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Kult-Wagen Porsche wird zu VW

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Porsche - Die Geschichte eines Kult-Autos

27.09.2011, 13:59 Uhr | Frank Lansky, wanted.de

Kult-Wagen Porsche wird zu VW. Ein wahres Kultauto - Der Porsche 356 (Quelle: Hersteller)

Ein wahres Kultauto - Der Porsche 356 (Quelle: Hersteller)

Die Rundungen, der Sound, die Kraft – kaum eine Marke begeistert Auto-Enthusiasten so sehr wie Porsche. Während Neider nur mit Abscheu auf den Flitzer blicken, ist für Fans ein Porsche der Inbegriff des persönlichen Erfolges. Doch ausgerechnet ein Misserfolg an der Börse läutete das Ende des selbständigen Autobauers ein.

Herbst 2008: Die VW-Stammaktie schießt binnen weniger Wochen von 200 Euro auf rund 1000 Euro. Hinter der Kursexplosion steckt Porsche: Entgegen früherer Dementis kündigt der kleine Angreifer Ende Oktober an, sich in einem Jahr über 75 Prozent der Anteile an VW sichern zu wollen. Porsche hat schon rund 43 Prozent der Stammaktien und 31,5 Prozent Optionen auf VW-Stammaktien eingekauft – weit mehr, als bislang vermutet. Doch bald gehen den Zuffenhausenern die Mittel aus. Die VW-Stammaktie rutscht wieder bis auf 90 Euro. Der Gigant aus Wolfsburg geht zum Gegenangriff über und schluckt Porsche. Enthusiasten befürchten nun, dass der Wagen seinen Jahrzehnte alten  Mythos verliert.

Turbulenzen und Rückschläge am Anfang

Am Anfang steht der geniale Tüftler Ferdinand Porsche. Im Jahr 1906 heuert der damals erst 31jährige als Entwicklungsleiter bei Austro-Daimler an. Zuvor hatte er sich als Konstrukteur einen Namen gemacht.

Porsche wechselt 1923 zur Daimler Motoren Gesellschaft nach Stuttgart. Doch nach der Fusion von Daimler und Benz in der Weltwirtschaftskrise muss er gehen.
Nach einer kurzen Station bei Steyr gründet der Ehrendoktor am 25. April 1931 die Dr. Ing. h.c. Porsche GmbH, Konstruktionen und Beratung für Motoren und Fahrzeuge. Kunden sind unter anderem Zündapp und NSU.

Wagen für das Volk – Rüstung für das Reich

Richtig aufwärts geht es für Porsche mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten. Im Jahr 1934 erhält Porsche den Auftrag, für das Deutsche Reich einen Volkswagen zu entwickeln. Die Idee des VW Käfer ist geboren. Im gleichen Jahr legt er seine tschechoslowakische Staatsangehörigkeit ab und nimmt die deutsche an.

Porsche bringt seinen Schwiegersohn, den Wiener Rechtsanwalt Anton Piëch, bei der Volkswagen GmbH unter und sichert sich so lukrative Rüstungsaufträge. Der geplante Wagen für das Volk wird zwar nicht realisiert, die Entwicklung fließt aber in den Kübelwagen und in den Schwimmwagen der Wehrmacht ein. Porsche wird zu Hitlers Lieblingsingenieur, zum Vorsitzenden der Panzerkommission und in den Rüstungsrat des Reiches berufen. Auf Porsches Initiative werden im Volkswagenwerk Zwangsarbeiter aus Konzentrationslagern und Kriegsgefangene eingesetzt. Im Zweiten Weltkrieg wird hier die erste Mittelstrecken-Rakete, die Vergeltungswaffe V1, gebaut. Nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches wird Ferdinand Porsche von den französischen Besatzern zusammen mit Sohn Ferry und Schwiegersohn Anton Piëch verhaftet. Er muss für 22 Monate ins Gefängnis.

Meilensteine Porsche 356 und Porsche 901

Nach dem Krieg entwickelt Sohn Ferry den ersten Porsche-Renner mit eigenem Namen. Im Ur-Werk Gmünd wird so 1948 das Konstruktionsbüro mit dem rundlichen 356 zum richtigen Autobauer. Porsche Senior soll zum 356 gesagt haben: „Keine Schraube hätte ich anders gemacht.“ Im Januar 1951 stirbt Ferdinand Porsche in Stuttgart.

Derweil sind die feschen Flitzer im Wirtschaftwunder gefragt. Porsche trifft genau den Zeitgeist der Nachkriegs-Generation. Mit dem Spyder 550 im Jahre 1953 schreibt Porsche Rennsportgeschichte. Ferdinand Alexander Porsche, der Enkel des Firmengründers, entwickelt 1961 den Porsche 901, der 1963 als Porsche 911 auf der IAA vorgestellt wird. Peugeot hatte sich schon die Rechte für die Ziffern 901 gesichert. Schon bei seinem ersten Sporteinsatz, der Rallye Monte Carlo 1965, siegt der Elfer. Der Wagen ist bis heute die Basis für den automobilen Erfolg des Unternehmens. >>

Volksauto oder Rennwagen? In den Siebzigern verzettelt sich Porsche zusehends: Einerseits will sich der Konzern weiter als edler Hersteller von Rennautos präsentieren. Andererseits kosten ihn die die Avancen mit dem Massenmarkt eine Menge Prestige. So kratzen zunächst die Modelle Volkswagen Porsche 914 und 916 am Image des Herstellers. Der Sportwagen mit Mittelmotor wird bald böse als "Volksporsche" oder auch "Maurer-Porsche" verspottet. Auch das Vierzylinder-Modell 924 gilt nicht als "echter Porsche", sondern als Damen-Porsche. Innerhalb weniger Jahre reduziert sich die Produktionszahl auf ein Viertel. Der Umsatz halbiert sich und der Konzern verschleißt drei Vorstandschefs. Im Geschäftsjahr 1991/92 verkaufte der Hersteller nur 23.000 Fahrzeuge und fuhr einen Verlust von 240 Millionen D-Mark ein. Porsche wird wieder ein voller Erfolg 1992 kommt mit dem neuen Vorstandsvorsitzenden Wendelin Wiedeking die Wende. Er macht Porsche zu einem der profitabelsten Autobauer der Welt. Wiedeking landet einen Erfolg nach dem anderen: Im Jahr 1996 kommt der Porsche Boxster. Die geschlossene Version wird als Cayman angeboten. 2002 dringt Porsche mit dem Cayenne in den stark wachsenden Markt der Sport Utility Vehicles vor. Die geländetauglichen großen Wagen sprechen die traditionelle Porsche-Kundschaft an, die sich nun eine Familie aufbaut. In die gleiche Richtung geht die viertürige Limousine Panamera, die Porsche 2009 auf den Markt bringt. 2003 baut Porsche mit dem Supersportwagen Carrera GT weiter an seinem Denkmal. Nur noch eine Marke von VW

Im Mai 2008 erteilt der Porsche-Aufsichtsrat Wiedeking den Auftrag, die Mehrheit an VW zu übernehmen. Das wird schwierig, denn wegen der Finanzkrise geht der Umsatz beim Stuttgarter Sportwagenhersteller drastisch zurück. So muss die VW-Übernahme mit Krediten finanziert werden, die Schulden türmen sich auf zehn Milliarden Euro. Als Porsche mit der Börsen-Attacke vom Oktober 2008 die Banken düpiert, versiegen die Kredite. Zudem widersetzt sich VW-Aufsichtsratschef und Porsche-Miteigentümer Ferdinand Piëch den Kaufplänen. Am 23. Juli 2009 muss Wiedeking seinen Hut nehmen. Eine Verschmelzung von Porsche auf die Volkswagen AG verzögert sich, weil mehrere Klagen wegen der überraschenden Börsen-Aktion anstehen. Auto-Fans hoffen natürlich, dass sich Porsche genau wie Bentley unter den Fittichen von VW weiter als Kult-Auto hält.

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