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Die Schlange unter den Sportwagen

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Die Schlange unter den Sportwagen

26.09.2013, 14:59 Uhr | Thomas Lang, mid

Die Schlange unter den Sportwagen. Die ursprüngliche Shelby Cobra. (Quelle: Hersteller)

Die ursprüngliche Shelby Cobra. (Quelle: Hersteller)

Benzin lag dem Texaner Carroll Shelby im Blut. Schließlich feierte er als junger Mann selbst als Rennfahrer Triumphe. Um Ferrari mit einem amerikanischen Rennwagen in die Schranken zu weisen, gründete er 1962 seine eigene Autoschmiede. Dort baute der Motorfanatiker die legendäre Shelby Cobra, ein ursprünglich englischer Rennwagen mit kraftvollem Ford-Motor. Dank atemberaubender Fahrleistungen eroberte sie die amerikanischen Rennstrecken im Nu. Carroll Shelby ist 2012 im Alter von 89 Jahren in Dallas gestorben. Seine Cobra lebt weiter.

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Nachdem ab 1960 Ferrari den französischen Langstreckenklassiker mit den filigranen Zwölfzylindern dominierte, beschloss Shelby mit dem "American Way of Drive" dagegen zu halten. Die Kombination aus einem kleinen leichten Auto und einem dicken amerikanischen V8 sollte die Italiener das Fürchten lehren.

Leergewicht unter 800 Kilo

Durch seine aktive Zeit mit den englischen Sportwagen vertraut, wurde Caroll Shelby bei der Auswahl von Karosserie und Chassis in Großbritannien fündig. Seit 1953 hatte der 1911 gegründete Kleinserienhersteller AC aus Thames Ditton, einer kleinen Stadt östlich vor den Toren von London gelegen, den zweisitzigen Roadster "Ace" gebaut.

Das spartanische Auto mit seitlichen Steckscheiben und Notverdeck war mit Sechszylinder-Reihenmotoren zu haben, die zwischen 85 PS und 170 PS mobilisierten. Shelby überzeugte vor allem das Leergewicht von unter 800 Kilo.

Power ohne Lenkhilfe

Der Texaner implantierte, statt der antiquierten Sechszylinder, V8-Motoren von Ford mit 4,7 Liter Hubraum in die britischen Roadster und brachte das Ergebnis als "Shelby Cobra" auf Rennpisten und Straßen. Gerade im Rennbetrieb schieden sich die Männer von den Knaben hinterm hölzernen Volant, das ohne Lenkhilfe kontrolliert werden musste.

Power ohne Ende in Verbindung mit Fahrwerken, die noch die letzten Elemente des Kutschenbaus wie eine starre Achse im Heck hoch hielten, forderten furchtlose Fahrer, die nach ihren immer zahlreicher erfolgenden Siegen die Kränze oft mit blutenden Händen in die Höhe halten durften. >>

Von seiner Cobra baute Shelby 655 sogenannte "Small-Block-Versionen" mit 289 Kubikinch Hubraum, was 4,7 Litern entspricht. Zwischen 1965 und 1967 entstanden zudem 348 Cobras mit 427 Kubikinch (sieben Liter Hubraum), die bis zu 475 PS über ihre Hinterräder herfallen ließen.

Ford GT von Shelby entwickelt Auch für Ford war Shelby tätig: Er entwickelte den Ford GT, der mit seinen 7,4-Liter-Motoren zwischen 1966 und 1969 alles und jeden im Langstreckensport in Grund und Boden fuhr. In diesen Jahren schaffte Ford vier Triumphe hintereinander in Le Mans und die Weltmeisterschaft für Hersteller. Ford legte zudem gemeinsam mit Shelby Sonderserien des Mustangs auf. Die Zusammenarbeit begann 1965 mit bescheidenen 562 Exemplaren des "Shelby Mustang GT 350" in fünf Versionen. Statt der serienmäßigen 225 PS der 4,7-Liter Version des Coupés, mobilisierte die Shelby-Variante 306 PS. Shelby Mustang bleibt brachial

Bis 1970 entstanden schließlich 13.915 verschiedene Shelby Mustangs und 1003 originale Cobras. Danach trennten sich die Wege von Ford und Shelby. Der Herr der Cobras ließ von Hand noch einige Roadster aus Ersatzteilen bauen, weil die Nachfrage schnell hohe sechsstellige Preisangebote generierte. Im neuen Jahrtausend besann sich Ford wieder des alten Partners und involvierte Shelby in das Projekt des neuen GT, der zwischen 2003 und 2006 in einer Auflage von 4038 Einheiten entstand. Aktuelles Topmodell ist der Ford Mustang Shelby GT 1000 mit mindestens 950 PS, alternativ gibt es auch die schwächere Version GT 500 mit 622 PS Leistung.

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