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Audi A5 vs. Mercedes E-Klasse Coupé

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Vergleich - Audi A5 vs. Mercedes E-Klasse Coupé

26.04.2010, 14:19 Uhr | Michael Gebhardt / AutoScout24

 Audi A5 vs. Mercedes E-Klasse Coupé. Audi A5 gegen Mercedes E-Klasse Coupé (Foto: Michael Blumenstein / AutoScout24)

Audi A5 gegen Mercedes E-Klasse Coupé (Foto: Michael Blumenstein / AutoScout24)

"Aber schön war es doch", resümierte Hildegard Knef einst und könnte damit gut und gern die beiden Coupés in unserem Test meinen. Denn auch wenn sie weder ausgesprochen praktisch noch besonders günstig sind, zählen sie zu den ansehnlichsten Automobilen ihrer Klasse. Und genau das lassen sich die Hersteller teuer bezahlen. Erst recht, wenn unter den langen Motorhauben sechs Zylinder werkeln: Der Audi A5 3.2 FSI musste sich dem Mercedes E 350 CGI Coupé stellen.

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E-Klasse ein wenig länger

Ein Urteil darüber zu fällen, welcher schöner ist, wäre anmaßend. Beide strahlen auf individuelle Art Eleganz und Sportlichkeit aus. Allerdings, das darf erwähnt werden, ist der Audi A5 mit seinen nun doch schon drei Lenzen ein wenig in die Jahre gekommen. Gerade die Schnauze wirkt ein wenig pummelig, hier kann der Benz mit mehr Grazie punkten. Und auch dass der Mercedes weniger Hüftspeck hat - er ist fast sieben Zentimeter schmaler, bei acht Zentimetern mehr Länge -, verhilft ihm zu einem flotteren Auftritt.

Luftiger Innenraum

Der setzt sich auch im Innenraum fort; lichtdurchflutet wirkt das Stuttgarter Coupé luftiger und großzügiger. Dazu tragen optisch die fehlenden B-Säulen bei, rein praktisch sorgt die höhere Kopffreiheit für ein besseres Raumgefühl. Übrigens auch im Fond, wo man im Benz dafür Abstriche beim Platzangebot für die Beine machen muss. Wer im Mercedes auf der Rückbank sitzt, darf sich zwar über versenkbare Fensterscheiben freuen, gemütlich auf der Mittelarmlehne abstützen kann sich aber nur der Audi-Passagier. Und das ist bei dem beiderseits nur geringen Seitenhalt im Fond durchaus von Vorteil.

Bequeme Mercedes-Sitze

Vorne hat der Audi mit optionalen Sportsitzen davon etwas mehr als das E-Klasse Coupé, dessen große, gemütliche Multikontur-Sessel dafür auch auf der längsten Urlaubsreise nicht unbequem werden. Liebe zum Detail zeigt sich beim Gurtreicher, der im Benz nach dem Türschließen den vorderen Passagieren mit dem Sicherheitsgurt entgegenkommt. Hat der Audi nicht, braucht er aber auch nicht: Hier ist der Gurt ganz konventionell an der B-Säule montiert.

Eingeschränkte Übersicht

Die Cockpits bieten keine Überraschungen, kennt man sie doch von den Limousinen-Pendants, also E-Klasse und Audi A4. Insgesamt wirkt der Ingolstädter etwas klarer, aufgeräumter und die Bedienung ist einen Tick schlüssiger. Den Punkt für Materialauswahl und Verarbeitung sichert sich der Audi mit nahezu vollkommener Perfektion - wenngleich auch der Mercedes dem Klassenstandard entspricht. Was man beiderseits vergebens sucht, sind gute Rundumsicht und Ablagen. Außer den Cupholdern und Aschenbechern gibt es nicht viel Platz für Kleinkram und die Übersicht durch die Heckscheibe ist bei beiden Probanden stark eingeschränkt.

Unterschiede beim Fahrwerk

Der Mercedes rollte mit gut austariertem Standardfahrwerk auf unseren Hof. Zwar ist das Coupé nicht ganz so komfortorientiert, wie man es früher von einem Mercedes erwartet hat, und straffer abgestimmt als die Limousine, doch die meisten Unebenheiten werden gut neutralisiert und sorgt die geschärfte Abstimmung für mehr Agilität und besseren Kontakt zur Straße. Nur grobe Querfugen schluckt der Benz eher widerwillig und die Lenkung kann in Sachen Direktheit und Präzision nicht mit dem supersensiblen Volant im Audi mithalten, das aber bei hohem Tempo etwas straffer sein dürfte. Auf das adaptive Fahrwerk kann bei der E-Klasse getrost verzichtet werden.

Mehrere Fahrwerkseinstellungen im Audi A5

In unserem Audi lässt sich dagegen das Fahrwerk und die Servounterstützung über das optionale Drive Select (rund 1400 Euro) individuell einstellen, wobei der weichste Modus Comfort in etwa der Abstimmung des Benz entspricht. Diese Stellung ist für die meiste Zeit die beste Empfehlung. Im Automatic- oder gar Dynamic-Betrieb wird der A5 nur übertrieben hart, was aber auch an den mit 18 Zoll um ein Zoll größeren Rädern liegt. Auch von Bodenwellen lässt sich der Ingolstädter leichter beeindrucken als das, ganz nach alter Mercedes-Tradition, davon völlig unberührte E-Coupé.

Benz mit mehr Power

Sowohl unter der Mercedes-E-350-CGI-Haube als auch im Audi A5 3.2 FSI arbeitet ein kultivierter Sechs-Zylinder - beiderseits Direkteinspritzer. Das Ingolstädter Aggregat schöpft seine 265 PS aus 3,2 Liter Hubraum und schickt zwischen 3.000 und 5.000 Touren 330 Newtonmeter an alle vier Räder. Das dreieinhalb Liter große Mercedes-Triebwerk braucht ebenfalls 3000 Umdrehungen, um dann aber 365 Newtonmeter an die Hinterachse zu leiten und entwickelt maximal 292 PS. Dafür muss der fast 1,7 Tonnen schwere Benz aber auch ziemlich genau 100 Kilogramm mehr schleppen.

Nahezu gleiches Spurtvermögen

Der V6 im Audi spricht etwas langsamer an, als der des Benz, dafür wird die Kraft von einer flinken Sechs-Gang-Wandlerautomatik verwaltet, die den Tritt aufs Gaspedal verlustfrei in Längsbeschleunigung umsetzt und den A5 nach vorne preschen lässt. 6,4 Sekunden dauert es mindestens, bis Tempo 100 erreicht ist. Das kann der Benz eine zehntel Sekunde schneller, allerdings wird sein Temperament von der trägeren Sieben-Gang-Automatik in Zaum gehalten.

Kommodes Fahren bei beiden

Bei mehr als zweieinhalbtausend Touren entwickelt das Audi-Triebwerk seine Kraft gleichmäßig, wohingegen es beim Mercedes-Sechs-Zylinder oben raus etwas zäher wird. Das Ziel ist das selbe: 250 km/h. Mehr wäre beiderseits drin, doch hier wie da gebietet der elektronische Begrenzer den Zweitürern Einhalt. Dabei reist es sich selbst bei diesem Tempo noch recht kommod, der Benz liegt satter auf der Straße, und auch Gespräche sind im Inneren möglich, ohne sich anschreien zu müssen.

Heck- gegen Allradantrieb

Ganz nach alter Mercedesmanier ist es im tendenziell übersteuernden E-Klasse Coupé keine große Kunst, den Benz zum Wedeln mit dem Heck zu bringen. Leichter Lenkradeinschlag und ein gezielter Tritt aufs Gaspedal genügen, schon versucht der Hintern die Schnauze zu überholen. Um beim allradgetrieben Audi diesen Schlenker zu provozieren, braucht es trotz hecklastigem quattro-Antrieb (40 zu 60) glatten Untergrund; sonst gleitet der A5 wie auf Schienen um Kurven und Biegungen und lässt sich lange neutral manövrieren, ehe er leicht anfängt zu untersteuern.

Viel Technik an Bord

Weder das Unter- noch das Übersteuern wird dank ESP zum Problem. Darüber hinaus weisen beide Coupés eine - teils optionale - Sicherheitsausstattung auf, die über die üblichen Airbags und Kontrollsysteme hinaus geht: Müdigkeitswarner, Pre-Safe-Bremse und Tempolimiterkennung (350 Euro) gibt es nur bei Mercedes, Radar-Tempomat, Fernlicht-Assistent und Tot-Winkel-Kontrolle können hingegen beiderseits geordert werden und sind nur Beispiele für Überwachungsaufgaben, die die Autos selbst übernehmen.

Der Audi ist durstiger

Obwohl leichter und mit etwas weniger Leistung ausgestattet, braucht der Audi auf dem Papier mit 9,2 Liter Super auf 100 Kilometer 0,7 Liter mehr als der Mercedes. Beide Werte verschieben sich in der Praxis zwar deutlich nach oben, doch die Differenz bleibt. Über zwei Testwochen erfuhren wir mit dem A5 einen Durchschnittsverbrauch von 12,4 Litern, der Mercedes zerstäubte bei gleicher, durchaus flotter Gangart, im Mittel 11,9 Liter. Finanziell wirkt sich der Unterschied freilich nicht groß aus.

E-Klasse Coupé teurer (und stärker)

Da fällt die Differenz beim Einstiegspreis mehr ins Gewicht. Glatte 48.000 ruft Audi für den A5 3.2 FSI mit Sechs-Gang-Tiptronic auf, 52.360 Euro müssen an Mercedes für das E 350 CGI Coupé überwiesen werden, das serienmäßig mit 7-G-Tronic ausgeliefert wird.  Zwar sind beim Benz ein paar Komfortextras mehr inbegriffen, wie etwa Licht- und Regensensor und Tempomat, doch umfasst die Aufpreisliste hier wie da noch viele kostspielige Punkte. Und die sind bei der E-Klasse in der Regel teurer als beim Audi.

60.000 Euro für reichhaltige Ausstattung

So verlangt Mercedes für die 2000 Euro teure Lederausstattung 200 Euro mehr, ebenso für das 3000 Euro teure Navigationssystem und 300 Euro mehr für die 1.700 Euro teuren, mitlenkenden Xenon-Scheinwerfer. Noch größer ist der Unterschied etwa beim Abstands-Tempomat, den Audi für 1.300 Euro im Programm hat und damit um 600 Euro günstiger als bei Mercedes angeboten wird. Gut ausgestattet landen beide bei rund 60.000 Euro, wenngleich der Benz immer ein wenig teurer sein wird.

Sportlicher Benz

Im Vergleich zu seinem Vorgänger, dem schwerfälligen Mercedes CLK, kommt einem das E-Klasse Coupé richtig durchtrainiert vor. Die Schwaben haben einen fahraktiven Zwei-Türer im sportlichen Dress auf die Räder gestellt, der in der Lage ist, dem dynamischen Audi A5 das Wasser zu reichen. Der ist mittlerweile ein wenig in die Jahre gekommen und kann optisch nicht mehr ganz mit dem sportlich-eleganten Benz mithalten, überzeugt aber nach wie vor mit Qualität und dem hervorragenden Allradantrieb.

Komfort oder Sportlichkeit

Der Benz meistert den Kompromiss zwischen Komfort und Sportlichkeit, der Audi tendiert mit seiner von Grund aus straffen Auslegung eher zu Letzterem. Dass das E-Coupé rund 30 PS mehr hat, gereicht ihm dagegen nicht zum Vorteil. Zwar tritt es etwas spontaner als, als der Ingolstädter, dafür erfolgt die Kraftentfaltung obenherum etwas zäher. Und die träge Sieben-Gang-Automatik der Stuttgarter kann mit dem flinken Ingolstädter Wandler nicht mithalten. Dass der A5 einen halben Liter mehr braucht, als das E-Coupé, machen einige Tausend Euro weniger beim Kaufpreis wieder wett.

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