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Porsche 911 gebraucht kaufen: Worauf Sie achten müssen

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Porsche 911 gebraucht kaufen

17.02.2012, 10:25 Uhr | Jürgen Schramek, mid

Porsche 911 gebraucht kaufen: Worauf Sie achten müssen. Porsche 911 als Gebrauchtwagen (Quelle: Hersteller)

Porsche 911 als Gebrauchtwagen (Quelle: Hersteller)

Der Porsche 911 ist und bleibt ein Traumwagen vieler Autofans. Die Sportwagen-Ikone fasziniert Männer, seit sie 1964 das Licht der Welt erblickt hat, und wird es in Zukunft auch weiterhin tun. Nur leisten können sich die wenigsten Elfer-Fans ihr Traumauto und versuchen ihr Glück mit einem Gebrauchtwagen. Doch es gibt einiges, worauf man achten sollte, wenn man einen Porsche 911 gebraucht kaufen möchte.

Fahrerisches Können gefragt

Einen Porsche 911 besitzen, möchten Viele. Aber was machen, wenn das nötige Kleingeld für einen neuen Sportwagen fehlt? Ganz einfach: einen Porsche 911 gebraucht kaufen – und da gibt es jede Menge auf dem Markt. Der klassische Elfer aus den Jahren von 1964 bis 1973 ist ab etwa 35.000 Euro zu finden. Diese Modelle sind allerdings nur für echte Fans geeignet und inzwischen rar geworden. Sie sind laut und hart, nicht einfach zu fahren. Und gerade mit ihrer ruppigen Kupplung sind die Modelle des Porsche 911 im normalen Stadtverkehr mehr nervend denn erfreuend.

Vorsicht vor Rost beim gebrauchten 911

Aufpassen sollte der Kunde beim Kauf auf Rost. Damals gab es noch keine verzinkten Karosserien, die Winter waren härter und es wurde erheblich mehr Salz gestreut. Somit konnte sich der Rost fast überall und in allen Varianten einnisten, Innenkotflügel gab es nicht. Ein weiterer Punkt, auf den der Kunde achten sollte, ist der Ölverlust des Motors, eine typische Elfer-Schwäche nicht nur aus dieser Zeit. Um diese gänzlich zu beseitigen, muss das Triebwerk zerlegt und völlig neu abgedichtet werden. Dafür werden beim Fachhändler schnell 10.000 Euro fällig. Wer ein gepflegtes Modell aus dieser Zeit findet, sollte keine Scheu haben, den Kauf zu tätigen. Der Wertzuwachs dieser Baureihe ist in den letzten Jahren besser als mit jeder anderen Geldanlage.

G-Modell steigt in Sammler-Gunst

Das sogenannte G-Modell des Porsche 911 wurde zwischen 1974 und 1989 gebaut, erkennbar an den Faltenbälgen zwischen Stoßfänger und Karosserie. Lange Zeit ungeliebt bei Porsche-Klassik-Freunden ist auch hier zunehmende Wertschätzung erkennbar. Besonders der erste Porsche 911 Turbo, aber auch der Speedster sind längst in gutem Zustand über 40.000 Euro wert. Gefragt sind auch die Vollcabrios, deren erste Fahrzeuge in Kürze 30 Jahre alt werden.

200.000 Kilometer – kein Problem

Ein großer Vorteil ist die Einführung der vollverzinkten Karosserie, die Rost nachhaltig unterbindet. Dennoch tritt die braune Pest auch hier auf, beispielsweise rund um die Lampentöpfe oder besonders nach Unfallschäden. Von hohen Fahrleistungen muss man sich indes weniger abschrecken lassen. Bei regelmäßiger Wartung sind 200.000 und mehr gefahrene Kilometer kein Grund, vom Kauf eines gebrauchten Porsche 911 Abstand zu nehmen.

Porsche 964 als günstige Alternative

Mit dem Modell 964 läutete Porsche im Jahr 1989 die Neuzeit für den Elfer ein. Rost war für die Fahrzeuge keinerlei Problem mehr, da die Karosserien mit feuerverzinkten Blechen versehen wurden. Und erstmals wurde der Heckmotor-Klassiker serienmäßig mit Servolenkung und ABS ausgerüstet. Der Porsche 964 ist eine eher günstige Variante beim Gebrauchtwagenkauf – allerdings auch die gefährlichste. Probleme im Bereich Antrieb, Motor und Kupplung ziehen oftmals teure Reparaturen nach sich. Hier sollte man also das Inspektionsheft genau ansehen und fragen, welche größeren Reparaturen schon angefallen sind. Immerhin gibt es hier sogar Angebote unter 20.000 Euro.

Porsche 993 zuverlässigste Baureihe

Das Nachfolgemodell 993 ab Baujahr 1993 gilt allgemein als das zuverlässigste Modell der Elfer-Baureihe. Er ist auch etwas besonderes, da er den letzten luftgekühlten Motor besitzt. Der 3,6-Liter-Boxer leistete 272 PS. In der Endphase ab 1995 bekam er eine Leistungsspritze auf 285 PS verpasst. Viele Fahrzeuge dieser Generation sind mit Allradantrieb und Automatik ausgerüstet. Wer Zeit hat und sucht, kann Fahrzeuge dieser Baureihe um 30.000 Euro finden.

996 mit Wasserkühlung

Das 996er-Modell, das ab Ende 1997 gefertigt wurde, bringt dem Verkäufer bei einem Alter von rund zehn Jahren und einer Laufleistung von 200.000 Kilometern noch um die 25.000 Euro. Dieser Preis ist auch für den Kunden ein überaus attraktives Angebot. Der 996 war zudem der erste Porsche 911, der statt mit Luftkühlung mit einer Wasserkühlung daher kam. Die bis zum Jahr 2001 produzierten Modelle konnten auf einen 3,4-Liter-Boxermotor mit 300 PS vertrauen.

Unter 30.000 Euro geht beim 996er fast nichts

Mit der Modellüberarbeitung im Herbst 2001 bekam der Elfer ein neues Triebwerk mit 0,2 Liter mehr Hubraum und eine Leistung von 320 PS. Für Modelle ab diesem Zeitraum liegen die Preise auch deutlich höher als bei den davor produzierten Fahrzeugen. Unter 30.000 Euro geht hier fast gar nichts. Außer auf die normalen Dinge, die bei jedem Gebrauchtwagenkauf zu beachten sind, hat der Interessent bei dieser 911-Generation lediglich auf die Simmeringe der Kurbelwelle zu achten. Sie können manchmal undicht sein.

Porsche 997 als aktuelles Modell

Der Porsche 997, der im Jahr 2004 auf den Markt kam, leistet 345 PS. Er ist das aktuellste Modell, das jetzt gerade vor der Ablösung steht. Es gibt ihn in einer Unmenge von Varianten, mit Allrad oder Heckantrieb, manuell oder sequentiell geschaltet, als Coupé oder Cabrio. Probleme gibt es auch mit den ersten, also rund acht Jahre alten Fahrzeugen nicht. Für ein Fahrzeug mit rund 100.000 Kilometern auf dem Tacho werden knapp unter 40.000 Euro fällig. Also etwas weniger als die Hälfte des Neupreises. Für jüngere Fahrzeuge klettern die Preise allerdings in riesigen Schritten nach oben.

Porsche steigen im Wert

Grundsätzlich kann mit man einem halbwegs gepflegten Modell nichts falsch machen und einen Porsche 911 gebraucht kaufen. Dennoch sollte trotz eines relativ günstigen Einstandspreises klar sein, dass Ersatzteile und Reparaturen richtig ins Geld gehen. Träume können mit dem "Elfer" auch in gebrauchter Form wahr werden. Und meistens ist die Investition nicht falsch angelegt, denn die Fahrzeuge steigen langsam, aber stetig im Wert.

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