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BMW-Coupé: BMW 503 war der Traumwagen der Wirtschaftwunderzeit

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BMW-Coupés: Sportwagen für die Schönen und Reichen

23.09.2013, 14:09 Uhr | wanted.de, mid

BMW-Coupé: BMW 503 war der Traumwagen der Wirtschaftwunderzeit. Die Geschichte der Coupés von BMW führt durch Höhen und Tiefen. (Quelle: Hersteller)

Die Geschichte der Coupés von BMW führt durch Höhen und Tiefen. (Quelle: Hersteller)

Die Marke BMW steht für sportliche Coupés, spätestens seit der BMW 503 zur Ikone des Wirtschaftswunders wurde. Mit rund 30.000 Mark war der schnittige Wagen damals nur für die Reichen und Schönen erschwinglich. Luxuriös und elegant waren auch die weiteren Sportwagenmodelle aus München. Ein kleiner Rückblick auf bayerische Coupé-Kunst.

Foto-Serie mit 14 Bildern

"Traumauto" nannten die Medien den BMW 328. Ein automobiler Stern am Himmel der Jahre 1937 bis 1939. Berühmtheit erlangte die magische Modellbezeichnung durch einen zweisitzigen Roadster, der mit einem Sechszylinder-Reihenmotor 80 PS mobilisierte. Das waren damals sensationelle Leistungsdaten. Zumal der Motor nur über zwei Liter Hubraum verfügte und als technische Sensation einen Zylinderkopf aus Leichtmetall erhalten hatte. Nur 462 Kunden wollten und konnten sich 7400 Reichsmark für einen BMW 328 leisten. Ein Arbeiter verdiente damals eine Mark in der Stunde.

Der 503 verführte die Reichen

1955 waren die Schrecken des Krieges noch frisch und die Baulücken durch Bombenzerstörungen in den deutschen Städten allgegenwärtig. Doch das Wirtschaftswunder hatte an Fahrt aufgenommen. Die Erfolgreichsten dieses Wunders verführte BMW ab 1955 mit dem BMW 503.

Ein 4,75 Meter langer Zweitürer, den Albrecht Graf von Goertz gezeichnet hatte, der zwei Jahre später mit dem Roadster BMW 507 Unsterblichkeit erlangte. Der BMW 503 verfügte über den ersten deutschen V8-Motor der Nachkriegszeit mit 140 PS. Rund 30.000 D-Mark waren 1955 für die Massen so unerreichbar, wie 7400 Reichsmark vor dem Krieg. Diesen knapp achtfachen Preis eines Käfer investierten zwischen 1956 und 1959 nur 412 Kunden.

Auf rund 600 Einheiten brachte es der 1961 vorgestellte Nachfolger BMW 3200 CS bis zum Produktionsende 1965. Das Design stammte vom italienischen Großmeister Nuccio Bertone, der dem 4,85 Meter langen Zweitürer den inoffiziellen Modellnamen gab. Der V8 war 160 PS stark.

Die exklusiven und teuren Coupés warfen aber auch ihre Schatten auf den Hersteller. Wegen der unausgewogenen Modellpalette aus Kleinstwagen wie der Isetta und Luxusmobilen mit Achtzylindermotoren war BMW Ende der Fünfziger des letzten Jahrhunderts ein finanzieller Pflegefall. >>

Nur der mutige Zugriff der Industriellenfamilie Quandt konnte den Automobilhersteller vor der Übernahme durch Mercedes und die Deutsche Bank bewahren und heilen.

Sportliche Coupés sichern Erfolg

Die "neue Klasse" ab 1962 rettete nicht nur die Marke, sondern begründete auch den Nimbus von der "Freude am Fahren", für die die modernen sportlichen Limousinen vom BMW 1500 bis zum BMW 2002 tii und BMW 2002 turbo standen. Die Basis bot auch Raum für eine eigene Coupé-Linie, die über den BMW 2000 CS ab 1968 zum BMW 3,0 CSi führte. Das elegante und sportliche Coupé verkörperte musterhaft alle Tugenden, für die die Marke inzwischen stand. Die Reihensechszylinder mit bis zu 3,2 Liter Hubraum leisteten bis zu 205 PS. Bis 1975 entstanden knapp 30.000 Exemplare, womit auch der kommerzielle Erfolg gesichert war. Und wenn sie besser gegen Rost geschützt gewesen wären, würden sie noch heute in großer Zahl leben.

Der Nachfolger debütierte 1975 zum ersten Mal unter der magischen dreistelligen Nummer mit der "6" am Anfang. Der erste "Sechser" war bislang der langlebigste und wohl auch beliebteste. 1978 kam der BMW 635i, der mit seinem famosen Reihensechszylinder die Baureihe bis zum Produktionsende prägte. Das Triebwerk mit Benzineinspritzung leistete 218 PS.

Die Wiederauferstehung des "Sechser"

Damit konnte der Zweitürer lässig gegen die rund 10.000 Mark teureren schwäbischen Konkurrenten wie den Porsche 928 und den Mercedes 450 SLC mithalten. Beim M 635 CSi standen mit dem Motor des BMW M1 sogar 286 PS zur Verfügung. Der übersprang nach der letzten Modellpflege 1987 mit 106.000 Mark erstmals die sechsstellige Preisschwelle. Nach dem Intermezzo der Achter-Reihe zwischen 1989 und 1999 kehrte BMW 2003 zur traditionellen Bezeichnung mit der "6" für die Coupés zurück.

Der BMW 850i mit seinem 300 PS starken V12 war mehr zweitürige Reiselimousine als sportliches Coupé gewesen. Die Wiederauferstehung des "Sechser" stammte aus der Feder des damals umstrittenen Designers Chris Bangles, dessen Kreationen sich vor allem durch einen unproportionierten Heckabschluss auszeichneten. Der versagte nicht zuletzt dem großen Münchner Coupé und der entsprechenden Cabrio-Version bis 2010 jenen Chic, der für einen Klassiker unverzichtbar ist. Den sportlichen Charakter demonstrierte die Baureihe mit den entsprechenden Motoren. Die Leistung gipfelte beim M6 bei 507 PS, die ein V10 mit fünf Liter Hubraum bereitstellte.

Neues Kapitel in der Geschichte der BMW-Coupés

Den aktuellen Sechser präsentierte BMW Anfang 2011 auf der Detroit Motorshow in den Vereinigten Staaten und begann im März mit dem Vertrieb in Deutschland. Erstmals erhielt das Cabriolet den Vortritt vor dem Coupé. Der knapp fünf Meter lange offene Viersitzer erhielt ein Motorenangebot aus einem Sechszylinder- und einem Achtzylinder-Benziner mit 320 Beziehungsweise 408 PS. Die Leistung des Diesels stieg auf 313 PS. Formal hat der aktuelle Sechser zu jener Eleganz zurückgefunden, die die großen Coupés von BMW so lange ausgezeichnet hatte. Im Herbst 2011 schob BMW die geschlossene Variante nach. Nach dem Erfolg, den Mercedes seit 2003 mit einem viertürigen Coupé CLS feierte, musste BMW mit einem entsprechenden Modell reagieren. Das "Gran Coupe" darf seitdem ein neues, eigenes Kapitel für die Geschichte der großen Coupés von BMW schreiben.

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