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Porsche 911: Herzrasen für Puristen

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Herzrasen für Puristen

29.05.2012, 19:18 Uhr | Frank Lansky, wanted.de

Porsche 911: Herzrasen für Puristen. Ein Porsche 911 nach dem Neu-Aufbau von Singer (Quelle: Singer Vehicle Design)

Ein Porsche 911 nach dem Neu-Aufbau von Singer (Quelle: Singer Vehicle Design)

ESP und Airbag im Porsche? Alles nur Schnickschnack, der das Driften verhindert und den Fahrer in falsche Sicherheit wiegt. Wahre Puristen wollen ihren 911 so wie er früher einmal war: Roh, wild und unverbaut und allenfalls mit nur dezentem Luxus. Genau auf diesem Retro-Trend rast die kalifornische Designer-Schmiede Singer voran – der Renner hat in der Fachwelt einigen Staub aufgewirbelt. wanted.de hat sich das Projekt einmal genauer angeschaut. Klicken Sie sich durch unsere Foto-Show.

Die Idee ist einfach, aber genial: Das 2009 gegründete Unternehmen Singer Vehicle Design kauft alte Porsches aus den Jahren vor 1994 und baut sie dann komplett um. Das Firmenmotto: Restored, Reimagined, Reborn – wieder hergerichtet, mit neuen Ideen versehen, wiedergeboren.

Porsche Carrera RS als Vorbild

So kommt ein ultimativer 911 heraus, der den Charme des Originals mit komplett neuer Technik verbindet. Das große Vorbild: Der Porsche Carrera RS, der vor 40 Jahren gebaut wurde. Wegen der hohen Kosten stand am Anfang die Skepsis: Mit Ausnahme der Hot-Rod-Szene in den USA wollte niemand so recht an das teure Prestige-Projekt glauben.

Zudem gesellten sich handwerkliche Fehler hinzu: Der erste Concept-Car in Orange hatte noch so viele Mängel, dass mitfühlende Motorjournalisten nach der ersten Probefahrt auf eine Berichterstattung verzichteten. Der auch auf der Website nur spärlich portraitierte eigentliche Prototyp war aber nur die misslungene Generalprobe im stillen Kämmerlein, die der grandiosen Uraufführung vorausging.

Hightech-Recycling der edelsten Art

Gut ein Jahr nach dem Flop wurde der zweite Singer - eigentlich der erste echte, daher der Name Song1 - in Froschgrün der Presse vorgestellt und inzwischen an den ersten Kunden ausgeliefert. Diesmal war die Fachwelt vom Prototypen begeistert. Heraus kam eine Retro-Rennmaschine mit der Power eines Neuwagens. >>

Der Motor im zweiten Singer wurde von der englischen Motor-Manufaktur Ninemeister auf Basis eines alten Porsche-Boxers gebaut. Die 425 PS des 3,8-Liter-Aggregats – alternativ ist auch eine 3,6-Liter-Maschine zu haben – müssen lediglich knapp 1100 Kilo in Bewegung bringen, weil der Wagen mit leichten Carbon-Fasern ausgerüstet wurde. Nur noch die Türen sind aus Sicherheitsgründen komplett aus Stahlblech. In rund vier Sekunden schafft es der Singer-911 auf Tempo 100, maximal sollen 273 km/h drin sein.

Künftig liefert der Rennausrüster Cosworth in Handarbeit gefertigten Aggregate. Wichtig für Porsche-Enthusiasten: Die verhasste Wasserkühlung entfällt. Das interessante Detail für Sammler: Die altneuen Autos behalten ihre Fahrzeugnummer. Sie sind somit originale Youngtimer mit modernster Technik. Die Wagen werden komplett zerlegt, gereinigt und sandgestrahlt – und schließlich gegen Rost behandelt. Die Scheibenwischer werden wieder in die Mitte gesetzt.

Porsche-Power in Reinkultur

Obwohl der Porsche 911 aussieht wie die Modelle vor 1994, hat sich doch einiges verändert. Alle Neuerungen sind dezent gehalten, sodass der Gesamteindruck nicht verwässert wird. So verbreiterte Singer für die 275er Hinterreifen auf 17-Zoll-Felgen die Radkästen. Auch ein automatisch ausfahrbarer Heckspoiler wurde eingebaut. Zudem hat die Karosserie ein unsichtbares Karbon-Kleid erhalten, das den Wagen leichter und wendiger macht. Für die Kraftübertragung ist das manuelle Fünfgang-Gang-Getriebe G50 aus der Baureihe 964 verantwortlich. Alternativ kann gegen Aufpreis auch ein enger abgestimmtes Sechsgang-Getriebe aus dem 993 geordert werden. Natürlich werden diese Getriebe komplett zerlegt und mit Neuteilen aufbereitet. Eingebaut wurde eine Brembo-Bremse. Auffällig ist das Lichtsystem mit Hella Bi-Xenon Scheinwerfer hinter Klargläsern. Besonders stolz ist Singer auf die Bullet-Türspiegel, die an die Renngeschichte der Siebziger erinnern.

Understatement im Stil der Siebziger

ESP und Airbags sind Fehlanzeige, immerhin ist ABS an Bord. Dagegen haben die Kalifornier ein paar Extras für den Komfort eingebaut: Klimaanlage, Satellitenradio und Navi machen den Singer 911 attraktiv für den verwöhnten Kunden von heute. Dabei ist alles unauffällig in das 60er-Jahre-Cockpit integriert, das mit Karbon-Fasern eine sportliche Zurückhaltung ausstrahlt. Das 38-Zentimeter-Lenkrad ist aus dem Carrera RS von 1973 geborgt.

In der Standardausrüstung ist ein klassisches Blaupunkt-Radio der Marke Frankfurt aus den 1970er Jahren verbaut. Für einen besseren Klang hat Singer ein paar Verstärker und Hochleistungslautsprecher obendrauf gelegt. Die Sitze sind edel aus verwebten Lederstreifen gestaltet, Woven Spinneyback heißt das auf Englisch. Bei der Farbe lässt die Firma aus Los Angeles den Kunden natürlich die freie Auswahl. Wer will, kann sich auch die in den Sechzigern und Siebzigern so typischen Rallye-Streifen aufsprühen lassen. Auch sonst ist der Kunde König: Im giftgrünen Modell Nummer zwei wurde die VDO-Uhr durch einen Heuer-Chronografen ersetzt. Der stolze Besitzer des Wagens mit der Hersteller-Nummer SVD911AC002 erhielt im Motorraum als kleines Souvenir auch eine Plakette, auf der zu lesen ist, wann der Wagen für ihn gebaut wurde.

Neidfaktor Null beim Retro-Porsche

Der Adrenalinschub auf vier Rädern hat natürlich seinen Preis: Der erste Kunde, der Sammler Matt Strong aus Milwaukee im US-Bundesstaat Wisconsin, musste für die Topversion umgerechnet 210.000 Euro auf den Tisch legen. Er kann es sich leisten, denn er fährt außerdem einen Carrera GT, einen Ferrari F430 Scuderia und einen Audi R8. Kunde Nummer eins ist so überzeugt von seinem Auto, dass er mittlerweile auch als Investor bei der Firma eingestiegen ist. Strong hat eine erstaunliche Feststellung gemacht: Trotz des hohen Preises von rund 300.000 Dollar ist der Neidfaktor gering. Anders als bei den anderen Wagen in seinem Bestand bleiben die Leute auf der Straße stehen, erliegen dem Understatement des giftgrünen Luxus-Renners und stellen ehrfürchtig Fragen.

Der Sänger hinter Singer

Begonnen hat bei Singer alles mit der unverfälschten Liebe zum Porsche. Allerdings hat Singer Vehicle Design nichts mit der einstigen Nobel-Autoschmiede Singer aus den USA gemein, die in der großen Depression einging. Auch im britischen Coventry gab es einst einen Autohersteller namens Singer – doch auch diese Parallele ist eher zufällig, wie wanted.de auf Anfrage erfuhr.

Lesen Sie im zweiten Teil mehr zum Projekt von Singer

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