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Chevrolet Camaro Test: Muscle-Car mit Burnout-Garantie

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Chevrolet Camaro  

Kracher mit Burnout-Garantie

17.02.2012, 11:15 Uhr | Press-Inform

Chevrolet Camaro Test: Muscle-Car mit Burnout-Garantie. Der Chevrolet Camaro ist als Coupé und als Cabrio erhältlich. (Quelle: Hersteller)

Der Chevrolet Camaro ist als Coupé und als Cabrio erhältlich. (Quelle: Hersteller)

Kompromisslos geht der Chevrolet Camaro zu Werke und schüchtert andere Autofahrer mit seinem donnernden V8-Sound und dem Geruch von verbrannten Gummi ein. Denn das Muscle-Car fordert regelrecht zum Burnout an der Ampel heraus. Dabei schluckt der Chevrolet Camaro aber mehr als ein alkoholkranker Promi und wackelt gerne mit dem Hintern. Der Camaro ist zwar konkurrenzlos günstig, aber ist er auch konkurrenzlos gut?

Die Baustellenampel auf der beschaulichen Landstraße steht auf Rot, da muss selbst der 432 PS starke Chevrolet Camaro warten. Doch in diesem Auto kann man einfach nicht anders: Der Fahrer greift zur Handbremse, der erste Gang ist eingelegt, per Knopfdruck werden ESP und Traktionskontrolle in den Urlaub geschickt. Sobald die Ampel auf Grün springt, ist Vollgas angesagt.

Für den Ampelstart gemacht

569 Newtonmeter Drehmoment fallen wie eine Horde Hunnen über die Hinterachse her, die Reifen drehen quietschend durch. Jetzt schnell die Handbremse lösen – der Chevrolet Camaro zuckt kurz mit dem Hinterteil und prescht los, während die dicken 275er Walzen schwarze Striemen auf dem Asphalt hinterlassen. Die Seitenscheibe ist natürlich heruntergefahren, damit man den donnernden V8-Sound und den Geruch verbrannten Gummis genießen kann.

Abgespeckter V8 für Europa

Der Chevrolet Camaro macht keine Kompromisse. Massiv und bullig wie ein Preisboxer steht der 4,83 Meter lange Wagen auf der Straße, der Grill mit den kleinen Scheinwerfern schickt seinen bösen Blick in jeden Rückspiegel. In 5,2 Sekunden rennt der Ami-Bolzen von 0 auf 100 km/h. Als Antrieb kommt in der Europa-Version nur der 6,2 Liter große V8 und nicht der in den USA ebenfalls erhältliche Sechszylinder unter die Haube. Der V8 geht mit seinen Spritvernichter-Qualitäten so ehrlich hausieren wie ein alkoholkranker Promi in einer Talkshow. Unter 13 Litern pro 100 Kilometer im Schnitt geht gar nichts, bei sportlicher Fahrweise ist eine 16 oder 18 vor dem Komma schnell erreicht.

Mehr Fahrspaß mit Handschaltung

Wer das Muscle-Car-Feeling voll auskosten will, sollte den handgeschalteten Chevrolet Camaro wählen. Die etwas knorrige Sechsgangbox ist nichts für zarte Hände, der Pilot muss ordentlich zupacken. Doch die knackig-kurzen Wege machen jeden Schaltvorgang bei forscher Gangart zum Vergnügen. Nicht dass man im Alltag viel schalten müsste – mit Hubraum und Drehmoment im Überfluss kann man auch in hohen Gängen entspannt dahingleiten, muss das Gaspedal nur streicheln

Zylinderabschaltung im Camaro inklusive

Die Sechsgang-Automatik wechselt die Gänge weich und ziemlich schnell, doch sie nimmt dem Camaro ein Stück Agilität. Mit Automat wird die Leistung des LS3-Motors von 432 PS auf 405 PS reduziert. Der gedrosselte L99-Motor steigert seine Effizienz mithilfe einer Zylinderabschaltung, vier Töpfe nehmen bei geringer Leistungsanforderung nicht an der Arbeit teil. Das soll laut Chevrolet den Durst von durchschnittlich 14,1 auf 13,1 Liter drücken. Der bollernde V8-Sound geht dabei aber außer bei Vollgas verloren, man erkauft sich das Komfort-Plus der Automatik mit einem niedrigeren Kribbel-Faktor.

Chevrolet Camaro neu abgestimmt

Chevrolet hat sein Muscle-Car für europäische Straßenverhältnisse mit diversen Änderungen versehen. So wurde der an der Hinterachse etwas überdämpfte Wagen unter anderem mit neuen Stabilisatoren und Lagern, anderen Dämpfern und Reifen sowie stärkeren Bremsen versehen. Das Ergebnis überzeugt, jedenfalls meistens. Der Chevrolet Camaro lenkt relativ zackig ein und wankt kaum in Kurven, federt gekonnt ab und steckt Bodenwellen gut weg. Trotzdem bleibt der 1,7 Tonnen schwere Amerikaner ein dicker Brocken und wackelt gern mit dem Hintern.

Cabrio nicht so sportlich wie das Coupé

Das Cabrio bringt sogar 1,9 Tonnen auf die Waage und fährt sich eine Spur behäbiger als das Coupé. Mit offenem Verdeck lässt es sich bis etwa 160 km/h gut aushalten, ohne dass die Frisur zerzaust. Die verwindungssteife Karosserie lässt kein Knirschen oder Knarzen vernehmen. Das Verdeck muss mit einem Handgriff entriegelt werden und braucht dann ziemlich lange, bis es sich elektrisch öffnet. Im Fond kann man auch als Erwachsener sitzen, wegen der geringen Kniefreiheit aber kaum auf langen Strecken. Wer es sportlicher mag, muss zum Tuner gehen: H&R legt das Chevrolet Camaro Cabrio mit einem neuen Federsatz drei Zentimeter tiefer.

Head-Up-Display in der Windschutzscheibe

Das Cockpit versprüht nicht gerade Premium-Flair und erschlägt den Piloten mit einer Flut winziger Schalter. Grobe Schnitzer gibt es aber nicht. Erwähnenswert ist das serienmäßige Head-Up-Display, das neben der Geschwindigkeit einen kleinen Drehzahlmesser in die Windschutzscheibe spiegelt.

Chevrolet Camaro konkurrenzlos günstig

Der Preis des Chevrolet Camaro (Coupé ab 38.990 Euro, Cabrio ab 43.990 Euro) ist in dieser Leistungsklasse konkurrenzlos. Zur üppigen Serienausstattung zählen unter anderem elektrisch verstellbare Ledersitze, Klimaanlage, CD-Radio, Tempomat, Xenon-Scheinwerfer und Einparkhilfe. Minuspunkt: Es gibt auch gegen Aufpreis weder moderne Assistenzsysteme noch Navigationssystem. Und noch ein Nachteil: Sowohl der Sechszylinder-Camaro als auch die Hochleistungsversion ZL1 sind für den deutschen Markt erst einmal nicht vorgesehen. Dennoch kann man sich mit dem Muscle-Car fühlen wie ein Filmstar, spielt der Chevrolet Camaro in der "Transformers"-Reihe eine wichtige Rolle.

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