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Autotest VW Sharan: Die Leichtigkeit des Reisens

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VW Sharan - die Leichtigkeit des Reisens

01.07.2010, 13:40 Uhr | Tom Grünweg

Autotest VW Sharan: Die Leichtigkeit des Reisens. Zweite Generation VW Sharan (Foto: Volkswagen)

Zweite Generation VW Sharan (Foto: Volkswagen)

Der VW Sharan ist ein ideales Auto für Familien. Nach 15 Jahren bringen die Wolfsburger nun ein neues Modell auf den Markt. Der Wagen ist größer, variabler, komfortabler und deutlich sparsamer als sein Vorgänger. Spiegel Online war mit der Großraumlimousine unterwegs.

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Neuer VW Sharan stemmt sich gegen den Trend

Vans sind so etwas wie die Ausputzer der Autowelt. Im Rampenlicht stehen andere Typen - sportlichere, schickere, schnellere Modelle. Doch wer über ein Auto für die ganze Familie nachdenkt, kommt an einer Großraumlimousine selten vorbei. Noch vor wenigen Jahren mischten etliche Hersteller in diesem Segment mit, inzwischen dünnt das Angebot aus. Modelle wie Peugeot 807, Citroën C8 oder Fiat Ulysse laufen demnächst aus und werden keine Nachfolger bekommen. Anders ist die Lage bei VW: Dort wird die Großraumlimousine Sharan jetzt von einem neuen Modell gleichen Namens abgelöst.

Klappbare Sitze sollen die Beladung vereinfachen

Im August wird die zweite Generation der Baureihe an den Start rollen, und für die Kunden soll vieles leichter werden. Easy Fold heißt das Zauberwort, das für den Abschied von der Fummelei steht. Denn bislang mussten die hinteren Sitze mühsam gefaltet oder ausgebaut und in den Keller geschleppt werden, um mehr Raum für Gepäck zu schaffen. Der neue Sharan jedoch lässt sich mit ein paar Handgriffen umbauen. Die optionale dritte Reihe verschwindet bei Bedarf komplett im Untergrund, die Sitze der zweiten Reihe können flach auf den Wagenboden geklappt werden. Zudem lassen sich die Sitze drei bis fünf verschieben und die Lehnenneigung kann verstellt werden.

Neuer VW Sharan deutlich größer

Weil die VW-Entwickler für den neuen Klapp-Mechanismus Raum schaffen mussten, wurde der Sharan deutlich größer und markiert nun die Mitte zwischen dem Kompakt-Van Touran und dem VW-Bus. Der Radstand wuchs um acht und die Länge gar um 22 Zentimeter. Und wenn der Sharan als Siebensitzer bestückt ist, kann trotzdem noch jeder Passagier einen Koffer mitnehmen: 711 Liter misst das Gepäckabteil in der kleinsten Konfiguration. Werden nur zwei Sitze benötigt, macht der Wagen mit 2430 Litern Fassungsvermögen sogar einem Kleintransporter Konkurrenz. Platz genug gibt es darüber hinaus auch für jedweden Kleinkram - der Sharan bietet bis zu 33 Ablagen.

Erstmals Schiebtüren im VW-Van

Dazu herrscht gleich im doppelten Sinne auch noch das Prinzip Easy Entry. Zum einen, weil sich die Sitze in der zweiten Reihe nun tatsächlich mit einem Handgriff so zusammenfalten lassen, dass man bequem in Reihe drei gelangt. Und zum anderen, weil bisher genutzten Klapptüren ausrangiert wurden und der Sharan nun mit Schiebetüren antritt, durch die man auch in engen Parklücken bequem einsteigen kann.

Kleiner 140-PS-Diesel schlägt sich wacker

Alles easy - das gilt auch fürs Fahren: Die Entwickler haben das Fahrwerk komplett erneuert, und es gibt variable Dämpfer, die auf Knopfdruck die Härte verändern. Es gibt ein Doppelkupplungsgetriebe für alle Varianten, und der Sharan fährt mit vier weiter überarbeiteten Motoren vor: zwei Benziner mit 150 und 200 PS und zwei Diesel, die 140 und 170 PS leisten. Den größten Verkaufsanteil erwarten die Wolfsburger von der kleinsten Leistungsstufe, die sich bei der Probefahrt von Spiegel Online wacker schlug. Der Diesel ist leise, beschleunigt mit 320 Newtonmetern nachdrücklich und ist bis zu 194 km/h schnell.

Sharan wird leichter und bekommt Spritsparmaßnahmen

Obwohl das Auto um zwei Handbreit länger geworden ist, wiegt der Wagen je nach Ausstattung um bis zu 30 Kilo weniger als das Vorgängermodell. Außerdem wurde der Luftwiderstand verringert und es gibt den Sharan - ein Novum in dieser Klasse - fast in allen Varianten mit Start-Stopp-Automatik und Bremsenergierückgewinnung. Um bis zu 20 Prozent verringerte sich daher der Verbrauch. Der 140 PS-Diesel benötigt im Schnitt 5,7 Liter, die Reichweite pro Tankfüllung liegt bei fast 1300 Kilometern. Selbst der stärkste Benziner kommt auf einen erträglichen Verbrauch - der Durchschnittsverbrauch liegt bei 8,1 Liter.

Mit der neuen Einparkautomatik sind Parklücken trotz der Größe kein Problem

Mit dem Größenzuwachs ist das Auto leider auch unübersichtlicher geworden. Um das Trumm dennoch kratzerfrei rangieren zu können, bietet VW diverse Kameras und Sensoren an. So bugsiert man den Wagen unter dem bekannten Gepiepe in die Parklücke - oder lässt das gleich von der neuen Einparkautomatik erledigen. Der Fahrer muss nur noch Gas und Bremse bedienen, das Kurbeln am Lenkrad übernimmt die Elektronik. Auch hier also alles easy - sofern man 840 Euro Aufpreis zahlt.

Nur das Einstiegsmodell ist günstig

Der Einparkassistent ist nur einer von vielen Posten, mit denen man den Preis in die Höhe treiben kann. Liegt das Basismodell - inklusive sind sieben Airbags und Klimaautomatik - bei 28.875 Euro und damit sogar ein paar Hunderter unter dem Vorgängermodell, kommt man mit dritter Sitzbank, etwas Leder im Innenraum sowie Extras wie Xenonlicht, elektrischen Schiebetüren und elektrischer Heckklappe sowie Panorama-Dach und einem stärkeren Motor schnell an die 50.000-Euro-Marke.

Genau zwei Teile wurden vom erfolgreichen Vorgänger übernommen

Niemand in Wolfsburg bestreitet, dass die Ablösung des bisherigen Sharan überfällig war. Doch eilig hatten es die Niedersachsen damit nicht: "Wir haben insgesamt mehr als 600.000 Autos verkauft und der Sharan war im vergangenen Jahr noch der am zweitbesten verkaufte Van in Deutschland", sagt VW-Sprecher Jochen Grüten. Die Entwickler wiederum nutzten die Zeit, um das Auto wirklich gründlich zu erneuern. Außer dem Namen wurden nur zwei Bauteile vom Vorgänger übernommen - die beiden Sonnenblenden.

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