. Beim Modell W124 sind deshalb eher die Saugdiesel (200D, 250D) als die aufgeladenen Versionen zu empfehlen. Der Nachfolger W210 verfügt ab Modelljahr 1998 über Diesel mit Common-Rail-Technik. Die bieten nicht nur hohe Zuverlässigkeit, sondern auch ordentlich Power. E200 CDI (75 kW/102 PS), E220 CDI (92 kW/125 PS), E270 CDI (125 kW/170 PS), E320 CDI (145 kW/177 PS).
Einziger Nachteil: Die Hochdruck-Diesel sind rar und entsprechend teuer.



Vier unterschiedliche Karosserievarianten

Die E-Klasse gibt's gleich in vier unterschiedlichen Karosserieversionen: als Limousine, Kombi, Coupé und Cabrio. Die Zweitürer heißen seit 1997 CLK und CLK Cabrio. Die fünftürigen Varianten hören bei Mercedes schon immer auf den Namen T-Modell. Begehrt und entsprechend teuer sind vor allem T-Modell und Cabrio. Selten aber beliebt ist die optionale Rückbank im Kofferraum. Damit mutiert der Kombi zum 7-Sitzer.

Auch nach vielen Kilometern knarzt und knackt nichts

Vor allem auf die Ausstattung kommt es an: Weiß und Rot läuft schlecht. Schwarz mit Vollausstattung um so besser. Die Interieurqualität ist phänomenal: Auch nach hundert Tausenden von Kilometern knarzt und knackt nichts. Außer durchgesessenen Sitzen - Mercedes baut auf Federkern - ist kaum etwas zu beanstanden. Allerdings: Die tolle Langzeit-Qualität verleitet Tacho-Schummler gerne mal zum manipulieren.

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Vorsicht bei Firmenwagen

Vorsicht ist geboten bei Leasingrückläufern und Ex-Firmenwagen mit mehr als drei Fahrzeughaltern im Brief. Ein Blick ins Scheckheft, ein kurzer Anruf bei der Vertragswerkstatt, und es lässt sich herausfinden, ob der angebotene Kilometerstand stimmt. Bei Taxen gilt die Faustregel: 80.000 bis 100.000 Kilometer pro Jahr.
Wer auf einen Benz mit Klima spekuliert, sollte unbedingt vor dem Kauf die Klimaanlage durchchecken lassen: Besonders die ersten Versionen des W210 neigen zu undichten Kühlmittel-Kreisläufen.

Fazit: Sicherer als jede Aktie

Eine Mercedes E-Klasse ist sicherer als jede Aktie. Wer ein Exemplar zum Schnäppchenpreis ersteht, kann locker ein bis zwei Jahre ohne Wertverlust durch die Lande fahren. Auch die Unterhaltskosten sind bis auf Topversionen mit sechs oder acht Zylindern eigentlich kein Problem. Für die älteren Modelle gibt's massenweise Ersatzteile vom Recycling-Hof. Weniger begabte Bastler greifen einfach auf einen Taxi-Schrauber zurück. Preiswerte Taxi-Werkstätten gibt's in fast jeder Stadt. Unsere Kaufempfehlung: Entweder ein T-Modell als Diesel oder ein E200 Cabrio.

Hohe Preise

Der einzig Nachteil an der Mercedes E-Klasse sind die hohen Preise. Denn: Dass der Benz Bestnoten verdient, hat sich auch im Ausland herumgesprochen.
Der Markt an preiswerten und guten W124ern mit Dieselmotor ist so gut wie leergefegt. Die meisten wandern Richtung Osten und Libanon. Wer beim Anschaffungspreis sparen will, greift deshalb auf einen Benziner zurück. Ein E200 Classic von 1996 kostet etwa 10.500 Euro. Das vergleichbare T-Modell mit Diesel E220 CDI schlägt schon mit 13.800 Euro zu Buche. Aber es gibt Hoffnung: Durch die Markteinführung des neuen Mercedes W211, wird sich das Angebot an gebrauchten E-Klassen (W210) langfristig verbessern. Richtig billig wird die E-Klasse aber dadurch sicherlich auch nicht. Schön für den, der bereits einen hat.

Gutes und Schlechtes

Plus

Minus

hohe passive Sicherheit

hakelige Schaltung (5-Gang-Schalter)

gute Verarbeitung

Aufschaukelneigung des Motors (W124 Diesel)

sanfte Federung

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