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Opel Astra Sports Tourer gegen Skoda Octavia Combi

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Opel Astra Sports Tourer vs. Skoda Octavia Combi

25.03.2011, 10:10 Uhr | Michael Blumenstein, Autoscout24

Opel Astra Sports Tourer gegen Skoda Octavia Combi.

Es ist wie so oft im Leben: Mann möchte die Eierlegendewollmilchsau. Beim Auto ist dieser Wunsch besonders groß, Opel Insignia und Skoda Superb kommen dem folgenden Ideal sehr nahe: schnell, sportlich, schick und sparsam. Hinzu kommen die Punkte ausreichend Platz (wegen Familie und/oder Sport) und bezahlbarer Preis. Noch näher ans Optimum kommen vielleicht der Astra Sports Tourer mit 160-PS-Diesel und der Octavia Combi RS TDI.

Das Äußere ist, wie immer, Geschmacksache. Der Opel kommt etwas runder, organischer daher, der Skoda eckiger und pragmatischer. Für die meisten Augen könnte der Rüsselsheimer eleganter und vor allem hochwertiger wirken. Ihren Reiz haben aber beide, oder eben keiner.

Breite Mittelkonsole im Opel Astra

Dass jedoch die äußeren Reize oft nicht mit den inneren Werten korrespondieren, merkt man schnell, nachdem man im Opel Platz genommen hat. Trotz seiner nicht mehr klassenüblichen 4,70 Meter Länge geht es im Innenraum keineswegs opulent zu. Vorne werden Fahrer und Beifahrer von der breiten Mittelkonsole etwas eingeengt. Hinzu kommt, dass der Wust an Knöpfen die Augen anstrengt. Hier ist Eingewöhnung gefragt, dann aber klappt’s.

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Skoda Octavia überzeugt mit Sachlichkeit

Einfacher präsentiert sich jedoch der Octavia. Schmal, schlicht und mit wenigen Bedientasten versehen, überzeugt sein Arbeitsplatz mit Sachlichkeit. Das Platzangebot ist trotz eines Längendefizits von 13 Zentimetern objektiv auf sehr ähnlichem Niveau, fühlt sich jedoch luftiger an. Richtig wenig Luft gibt es beim Opel beispielsweise im Fußraum. Möchte der Fahrer seinen linken Fuß auf die Ablage setzen, sollte er schmale Füße und ebensolche Schuhe besitzen, denn der Platz zwischen Kupplungspedal und linker Seitenwand ist extrem knapp bemessen.

Hinten wird es bei beiden enger

Ähnlich eng wird es für die Füße der Opel-Hinterbänkler, die bei ganz heruntergefahrenen Vordersitzen kaum unter diese passen. Auch der Knieraum hinten überzeugt wenig. Kaum mehr zu bieten hat in dieser Hinsicht allerdings der Octavia Combi. Bei beiden herrscht bestenfalls Golf-Niveau, und zwar das des Kompakthecks, der bis zu 45 Zentimeter kürzer ist.

Viel Platz im Kofferraum

Große Freude kommt hingegen beim Blick in den Kofferraum auf. 500 Liter passen in das Opel-Heck, 580 sollen sogar in das des Tschechen passen. Das reicht für die meisten Familien aus und wirft die Frage auf, ob eine Klasse höher überhaupt noch benötigt wird.

Rückbank umklappen etwas fummelig

Doof nur, dass Skoda nicht wirklich an ein einfaches Umklappen der Rückbank gedacht hat. Wer die vollen 1.600 Liter Stauraum ausnutzen will, steht vor folgendem Prozedere: Vordersitze ein Stück nach vorne fahren, hintere Sitzfläche hochklappen, idealerweise die drei Kopfstützen entnehmen, dann erst die Lehne nach vorne klappen. Zudem ist das Entnehmen des Rollos fummelig und es gibt keinerlei Arretierungsmöglichkeiten.

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Beim Astra klappt es besser

Diese kosten im Astra zwar 220 Euro extra, das Cargo-Paket ist aber jeden Cent wert. Im Astra Sports Tourer zeigt sich auch, was Weiterentwicklung bedeutet. Bei ihm reicht eine Fingerbewegung im Kofferraum aus, um die Ladefläche zu ebnen, ein Griff und das Rollo ist ausgebaut und kann in einer speziellen Halterung sicher unter dem Kofferraumboden verstaut werden – super. Weniger gut: Die Kofferraumleuchte des Hessen blendet des Nächten und erhellt das Ladeabteil trotzdem nur unzureichend. Apropos Licht: Die beim Topmodell Innovation serienmäßigen Bi-Xenon-Scheinwerfer (mit variabler Leuchtweite) gehören zu den besten Leuchten auf dem Markt und sind eine besondere Empfehlung, auch bei günstigeren Astra-Versionen.

Opel knapp vor Skoda

Besonders empfehlenswert ist der Astra auch aufgrund seiner Materialauswahl und deswegen auch Sieger dieser Disziplin. Die Materialien sind hochwertiger und akkurater verarbeitet. Jedoch erreicht auch der Skoda ein Niveau, das fast jeden befriedigen sollte.

Weniger überzeugen können hingegen die zwar gut ausgeformten Sportsitze des Octavia. Sie sind aber zu hoch montiert und bieten vor allem auf Langstrecken nicht den Komfort, den die in den Grundversionen des Astra aufpreispflichtigen, aber in jedem Fall empfehlenswerten Opel-Sportsitze (390 Euro) bieten.

Opel leiser als Skoda

Mittlerweile sind nicht mehr nur Privatkäufer unter den Fans von Octavia und Astra, ganz im Gegenteil. Immer mehr Firmenwagen-Besitzer switchen beispielsweise vom teuren Insignia oder Superb auf die günstigeren Brüder dieses Vergleichs um. Ein Punkt, der daher wichtig ist, ist das Geräuschniveau, vor allem auf der Autobahn. Und hier zeigt der Astra einmal mehr, wie Komfort zu definieren ist. Die Windgeräusche säuseln sanft um die zu dicken und daher sichtbehinderten A-Säulen, der Motor brummt dumpf im Hintergrund. Deutlich mehr Lebensäußerungen gibt der Octavia von sich. Er nagelt vor allem beim Ausdrehen laut und die Windgeräusche übertönen bereits ab Tempo 160 die Motorgeräusche fast vollständig.

Überzeugendes Opel-Fahrwerk

Noch überzeugender präsentiert sich das in den Opel-Testwagen implantierte FlexRide-Adaptivfahrwerk. Es besticht gleichermaßen mit seiner Agilität und seinem Komfort. Bei schnellem Tempo rollt er wie an der Schnur gezogen über die Autobahn und glättet Unebenheiten im Tour- und im Normal-Modus beispielhaft aus. Den Sport-Modus braucht’s hingegen eigentlich nie. Schade, dass Opel sich das Fahrwerk mit einem Tausender honorieren lässt.

Der Octavia kommt immer mit Sportfahrwerk und 18-Zoll-Bereifung zum Kunden. Das Paket will als sportlich straff verstanden wissen und fordert Nehmerqualitäten von Interessenten und Käufern. Vor allem auf der Autobahn kann die Abstimmung nerven. Hinzu kommt eine latente Spurrillen-Affinität (auch aufgrund der 18-Zoll-Winterreifen) und damit Nervosität bei Geradeausfahrt. Im Gegenzug ist der Octavia RS aber keine Granate auf kurvigem Geläuf. Hier schiebt er ähnlich früh wie der Opel über die Vorderachse.

Octavia fast 100 Kilo leichter

Um wieder auf die nagelnden Antriebe zurückzukommen: Wirklich laut sind beide Diesel nicht. Jedoch merkt man, dass sich Opel mehr Mühe beim Dämmen gegeben hat, denn mit offener Motorhaube sind die Lebensäußerungen erheblich. Weniger erheblich ist das Dynamikpotenzial des Rüsselsheimers. Sein 2.0 CDTI-Diesel schafft es auf 160 PS, also zehn Zähler weniger als der Octavia Combi RS besitzt. Diese zehn Zähler sind spürbar, genauso, wie sein Mehrgewicht. Trotz DSG ist der Octavia Combi fast 100 Kilogramm leichter, was wohl auch am fehlenden Dämmmaterial liegt. Beim Drehmoment schaffen beide 350 Newtonmeter, die unisono zwischen 1750 Touren und 2500 Touren anliegen. Dennoch ist die Charakteristik anders.

Skoda ist flotter unterwegs

Der Opel hat ein spürbares Turboloch, der Octavia kommt von unten homogener aus den Puschen. Der Skoda ist eine Sekunde schneller auf Tempo 100 und auch in der Endgeschwindigkeit schiebt sich der Tscheche mit gut zehn km/h Mehrgeschwindigkeit am Opel vorbei. Zäh wird der Tempozuwachs aber bei beiden ab Tacho 200.Bei solch gesteigertem Geschwindigkeitsrausch verwundert es wenig, dass die beiden Selbstzünder nicht zu den Sparfüchsen gehören. Für diese Aufgabe gibt es aber in den jeweiligen Modellreihen den Ecoflex (Opel) und den Greenline (Skoda).

Gut sieben Liter Diesel-Verbrauch

7,4 Liter flossen bei flotter Fahrt durch die Leitung des Octavia RS, der mit dem bekannt guten Doppelkupplungsgetriebe anreiste (plus 1900 Euro). 7,2 Liter waren’s beim Astra 2.0 CDTI, mit manuellem und sauber zu schaltenden Sechs-Gang-Getriebe. Vom Verbrauch wird also niemand die Kaufentscheidung abhängig machen.

Beim Preis beide dicht beieinander

Das passiert oft noch beim Thema Preis. Doch auch hier sind die beiden Kontrahenten nah beieinander. Zwar weist die Opel Preisliste den günstigsten Astra Sports Tourer 2.0 CDTI bereits mit günstigen 25.565 Euro aus, doch fehlt dann ein bisschen Luxus, der in solch ein Automobil einfach hinein gehört. Wer es auch so sieht, ist mit der Ausstattungslinie Innovation für gut 28.000 Euro bestens bedient. Mindestens 29.700 Euro werden für den Octavia Combi RS mit Handschaltung und umfangreicher Serienausstattung fällig. Zuzüglich einiger Kleinigkeiten (siehe empfohlene Extras) landet man bei beiden Fahrzeugen bei etwas mehr als 30.000 Euro.

Fazit Opel gegen Skoda

Opel Astra Sports Tourer 2.0 CDTI und Skoda Octavia Combi RS TDI sind Fahrzeuge der Extraklasse in ihrem Segment. Sie bieten ausreichend Platz im Passagierabteil und mehr als genug fürs Gepäck. Sie sehen schick aus und sind doch sehr eigenständig.

Vorteile bietet der Skoda in Sachen Fahrleistungen und Übersichtlichkeit, das war’s aber auch schon. Anders als beim Vergleichstest eine Stufe höher, geht hier die Krone an den Astra. Er überzeugt mit dem besserem Fahrwerk (Aufpreis), mehr Ruhe (Motor und Wind) und vor allem dem durchdachteren Kofferraum und den netteren Extras.

Bei der eigentlichen Skoda-Domäne, dem Preis, wird der Octavia abermals vom Astra abgeledert. Verwunderlich, doch das liegt vor allem an der Fast-Vollausstattung des Tschechen, die es eigentlich nicht braucht. Beim Astra Sports Tourer 2.0 CDTI kann der Kunde zwischen drei Ausstattungslinien wählen und dann nach Gusto weiter aufrüsten – oder eben nicht und Geld sparen. Revanche gelungen.

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