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VW Golf gegen Peugeot 308: Welcher Kompakte hat die Nase vorn?

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VW Golf 1,6 TDI vs. Peugeot 308 e-HDi 110: Traue keiner Statistik

02.11.2011, 08:36 Uhr | Mario Hommen, Autoscout24

VW Golf gegen Peugeot 308: Welcher Kompakte hat die Nase vorn?. VW Golf tritt gegen den neuen Peugeot 308 an (Foto: AutoScout24)

VW Golf tritt gegen den neuen Peugeot 308 an (Foto: AutoScout24)

Beschränkt man seinen Blick rein auf Verkaufszahlen, sollte man meinen, der Golf ist der absolute Überflieger der Kompaktklasse. Treffen jedoch der Klassenprimus und der frisch geliftete Peugeot 308 mit ihren jeweils sparsamsten Motoren im Vergleichstest aufeinander, muss man sich über die fast schon einseitige Präferenz deutscher Autokäufer wundern. In mehreren Punkten empfiehlt sich der Kompakt-Löwe nämlich als die bessere Wahl.

VW Golf: bekömmliche Optik

Wohl ein Grund für den Erfolg des Golf liegt in seiner leicht bekömmlichen Optik. Eigentlich sieht er aus wie ein Golf schon immer aussah. Hier und da wurde über die Jahrzehnte die Außenhaut gepflegt, verfeinert und dezent modernisiert. Bei den deutschen Gewohnheits-Käufern kommt diese Wolfsburger Dauer-Sachlichkeit offensichtlich an.

Peugeot 308: freches Antlitz

Die Franzosen haben es hingegen eher mit der Revolution. Entsprechend wurde Peugeots Kompaktmodell im Vergleich zum Vorgänger optisch wieder einmal radikal erneuert. Sein expressives Äußeres war allerdings etwas gewagt und wurde mit dem jüngsten Facelift erfolgreich entschärft. Dank kupierter Nase, mehr Chrom-Schmuck und charaktervollen LED-Tagfahrlichtern steht der Löwe erfrischend schick und weniger frech da. Dennoch bringt der 308 weiterhin Abwechslung ins Kompaktsegment-Einerlei.

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Cabriolets im Vergleich - wer punktet wobei?

VW Golf Cabriolet, BMW 1er Cabrio und Peugeot 308cc. zum Video

Innen empfängt der 308 seine Gäste mit Premium-Charme, wie er schon lange bei deutschen Herstellern gepflegt wird. Allerdings hat es Peugeot mit dem Chrom-Schmuck fast schon etwas übertrieben (Schaltkulisse) und sorgen das dezente Scheppern beim Zuschlagen der Türen sowie die ein oder andere Detailschwäche in der Verarbeitung für einen qualitativ nicht ganz so hervorragenden Eindruck wie beim Golf.

Dank Touchscreen-Navi finden sich am Arbeitsplatz des Wolfsburgers zudem weniger Knöpfe und Schalter. Das Navisystem RNS 510 ist außerdem besonders intuitiv in seiner Bedienung, bei der Routeneingabe stürzte es allerdings mehrfach ab und blieb dann sogar längerfristig funktionsuntüchtig. Zwar etwas umständlicher in der Handhabung, hat sich das Peugeot-Pendant frei von Aussetzern als der zuverlässigere Wegweiser erwiesen. Hinsichtlich Platzangebot und Variabilität geben sich beide Probanden keine Blöße, sind auf segmentspezifisch höchstem Niveau und mit einer für alle Lebenslagen gut einsetzbaren Innenraum-Architektur gesegnet.

Es sind lediglich Kleinigkeiten, wie die nur mäßig gut ablesbaren Ziffernblätter der weiß hinterlegten Rundinstrumente, die umständlichere Tempomat-Bedienung oder die Spiegelungen in der Windschutzscheibe, die den guten Gesamteindruck beim 308 etwas trüben. Dafür ist der Ausblick nach oben einzigartig: Peugeot bietet optional ein besonders großes Glas-Panoramadach (410 Euro) mit elektrischem Rollo an. Für den Golf kann man nur ein klassisches Schiebedach ordern.

Kultivierter Selbstschalter

Angetreten sind beide Testkandidaten mit ihren jeweils sparsamsten Motoren. Hier wie dort sorgen 1,6er-Vier-Zylinder-Diesel für verhaltenen Durst bei dennoch ordentlichen Fahrleistungen. Während der mit einem manuellen Fünf-Gang-Getriebe kombinierte Selbstzünder im VW 105 PS mobilisiert, sind es bei Peugeot 112 PS, die über das automatisierte Sechs-Gang-Schaltgetriebe ESG6 an die Vorderräder gebracht werden. Gefühlt bremst das ihn ESG längsdynamisch zwar etwas aus, praktisch herrscht beim Sprint mit knapp über elf Sekunden jedoch Gleichstand und hängt der 308 mit 194 km/h den Golf am Ende sogar um fünf km/h ab.

Zwar kann man das Nicken beim Hochschalten aufgrund der deutlichen Zugkraftunterbrechungen als störend empfinden, doch ansonsten empfiehlt sich die Antriebseinheit im Peugeot als die bessere Wahl. Der Motor ist spürbar kultivierter, bietet einen kräftigeren Dieselpunch, nimmt dem Fahrer für einen bescheidenen Aufpreis von 600 Euro die Schaltarbeit ab und ist zudem noch sparsamer.

Theorie und Praxis

Der Peugeot ist in der 2011 eingeführten eHDi-Version angetreten, verfügt also serienmäßig über eine vorbildlich arbeitende Start-Stopp-Automatik, die dabei hilft, einige wenige Zehntelliter im Stadtverkehr bei Ampelstopps zu sparen.

Die Verbrauchsunterschiede sind bei den offiziellen Normwerten und auch in der Praxis gering: Der Golf wird mit 4,5, der Peugeot mit 4,2 Litern angegeben, praktisch haben wir den Franzosen allerdings mit 6,5 Litern und den Wolfsburger mit 6,6 Litern bewegt. Der Verbrauchsvorteil des 308 ist trotz Start-Stopp-Automatik also gering.

Unterschiedlich nuancierte Fahrwerke

Ebenfalls einen geringfügig besseren Eindruck hat das Peugeot-Fahrwerk beim Komfort hinterlassen. Der 308 zeichnet sich durch eine besonders gutmütige Abstimmung aus, die noch einiges von der guten französischen Gelassenheit vermittelt, zugleich aber auch gehobenen dynamischen Ansprüchen gerecht werden kann.

Wie auch der Golf, der allerdings nicht ganz so tolerant über Unebenheiten hinweg gleitet, dessen Lenkung bei forcierter Fahrweise dafür eine etwas präzisere Rückmeldung gibt und der nahe am Grenzbereich dem Fahrer ein besseres Gefühl dafür vermittelt, was er als nächstes machen wird. Als Besonderheit kann man zudem beim VW mit dem adaptiven Fahrwerk (knapp 1.000 Euro) auf Knopfdruck eine besonders dynamische Abstimmung abrufen, wirklich nötig ist diese Nettigkeit aber nicht.

308 deutlich günstiger

Beide Probanden begegnen sich bei diesem Tête-à-tête weitgehend auf Augenhöhe und der 308 kann den Sieg letztlich dank seiner Auspreisung einheimsen. 20.550 Euro kostet der 308 e-HDi 110 mit manuellem Getriebe, für einen vergleichbar motorisierten und fünftürigen Golf muss man rund 1.500 Euro mehr investieren. Darüber hinaus hat der 308 für nochmal rund 1.500 Euro mehr Ausstattung an Bord und summiert sich sein Preisvorteil beim Vergleich der Basisversionen auf insgesamt 3.000 Euro.

Mit dem empfehlenswerten ESG kostet der 308 e-HDi 110 22.600 Euro und bietet neben dem automatisch schaltenden Getriebe noch die umfangreichere Ausstattung Active. Ein Golf 1,6 TDI mit dem technisch überlegenem 7-Gang-DSG würde dann mit vergleichbarer Ausstattung locker 5.000 Euro mehr kosten. Insofern empfiehlt sich der 308 e-HDi 110 mit ESG in der Ausstattung Active als rundes und im Vergleich zum Golf preislich deutlich attraktiveres Paket.

Fazit Golf gegen Peugeot 308

Der Golf ist und bleibt der Liebling der Deutschen. Nach diesem Vergleich sind wir allerdings erstaunt, dass die hiesigen Autokäufer so einseitig auf ihren Wolfsburger Dauerbrenner setzen. Mit dem 308 e-HDi 110 haben wir einen Herausforderer aus Frankreich erlebt, der einiges besser kann und der außerdem noch deutlich günstiger ist. Bon Voyage!

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