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Skoda Superb, Audi A6 und Mercedes E-Klasse im Vergleichstest

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Sechs macht Spaß

20.11.2009, 10:30 Uhr | Michael Gebhardt / AutoScout24

Skoda Superb, Audi A6 und Mercedes E-Klasse im Vergleichstest. Audi A6, Skoda Superb und Mercedes E-Klasse im Test (Foto: Michael Blumenstein / AutoScout24)

Audi A6, Skoda Superb und Mercedes E-Klasse im Test (Foto: Michael Blumenstein / AutoScout24)

Zunehmend mehr Autokäufer greifen in der oberen Mittelklasse zu sparsamen Diesel-Motoren oder geben dem Downsizing-Trend in Form aufgeladener Vier-Zylinder nach. Wirklich standesgemäß ist das allerdings nicht, ein Sechs-Zylinder-Benziner sollte es schon sein, um Prestige und Spaß zu haben. Der adelt auch den Skoda Superb und macht ihn zur einer ernst zu nehmenden Alternative zu Audi A6 und der neuen Mercedes E-Klasse.

Tscheche macht seine Sache gut

Genau genommen spielt der Skoda eine Klasse unter Audi A6 und Mercedes E-Klasse. Trotzdem kann der tschechische Passat-Bruder den beiden deutschen Premium-Limousinen in manchen Dingen den Schneid abkaufen. Und mit seinem kultivierten Sechs-Zylinder darf er sich in deren Kreisen auch durchaus sehen lassen.

Raumwunder Superb

Vor allem was das Raumangebot anbelangt, können weder der Benz noch der Audi mit dem Superb mithalten. Obwohl der Skoda mit 4,83 Metern Außenlänge der kürzeste Proband ist – der Audi misst ganze zehn Zentimeter mehr – bietet er seinen Insassen das beste Platzangebot, vor allem auf der Rückbank. Sitzt es sich in der ersten Reihe bei Audi und Mercedes etwas luftiger, herrschen dort im Fond nur durchschnittliche Platzverhältnisse.

Perfekte Chauffeur-Limousine

Im Superb dagegen steht den hinteren Gästen jede Menge Beinfreiheit zur Verfügung, so dass auch groß gewachsene Passagiere kommod reisen und sogar die Beine übereinander schlagen können. Derart viel Platz sucht man bei den Mitbewerbern teils sogar in der Oberklasse vergebens. Der Skoda aber wird damit zur perfekten Chauffeurs-Limousine, prädestiniert für lange, angenehme Reisen.

Überall gute Verarbeitung

Welches der drei Interieurs einem besser gefällt, ist vor allem eine Frage des Geschmacks. Der Audi vertritt die sportliche Linie, im Benz geht es klassisch zu und der Skoda liegt irgendwo dazwischen. Über die Verarbeitungsqualität kann man sich in keiner der Limousinen beschweren, wenngleich der Audi das Maß der Dinge ist und auch der Skoda mit der vom VW-Konzern gewohnten Perfektion punktet. Keine Vorreiterrolle übernimmt der Mercedes in Sachen Materialauswahl, die verwendeten Kunststoffe dürften stellenweise ruhig etwas mehr Premium versprühen.

Audi und Mercedes stärker

Geschlagen geben muss sich der Skoda, wenn es um die Fahrleistungen geht. Kein Wunder, hat sein Sechs-Zylinder zwar den größten Hubraum doch gleichzeitig auch die geringste Leistung: Aus 3,6 Litern entwickelt der konventionelle Sauger 260 PS. Das Audi-Aggregat  schafft dank Turboaufladung mit nur drei Litern Hubraum ganze 30 PS mehr und der 3,5-Liter-Mercedes-Motor schickt sogar 292 PS an die Kurbelwelle.

Audi A6 spurtet am schnellsten

Allen Kandidaten gemein ist ein breites Drehzahlband, über das die maximale Drehmoment anliegt; beim Skoda und Audi bereits ab 2500 Umdrehungen, beim Benz ab 3000 Touren und jeweils bis fast an die 5000er-Marke. Das sorgt allseits für spontanen Antritt, dem Audi aber kann keiner das Wasser reichen: Er sprintet mit einem Spitzenwert von 6,2 Sekunden auf Tempo 100. Im spürbar trägeren Skoda vergehen dafür fast zwei Sekunden mehr, im Benz eineinhalb. Abgeregelt wird stets bei Tempo 250, gefühlt könnte vor allem der A6 noch schneller.

Klassische Reiselimousinen

Der Audi ist als einziger mit adaptiver Luftfederung ausgestattet, doch ganz gleich in welchem Modi man fährt, hat der A6 das härteste Fahrwerk. Für den Alltag empfiehlt sich nur der Komfort-Modus, will man nicht jede Unebenheit mitgeteilt bekommen. Doch auch die beiden Mitbewerber kommen mit straffen, teilweise zu straffen Fahrwerken daher, die den klassenüblichen Fahrkomfort etwas schmälern. Vor allem zum Benz will diese Auslegung nicht ganz passen. Das mag sich zwar positiv auf die Fahrdynamik auswirken, doch sind alle drei eher klassische Reiselimousinen für die Autobahn, die nur selten über Serpentinen gejagt werden.

Mercedes hängt etwas zurück

Nicht nur wenn es schnell um die Kurve gehen soll haben Audi und Skoda dem Benz was voraus, sondern auch auf nasser Straße oder im Winter: den Allradantrieb. Der sorgt sowohl im A6 als auch im Superb jederzeit für gute Traktion und sicheres Vorankommen. Das die Ingolstädter auf ein Torsen-Differenzial und Skoda auf eine Haldex-Kupplung setzt, ist erstmal Theorie. Was zählt, ist bekanntlich, was hinten rauskommt.

"Verspannungen im Antriebsstrang"

Und beim A6 sind das gelegentlich spürbare Verspannungen im Antriebsstrang. In der Praxis heißt das, dass bei hohem Lenkeinschlag, etwa beim Einparken oder in engen Kurven, die unterschiedlichen Drehzahlen an den Rädern den Antrieb hemmen. Dieses Problem kennt der Skoda nicht, seine elektronisch gesteuerte Lamellenkupplung leitet nur bei Bedarf Kraft an die Hinterräder; die beiden Achsen sind nicht "fest“ miteinander verbunden.

Vorbildliches Haldex-System

Allerdings reagiert auch das Haldex-System in Sekundenbruchteilen auf Schlupf an den Vorderrädern und schickt unverzüglich mehr Kraft nach hinten. Und: Die Haldex-Kupplung ist nicht nur spritsparender, sondern funktioniert in beide Richtungen; das Torsen-Differenzial dagegen nur beim Vorwärtsfahren.  

100 Prozent an die Hinterachse

Beim Mercedes ist die Lage dagegen eindeutig. Einhundert Prozent der Kraft gehen an die Hinterachse. Das sorgt auf rutschiger Fahrbahn zwar mitunter für ein tänzelndes Heck, doch wird dies - so es der Fahrer nicht tut - direkt vom ESP wieder eingefangen. Auch in flott angegangenen Kurven neigt der Benz eher zum Übersteuern, während der Audi nahezu neutral wie auf Schienen um die Ecke flitzt und der Skoda recht früh anfängt, über die Vorderachse zu schieben.

Wandlerautomatik oder Doppelkupplung

Um die Gangwechsel muss sich der Fahrer bei keinem der drei Fahrzeuge selbst kümmern - doch auch hier stehen drei unterschiedliche Systeme zur Wahl. Skoda verbaut ein sechsstufiges Doppelkupplungs-Getriebe, im Audi und Mercedes kommt eine konventionelle Wandlerautomatik zum Einsatz, mit sechs Stufen im A6 und sieben Gängen in der E-Klasse.

Leichte Unterschiede

Auch wenn das DSG im Superb das modernere Getriebe sein mag und superschnell mit den Gängen jongliert, kommt es nicht ganz an den Komfort einer klassischen Automatik ran. Vor allem beim Anfahren und Rangieren wirkt es mitunter etwas störrisch. Tadellos arbeitete die Tiptronic im Audi, der Benz brilliert zwar mit supersanften Gangwechseln, doch ist der Automat teilweise zu träge und benötigt bisweilen etwas viel Zeit zum Einlegen der richtigen Fahrstufe.

Sparsamer Skoda

Gegenüber dem Audi konnte der Skoda in Sachen Verbrauch schon zwei Pluspunkte einfahren: Der Haldex-Allrad und das DSG. Hinzu kommt der schwächere Motor, was sich am Ende des Tages auf einen Verbrauchsvorteil von fast drei Litern aufsummiert. Mit Durchschnittlich 11,4 Litern Praxisverbrauch entscheidet der Superb diese Disziplin für sich, obwohl er sich im EU-Normzyklus am meisten nimmt. Der Mercedes reiht sich ziemlich mittig zwischen den beiden anderen ein und gönnte sich in unserem Test 12,7 Liter auf 100 Kilometer. Zwar müsste er als reiner Hecktriebler eigentlich sparsamer als die anderen sein, doch muss er auch den stärksten Motor füttern. Das Gewicht ist übrigens mit 1,7 Tonnen bei allen drei Probanden nahezu gleich.

Skoda weitaus am günstigsten

Der Skoda ist nicht nur seltener an der Tankstelle, sondern kann sein Punktekonto auch bei den Anschaffungskosten weiter füllen. Denn im Grundpreis kostet der Skoda mit 35.500 Euro Sage und Schreibe 14.000 Euro weniger als der Audi und der wiederum ist nochmal 3.000 Euro günstiger als der Mercedes.

Serienmäßig herrscht Gleichstand

Und Skoda spart nicht an der Ausstattung: Die Serienfahrzeuge sind alle nahezu gleich bestückt, Komfortextras wie Klimaautomatik oder CD-Radio gehören zum Standard. Der Superb bringt sogar noch den Tempomat und die Sitzheizung vorne gratis mit, wofür bei Audi zusammen 725 Euro und bei Mercedes immerhin für die beheizten Sitze 335 Euro bezahlt werden müssen.

Lange Aufpreisliste bei Mercedes und Audi

Wer sich für Mercedes oder Audi entscheidet, findet dafür in der Aufpreisliste eine größere Auswahl. Vor allem viele Fahrerassistenzsysteme, wie Spurhalteassistent oder Tot-Winkel-Überwachung, gibt es für den Skoda nicht. Dennoch verfügt auch der Superb über eine komplette Sicherheitsausstattung. Und bei den bezahlpflichtigen Extras liegt er preislich deutlich unter den deutschen Wettbewerbern. Xenonlicht kostet 995 Euro (Audi 1.145 Euro, Mercedes 1.420 Euro), Parksensoren 510 Euro (Audi 770 Euro,   Mercedes 720 Euro) und ein DVD-Navigationssystem schlägt mit 1.880 Euro (Audi 2.380 Euro, Mercedes 1.420 Euro) zu Buche.

Skoda schlägt alle

Jeder preissensible Käufer muss sich für den Skoda Superb entscheiden. Der Tscheche bietet den niedrigsten Verbrauch und ist am günstigsten in der Anschaffung: Mindestens 15.000 Euro lassen sich gegenüber Audi und Mercedes sparen. Zudem wartet der Skoda mit dem größten Platzangebot auf und ist mit seinem 3,6-Liter-V6 standesgemäß motorisiert. Dass der Benziner etwas schwächer ist als die Motoren im A6 30 TFSI und Mercedes E 350 CGI spielt im Alltag keine Rolle.

Mercedes enttäuscht

Wem es dennoch auf Leistung und Agilität ankommt, der muss zum Audi greifen, der eindeutig der Sportlichste und Schnellste unter den drei Bewerbern ist. Und der Benz? Der ist leider nicht mehr so komfortabel, wie man es aus Stuttgart gewöhnt ist und verspielt mit seinem straffen Fahrwerk wertvolle Punkte. Und auch mit Materialien von teilweise mäßiger Qualität hat sich Mercedes keinen Gefallen getan.

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