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Honda Jazz und Kia Soul im Vergleichstest: Wo spielt die Musik?

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Vergleichstest  

Musikantenstadl - Honda Jazz vs. Kia Soul

30.04.2009, 14:56 Uhr | Michael Blumenstein/AutoScout24

Kia Soul vs Honda Jazz (Foto: Mario Hommen/AutoScout24)Kia Soul vs Honda Jazz (Foto: Mario Hommen/AutoScout24) Jazz oder Soul ist nicht nur bei Musik eine Frage des Geschmacks. Ähnlich sieht es bei den gleichnamigen Autos von Honda und Kia aus. Leise Jazz-Töne beim Honda, stimmgewaltiger Soul beim Kia. Oder anders gefragt: Spricht der Kia ausschließlich junge Kundschaft an und ist der zurückhaltende Jazz eher für ältere Semester?

Foto-Show Kia Soul
Foto-Show Honda Jazz

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Spaßmacher Kia Soul

Denn mit seiner auffälligen Form, den mehr oder weniger peinlichen Lackfolien im Drachen-Look (Option) und den Riesenrädern spielt Kias Seele den Spaßmacher in diesem Vergleich. Der Honda Jazz wirkt nicht nur viel zierlicher sondern auf den ersten (okay, und zweiten) Blick auch unscheinbarer - was ja nichts heißen muss.

Jazz für Pragmatiker

Der Jazz, der bereits seit Mitte der 1980er Jahre (mit Unterbrechung) unter diesem Namen verkauft wird, spricht mit seinem Ende 2008 komplett erneuerten Auftritt in One-Box-Optik tendenziell die pragmatische Kundschaft an. 3,90 Meter misst er von Bugspitze bis Heckzipfel.

Umständlicher Kia Soul

Der 20 Zentimeter längere Kia Soul ist seit Anfang 2009 auf dem Markt. Form und Segment sind noch recht neu, nicht nur für die Koreaner. Das merkt man an Details. Hat der Jazz die wohl genialste Flexibilität aller Kompaktwagen, kann der Soul in diesem Kapitel überhaupt nicht punkten. Seine Rückbank lässt sich bloß asymmetrisch nach vorn klappen, ergibt dann aber nicht einmal eine ebene Ladefläche im zu kleinen Kofferraum. Hier muss man von einem neuen Fahrzeug in diesem Segment mehr erwarten, vor allem dann, wenn es pfiffig sein will – was der Kia Soul nämlich von außen suggeriert.

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1400 Liter Stauraum

Im Jazz kann hingegen nicht nur die Fond-Rücklehne im Verhältnis 60 zu 40 umgeklappt werden, parallel rutscht auch die Rückbank nach unten und es entsteht eine tiefe, ebene Ladefläche und bis zu 1400 Liter Stauraum. Nur die verschiebbare Rückbank könnte man vermissen. Wer mehr Platz braucht, kann den Beifahrersitz umklappen und 2,40 Meter lange Teile einladen. Clou des Jazz-Konzepts: Die Rückbank kann hochgeklappt werden, ähnlich wie ein Theatersessel. So lassen sich dort 1,30 Meter hohe Gegenstände transportiert werden.

Viel Platz in beiden Modellen

Viel Platz für die Passagiere bieten hingegen beide Modelle. Die aufrechte Sitzposition im Fond nehmen selbst Langstrecken den Schrecken. Lediglich die hinteren Kopfstützen des Jazz sind nicht weit genug ausziehbar. Vorne geht es ebenso großzügig zu. Selbst ein Schiebedach, wie es in unserem Test-Soul installiert war, ändert an der üppigen Kopffreiheit nichts. Die Fahrer-Position im Soul ist hingegen nicht ideal, denn das Lenkrad lässt sich nur in der Länge verstellen. Zudem sind die Sitze des Kia nicht körperbetont geformt und fehlt es ihnen an Rückenunterstützung. Auf dem straffen und gut ausgeformten Jazz-Gestühl sitzt es sich komfortabler. Zumal das Lenkrad in zwei Ebenen zu verstellen ist.

Ambiente-Licht im Soul

Vermissen werden viele Fahrer des Soul den Bordcomputer, der ist nicht einmal in der Topversion Spirit zu haben. Die Bedienung des herkömmlich gestylten Cockpits ist indes einfach. Schön: der serienmäßige Anschluss für USB-Stecker und Aux-Kabel. Highlight, im wahrsten Sinne des Wortes, ist das Ambiente-Licht, das die Tieftonlautsprecher in den vorderen Türen illuminiert – die rote Beleuchtung kann irritieren.

Futuristischer Armaturenträger

Moderner und futuristischer wirkt der Armaturenträger im Jazz, der sich bei ungünstigen Lichtverhältnissen in der Windschutzscheibe spiegelt. Drei gut ablesbare Rundinstrumente im Kombiinstrument informieren über alles Wichtige, eben auch über den Verbrauch. Die Bedienung ist einfach, die Verarbeitung ebenso tadellos wie im Kia. Die Materialien gefallen im Jazz sogar besser, auch wenn hier wie dort Hartplastik dominiert.

Automatisiertes Schaltgetriebe

I-Shift nennt sich das 1100 Euro teure automatisierte Schaltgetriebe des Jazz. Es erinnert an die erste Generation des Smart, schunkelt bei jedem Gangwechsel den Wagen auf, lässt sich Zeit und frisst Leistung. Einziger Vorteil: Es hat sechs Gänge und senkt die Drehzahl. Wer darauf Wert legt, sollte es wählen, alle anderen bleiben beim Fünfgang-Handschalter.

Viel Verbrauch im Soul

Im Soul hat man keine Wahl, hier gibt es nur ein präzise zu bedienendes Schaltgetriebe, bei dem jedoch der sechste Gang fehlt. Bei Tempo 130 kratzt der Motor an der 4000er-Marke – der Jazz dreht hier 500 Touren niedriger – das tut nicht nur im Gehörgang weh, sondern auch in der Geldbörse. Denn sparsam rennt er nicht: 9,0 Liter ist unser Testmittel. Hier ist deutlich zu merken, dass der Sechzehnhunderter, der wie der Jazz ohne Direkteinspritzung auskommen muss und bloß über eine Ventilverstellung verfügt, für den asiatischen Markt gemacht wurde.

126 PS im Koreaner

Dort sind Geschwindigkeiten von mehr als 100 km/h selten. Trotz des Bekenntnisses zum Saufen ist die Längsdynamik des 126-PS-Motors kaum der Rede wert. Nach 10,9 Sekunden flutscht der Zeiger des rund 1.300 Kilogramm schweren Soul über die 100-km/h-Markierung, darüber geht es zäh bis fast 180 km/h.

Honda schluckt weniger

Die Sprintwertung schafft der 25 PS schwächere Jazz auch nicht besser. „Dank“ i-Shift verschläft er den Blitzstart und reiht sich mit gemessenen 13,5 Sekunden hinter dem Soul ein. Lediglich bei der Vmax mogelt sich der Honda mit drei km/h Überschuss vorbei. Ein Genuss ist dafür die Laufruhe des Vierzylinders. Im Stadtverkehr möchte man meinen, der Jazz hätte während der Schubphase und im Stand eine Motorabschaltung. Eine Start-Stopp-Automatik ist allerdings weder im Kia noch im Honda verfügbar. Egal, mit 7,2 Litern ist der Honda deutlich sparsamer als der Kia unterwegs.

Klasse Federung

Trotz der an die Topausstattung Spirit gebundenen, aus optischen Gründen unverzichtbaren 18-Zöller, ist der Federungskomfort des Soul prima. Und gleichzeitig passt die Agilität des kleinen Kastenflitzers zum extrovertierten Äußeren. Lediglich Spurrillen verlangen nach einer zupackenden Hand, was angesichts der direkten Lenkung nicht weiter stört.

Hoppeliges Fahrgefühl

Deutlich träger bewegt sich der Jazz, der mit dem 1100 Euro teurem Sport-Paket anreiste, das unter anderem größere Räder und Rundum-Spoiler beinhaltet. Der Pferdefuß des Honda: Die Fahrwerksabstimmung passt weder zum optischen Auftritt, noch zum Fahrzeug-Konzept. Über Autobahnen hoppelt er nervig, über Querfugen stuckert er tölpelhaft und dennoch ist ihm eine sportliche Gangart – vor allem auch der unpräzisen Lenkung wegen – fremd.

Keine ganz kleinen Preise mehr

16.300 Euro werden für den Honda Jazz 1.4 in der empfehlenswerten Comfort-Ausstattung aufgerufen. Mit dabei sind sechs Prallsäcke (Airbags), ABS, ESP, Klimaautomatik, Bordcomputer und beispielsweise elektrische Fensterheber vorne. Der Kia Soul reiste in der Top-Ausstattung Spirit an. Grundpreis: 19.000 Euro. Als Mehrausstattung zum Jazz kann der Kia 18-Zoll-Räder, abgedunkelte hintere Scheiben, eine Dachreling, elektrisch anklappbare Spiegel, Sitzheizung, das passenderweise lautstarke Audio-System und die hintere Einparkhilfe in die Waagschale werfen.

Technische Daten Honda Jazz und Kia Soul

Marke und Modell

Honda Jazz 1.4

Kia Soul

Ausstattungsvariante

Comfort

Spirit

Abmessung und Gewicht

 

 

Länge/Breite/Höhe (mm)

3.900 / 1.695 / 1.525

4.105 / 1.785 / 1.660

Radstand (mm)

2.495

2.550

Wendekreis (m)

10,5

10,5

Leergewicht (kg)

1.155

1.300

Kofferraum (Liter)

399 - 1.396

222 bis 1.258

Bereifung Testwagen

185/55 R16 Dunlop SP Sport 2030

225/45 R18 Michelin Pilot Alpin

Motor

 

 

Hubraum (ccm) / Zylinder (Zahl, Bauart)

1.339 / 4, Reihe

1.591 / 4, Reihe

Leistung (PS)

100

126

Drehmoment (Nm) / Umdrehungen

127 bei 4.800

156 bei 4.200

Antriebsart

Frontantrieb

Frontantrieb

Getriebeart

Sechsgang automatisisert

Fünfgang manuell

Verbrauch

 

 

Krafstoffart

Super

Super

Kombiniert laut Werk (l/100km)

5,4

6,6

CO2-Emissionen (g/km)

128 / Euro 4

156 / Euro 4

AS24-Verbrauch (l/100km)

7,2

9

Fahrleistungen

 

 

Werksangabe 0-100km/h (s)

13,6

11

AS24-Sprint 0-100km/h (s)

13,5

10,9

AS24-Bremstest 100-0km/h (m)

k. A.

k. A.

Höchstgeschwindigkeit (km/h)

180

177

Preise

 

 

ab (Euro)

16.290

19.000

Empfohlene Extras

Keine

Keine

Honda Jazz macht vieles richtig

Der Honda Jazz ist ein Cleverle, wie die Schwaben sagen. Die Flexibilität des Innenraums ist großartig, das Platzangebot super, die Verarbeitung stimmt und der Motor ist bei ausreichend Leistung sparsam und vor allem sehr laufruhig. Lediglich beim Thema Fahrwerk sollten die Japaner noch einmal Hand anlegen.

Durstiger Benziner im Kia

Ganz anders der extrovertierte und mächtige Kia. Optisch scheint er zwei Klassen über dem Jazz zu rangieren. Wem das wichtiger als Flexibilität ist, soll zugreifen. Ein glückliches Händchen hatten die Koreaner bei der Feder-Dämpfer-Abstimmung. Denn die passt, wie die Musikanlage, zum lauten Auftritt des Soul. Wenig Freude macht der Benziner: durstig, laut, schlapp. Daher unsere Empfehlung: Zum 1800 Euro teureren Soul CRDi (Diesel) mit identischer Leistung greifen.

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