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Nürburgring: 24 Stunden Adrenalin pur

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24 Stunden am Limit

26.04.2012, 09:48 Uhr | Benedikt Sauer, wanted.de

Nürburgring: 24 Stunden Adrenalin pur. Adrenalin pur am Nürburgring. (Quelle: Jochen Krumbach)

Adrenalin pur am Nürburgring. (Quelle: Jochen Krumbach)

Am 19. Mai startet das große 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring. Wir haben den Nordschleife-Profi Jochen Krumbach aus dem erfolgreichen Team Manthey-Racing gefragt, wie es sich anfühlt, mit dem Porsche 997 GT3-R so lange am Limit zu fahren. Außerdem haben wir eine Bildergalerie zum Renn-Event am Nürburgring.

Seit 20 Jahren fährt Jochen Krumbach schon auf der Nordschleife Rennen. Er kennt die Strecke bis ins kleinste Detail. Sein persönliches Highlight ist das 24-Stunden-Rennen, an dem er dieses Jahr gemeinsam mit drei weiteren Fahrern im Porsche 997 GT3-R für Manthey an den Start geht. Mehr als 700 Piloten und fast 200 Rennwagen wurden insgesamt angemeldet. Ein gigantisches Ereignis – und eine außergewöhnliche Herausforderung für Mensch und Maschine.

Knapp zweieinhalb Stunden muss Krumbach auf der Strecke durchweg 100 Prozent Leistung liefern, ehe er für mindestens zwei Stunden abgelöst wird. Eine verdammt lange Zeit, die mit vielen Extremen verbunden ist – körperlich wie auch psychisch. "Ich muss nonstop alles im Auge behalten", sagt Krumbach. "Die Instrumente, die Strecke und vor allem die anderen Fahrer, die unterschiedlicher nicht sein können." >>

Hier prallen Profis auf Amateure, die mitunter drei Minuten länger für eine Runde brauchen. Also müssen kontinuierlich langsamere Autos überholt werden. Die Schwierigkeit liegt darin, die Fahrer und die Leistung ihres Wagens richtig einzuschätzen, was auf die Schnelle und bei dem hohen Tempo eigentlich kaum zu bewerkstelligen ist.

Hierdurch passieren auch die meisten Unfälle, weiß Krumbach: "Die Anspannung ist bei nicht routinierten Fahrern enorm groß, was sich auch auf der Strecke bemerkbar macht. Da wird geblinkt, um dem hinteren Fahrer zu zeigen, wo man hin will, damit dieser überholen kann, und dann in die andere Richtung gefahren. Ein typisches Beispiel für die vielen kritischen Momente, auf die man in den 24 Stunden jederzeit treffen kann."

Aber auch der Körper wird extrem beansprucht. Vor allem die hohen G-Kräfte in den Kurven und die beständige Hitze von über 60 Grad im Cockpit machen den Fahrern mit der Zeit schwer zu schaffen. "Gegen die hohen Temperaturen kann man sich einigermaßen abhärten. >>

Ich trainiere zum Beispiel schon lange vor dem Rennen regelmäßig in voller Montur mit aufgedrehter Heizung auf einem Hometrainer. Das mag vielleicht dämlich aussehen, ist aber effektiv", sagt Krumbach.

"Anders ist das mit den starken Kräften, die während der Fahrt auf mich wirken. Dagegen kann man sich kaum schützen. Oft bekomme ich Krämpfe im Nacken. Dann lehne ich mich fest an den Sitz, um die Spannung etwas herauszunehmen. Alles in allem kann man aber sicher sein, dass einem nach den zweieinhalb Stunden Fahrt am Stück sämtliche Knochen wehtun. Gut, dass wir dafür einen sehr guten Physiotherapeuten im Team haben, der sich dann während meiner Pause um das Gröbste kümmert."

Die Gefahren bei Nacht Sobald die Dunkelheit hereinbricht, schalten die Fahrer ihr Licht ein. Bis zu sechs Lampen sind erlaubt (inklusive Fernlicht), da die Strecke nicht beleuchtet ist. "Normalerweise sollte man abblenden, sobald ein Auto vor einem auftaucht. Nur machen das die meisten Fahrer nicht, zumal man auch ständig mit Nebelbänken rechnen muss", erklärt Krumbach. "Man wird also eigentlich ständig geblendet, was die Konzentration zusätzlich erschwert. Um dem etwas entgegenzuwirken, haben wir die Heckscheibe bis auf eine kleine Fläche komplett abgeklebt und den Rückspiegel mit einer speziellen Folie abgedunkelt." Der Kampf mit der Müdigkeit

Auch wenn sich die Rennpiloten zwischen ihren Fahrten mehrere Stunden lang erholen können – so wirklich abschalten kann keiner. Schließlich will man ständig wissen, wie es um das Team steht. Die kritischste Phase für jeden Fahrer ist genau dann, wenn er merkt, dass die Konzentration nachlässt und sich Müdigkeit breit macht. Wenn Körper und Geist 24 Stunden lang auf Hochtouren fahren, kann so etwas schnell passieren.

Krumbach: "Vor allem bei Morgendämmerung wird man leicht müde. Aber das darf nicht passieren, denn Tricks gegen die Müdigkeit gibt es im Cockpit eigentlich nicht. Schon die kleinste Unkonzentriertheit kann zu fatalen Fehlern führen. Dann lieber direkt in die Box fahren."

Ängste dürfen nicht aufkommen

Mit 290 km/h donnert Krumbach im Porsche an der schnellsten Stelle über den Asphalt, fährt in Kurven stets am Limit und weiß, dass es hinter so mancher Leitplanke weit in die Tiefe geht. Doch Angst hat er nicht. "Das würde mich nur daran hindern, Höchstleistung zu geben. Man darf jedoch niemals den Respekt vor der Strecke verlieren, das ist mein persönliches Gebot. Und gerade auf der Nordschleife ist keine Runde wie die andere. Jede ist eine neue Herausforderung", sagt Krumbach.

"Klar, ich hatte schon mehrere Unfälle. Mein schwerster war 2008, als ich fast frontal mit 130 Sachen auf eine Leitplanke prallte und der Rennwagen direkt Feuer fing. Bei so etwas denkt man aber eher darüber nach, an was es gelegen hatte und versucht, aus den Fehlern zu lernen. Mir ist bewusst, dass der Rennsport gefährlich sein kann. Aber das hindert mich nicht daran, das Maximum aus mir und dem Wagen herauszuholen."

In diesem Jahr will es Jochen Krumbach gemeinsam mit dem Rest des Teams bis aufs Treppchen schaffen. Wir drücken die Daumen!

Tolle Eindrücke direkt aus dem Cockpit gibt's in unserem Video. Außerdem haben wir eine Bildergalerie zum Renn-Event am Nürburgring

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