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Mazda3 vs. Ford Focus: Kompaktes Duell

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Ford Focus vs. Mazda3: Ende der Brüderlichkeit

17.05.2012, 10:44 Uhr | Mario Hommen, Autoscout24

Mazda3 vs. Ford Focus: Kompaktes Duell. Mazda3 tritt gegen Ford Focus an (Quelle: AutoScout24)

Mazda3 tritt gegen Ford Focus an (Quelle: AutoScout24)

Fords einstige Focus-Plattform C1 diente in den Nullerjahren auch den Golf-Konkurrenten von Volvo und Mazda als Technikbasis. Doch aus einstigen Kooperationspartnern sind nunmehr knallharte Konkurrenten geworden und der neue Focus darf sich wieder weitgehender Eigenständigkeit rühmen. Wie sehr dem Global-Kompakten sein Alleingang gut getan hat, zeigt ein Vergleich mit dem Ende 2011 technisch aufgefrischten Mazda3.

Ford Focus ist zehn Zentimeter kürzer

Von wegen kompakt: Mit 4,46 Meter Länge nimmt Mazdas 3 fast schon Tuchfühlung zu größeren Segmenten auf und auch der zehn Zentimeter kürzere Focus geht leicht über das Durchschnittsmaß für Kompakte hinaus. Ganz dem Trend folgend tragen beide dynamisch akzentuierte und mit vielen Lichtkanten und Sicken verzierte  Blechkleider. Wobei der Mazda etwas ausdrucksstärker und aggressiver daherkommt, während der Focus eleganter aber auch nüchterner auftritt.

Aufgeräumt gegen abwechslungsreich

Im Innenraum zeigt sich ein gegenteiliges Bild. Während der Japaner mit aufgeräumter Sachlichkeit fast schon bieder und stellenweise auch etwas billig anmutet, findet sich im Ford ein wesentlich abwechslungsreicheres Arrangement, das stilvoller und moderner wirkt. Vielleicht ist der wertige Oberflächenmix eine Spur zu abwechslungsreich und die vielen in die Mittelkonsole und ums Lenkrad geworfenen Schalter verlangen vom Fahrer etwas Eingewöhnungszeit, doch ist der Ford eindeutig wohnlicher. Ein Grund für das aufgeräumte Mazda-Cockpit ist der berührungsempfindliche Bildschirm des Multimedia-Navi-Alleskönners, der viele Schalter überflüssig macht.

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Focus kommt eleganter daher

Übertrieben hat es Mazda allerdings mit der Zahl der Displays, denn hier finden sich gleich vier im Armaturenbrett, während sich beim Ford zusätzlich zum großen Navibildschirm lediglich ein fein auflösendes Farbdisplay mit veränderbaren Anzeigemodi im Kombiinstrument befindet. Ebenfalls eleganter gelöst: Der Handbremshebel wurde im Focus platzsparend neben dem Gangwahlhebel platziert und nicht dahinter wie beim Mazda 3. Außerdem hat der Focus einen Motor-Startknopf, während beim schon leicht angestaubten Mazda-Interieur noch der klassische Schlüsseldreh angesagt ist.

Gleichstand beim Platz

Beim Platzangebot herrscht hingegen weitestgehend Gleichstand. Ob Kopf- oder Beinfreiheit – Erwachsene kommen vorne wie hinten in beiden Probanden entspannt unter, die Fondrückbänke sind sogar Drei-Personen-tauglich. Während im Normalzustand der Focus-Kofferraum mit 369 Liter den des Mazda noch um 29 Liter übertrumpft, passen hingegen in das klassisch erweiterbare Gepäckabteil des Mazdas mit 1360 über 200 Liter mehr als beim Ford hinein. Der Focus verschenkt Stauraum, weil bei ihm die Lehne der Rückbank nicht weit genug runter klappt. Dafür öffnet sich beim Focus die große Hecktür etwas weiter nach oben.

Ford holt 150 PS aus 1,6 Litern Hubraum

Unter den vorderen Klappen befinden sich recht potente Benzinmotoren mit sehr unterschiedlichen Charakteren. Beim Ford sorgt ein Ecoboost genannter Downsizing-Otto für ordentlich Druck, denn dank Turboaufladung und Direkteinspritzung mobilisiert das Aggregat bei lediglich 1,6 Liter Hubraum stolze 150 PS und 240 Newtonmeter; in einer Art Overboost sind zwischenzeitlich sogar 270 Newtonmeter möglich. Und damit geht es eindrucksvoll spritzig voran: 8,6 Sekunden dauert der Standardsprint, 210 km/h Spitze sind in Kombination mit dem locker flutschenden Sechs-Gang-Getriebe möglich. Besonders schön ist der schon früh anliegende, kraftvolle Punch des drehfreudigen Vierzylinders, bei allerdings recht zurückhaltender Akustik. Erst bei höheren Drehzahlen gesellt sich eine angenehm kernige Note hinzu. Komplett verstummt der Motor übrigens bei Ampelstopps, denn das serienmäßige Start-Stopp-System hilft hier beim Spritsparen.

Mazda: Zweiliter-Benziner mit ebenfalls 150 PS

Der Motor des Mazda3 hat ein deutlich anderes Naturell. Beim Vierzylinder setzt Mazda weiterhin auf Hubraum statt Aufladung und werden mit Unterstützung einer Direkteinspritzung aus den zwei Litern ebenfalls 150 PS geschöpft, während die maximal nur 191 Newtonmeter erst bei 4500 Touren anliegen. Wer also das volle Leistungspotenzial spüren will, muss reichlich Drehzahlen abrufen und erst dann hängt der Motor auch einigermaßen gierig am Gas. Doch insgesamt fährt der Japaner mit dem vergleichsweise rau laufenden Benziner dem Focus deutlich hinterher. 10,4 Sekunden braucht es für die Sprintdisziplin, bei 206 km/h endet der Vortrieb.

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Ford etwas sparsamer

Würden die schlechteren Fahrleistungen mit einem niedrigeren Verbrauch einhergehen, wäre der Mazda-Antrieb vielleicht eine interessante Alternative, doch auch hier schneidet der Japaner trotz seiner ebenfalls serienmäßigen Start-Stopp-Automatik schlechter ab: 6,7 Liter lautet die theoretische Ansage, die wir praktisch auf unseren Testfahrten auf 9,4 Liter getrieben haben. Beim Ford waren es statt der 6,0 dann 8,9 Liter.

Turbo gegen Sauger

Der hohe Expresszuschlag beim Focus ist auch dem Umstand geschuldet, dass uns der lustvolle Turbopunch immer wieder zu Vollgasattacken verführte und der Praxisverbrauch wohl deshalb ungleich höher angestiegen ist. Wer sich zügeln kann, dürfte mit dem Ecoboost-Triebwerk dem Normverbrauchswert wohl näher kommen als mit dem Saugbenziner im Mazda 3.

Angenehm leichtfüßig

Doch bereitet der Focus nicht nur längsdynamisch viel Freude, auch Kurvenfahrten lassen sich erstaunlich lustbetont angehen. Erstaunlich deshalb, weil der Unterbau gleichermaßen beim Komfort ein für die Insassen recht angenehmes Niveau bietet und lediglich bei kurzen Stößen der Unterbau etwas mitteilsamer wird. Klasse: Es bereitet überaus viel Laune, den spielerisch leicht beherrschbaren Ford mit Wucht in Biegungen zu werfen, der Wagen fährt sich angenehm leichtfüßig, lenkt stets spontan ein und bleibt trotz einer spürbaren Wankneigung stets gut beherrschbar.

Zackiger Mazda

Der Mazda3 wird seiner Rolle als Chefdynamiker in der Kompaktklasse auch in der neuesten Auflage gerecht. Allerdings weiterhin mit unfeinen Härten, die trotz einer softeren Abstimmung im Zuge des jüngsten Facelifts immer noch gelegentlich richtig nerven können. Mag sich der 3 auch noch so zackig und mit geringer Wankneigung ums Eck scheuchen, im Alltag dürften sich die meisten Autofahrer wohl ein homogeneres Setup wie das des Focus wünschen.

Mazda3 hat mehr in Serie

Dafür hält der Ford für den Kunden beim Kaufpreis einige Härten parat. Will man nämlich seinen Traum-Focus mit den vielen optionalen Extras aufrüsten, muss man für den mindestens 21.950 Euro teuren Ecoboost 150 noch einige tausend Euro mehr einplanen. Mazda ist mit gleichstarkem Benzinantrieb in der Anschaffung zwar nur um 60 Euro günstiger, bietet aber zusätzlich eine deutlich bessere Serienausstattung.

Beim Focus muss vieles extra bezahlt werden

In der von uns getesteten Version Edition sind zum Beispiel das Start-Stopp-System, elektrische Fensterheber hinten, Sitzheizungen vorne, eine beheizbare Frontscheibe, ein Drei-Speichen-Lederlenkrad, 17-Zoll-Alus, eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Licht- und Regensensor, ein Tempomat und ein Tote-Winkel-Warner zusätzlich dabei. Derartige Nettigkeiten treiben beim Focus den Preis noch um einige tausend Euro nach oben.

Viele Sicherheitssysteme zu haben

Andererseits bietet Ford für den Focus einige besonders attraktive Extras, die man für einen Mazda3 nicht ordern kann. Zu den Höhepunkten zählen die beiden sicherheitsrelevanten Assistenzsysteme Active City Stop und ein adativer Abstandstempomat. Während ersteres System aktiv das Fahrzeug bei einem drohendem Crash zum stehen bringt, hält der Abstandstempomat kontinuierlich den Abstand zum Vordermann und passt die Fahrzeuggeschwindigkeit darauf an. Bis vor kurzem waren solche feinen Extras noch höheren Fahrzeugklassen vorbehalten.

Sieg geht an den Ford Focus

Zwei entscheidende Punkte machen aus dem Ford Focus einen Siegertypen: Dank seines zugleich spitzigeren und effizienteren Antriebs und dem ausgewogeneren Fahrwerk hinterlässt er bei den wichtigsten Fahrerlebnis-Parametern einen spürbar besseren Eindruck. Und dann bietet sein Innenraum einen moderneren und wohnlicheren Schick.

Mazda punktet mit Optik und Ausstattung

Doch ist der Mazda3 damit keineswegs abgeschlagen, denn auch er kann einige gewichtige Argumente für sich geltend machen. So kommt das japanische Kompaktmodell optisch etwas frecher daher, bietet den größeren Maximal-Stauraum und der Käufer bekommt bei nahezu gleichem Basispreis deutlich mehr Ausstattung, für die man beim Focus einige tausend Euro mehr hinblättern müsste.

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