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Seat Mii: Das feuerrote Sparmobil

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Seat Mii im Autotest  

Das feuerrote Sparmobil

12.06.2012, 08:35 Uhr | , t-online.de

Seat Mii: Das feuerrote Sparmobil. Seat Mii Style 1,0 (Quelle: Hersteller)

Seat Mii Style 1,0 (Quelle: Hersteller)

Klein, flott, Seat Mii: Mit diesem Wägelchen hat der VW-Konzern einen Nachfolger für den Arosa geschaffen. Der Verzicht spielte im Lastenheft eine große Rolle - günstig ist der schick aussehende Kleinstwagen deshalb aber noch lange nicht.

Kleinstwagen mit großem Preis

Wir fuhren die knallrote Topversion "Style" mit 75 PS, inklusive Sport-, Sound- und Comfort-Paket sowie weiteren Extras wie Navigationsgerät und Tempomat. So summiert sich der Preis des 3,55 Meter kurzen Testwagens auf stolze 13.750 Euro. Exakt für diesen Preis bekommt man aber auch einen gut ausgestatteten Seat Ibiza SC Style mit 70 PS.

Sehr karger Innenraum

Beim Einsteigen erwartet der Tester dann also etwas mehr, als er schließlich geboten bekommt: Eine sehr aufgeräumte Armaturentafel mit Knöpfen im Neunziger-Jahre-Design und viel nacktes Blech schmeicheln dem verwöhntem Autotester-Auge natürlich nicht. Also erst einmal die große Tür schließen, was schon etwas Kraft erfordert, weil sie mit Nachdruck geschlossen werden will. Beim Anschnallen komme ich mir beim Dreitürer vor wie in einem Sportcoupé, muss mich verrenken und weit nach hinten greifen - aber in der Höhe verstellen lassen sich die Gurte auch nicht.

Lange Sparliste

Und da wäre ich bei der Sparliste des Kleinstwagens: Neben der zum Teil fehlenden Blechverkleidung hat der VW-Konzern auch an vielen weiteren Stellen gespart: Das Lenkrad ist nur in der Höhe verstellbar, auf der Mittelkonsole finden sich viele Blindstopfen; eine Schminkspiegel gibt es unbeleuchtet nur für den Beifahrer, auch der Kofferraum bleibt abends dunkel. Die Fensterheber funktionieren zwar elektrisch, aber es gibt auf der Fahrerseite nur den Knopf für das eigene Fenster - schnell mal durchlüften ist im Sommer also nahezu unmöglich. Zudem muss man beim Öffnen und Schließen den Knopf dauerhaft gedrückt halten. Tiefgaragen-Parker werden keine Freude daran haben. Nun kann man sich natürlich fragen, ob man das wirklich alles braucht - aber für so viel Geld müsste doch mehr drin sein?

Technische Daten Seat Mii 1,0

Motor1,0-Liter-Dreizylinder
Leistung75 PS
Drehmoment95 Nm
0-100 km/h14,4 s
Verbrauch / CO24,5 l / 105 g
Testverbrauch5,5 l
Preis ab9700 Euro


Kerniger Motor mit Dampf

Beim Losfahren kontrolliere ich nochmals die Fenster. Der Grund ist die einfache Dämmung, die einem das Gefühl vermittelt, das Fenster stünde offen. Fahrspaß stellt sich allerdings dann doch ein: Der kernige Motor mit drei Zylindern hängt trotz der nur 95 Newtonmeter Drehmoment subjektiv gut am Gas und das Fünfgang-Getriebe ist leicht zu schalten, auch wenn es etwas exakter sein könnte. Flott zieht man also seine Kreise durch die City. Die Wendigkeit und die gute Rundumsicht tun ein Übriges, um sich im Stadtverkehr wohl zu fühlen. Von der eingebauten Parkplatzgarantie ganz zu schweigen.

Komfortabler Cityflitzer

Dank des langen Radstands fährt es sich im Mii komfortabel. Es sitzt sich bequem und genug Platz ist auch vorhanden. Die gefühllose Lenkung ist bei höheren Geschwindigkeiten etwas nervös - wenn man diese mit dem kernig-dröhnig Motörchen mal erreicht hat. Witzig ist das auf der Mittelkonsole platzierte Navi, das auch als Bordcomputer fungiert.

Nicht einfach zu beladen

Abstriche muss man leider auch beim Kofferraum machen. Zwar stehen 251 Liter zur Verfügung, aber die Ladekante ist sehr hoch und die Öffnung sehr klein. Die Kofferraumabdeckung muss per Hand hochgeklappt werden. Beim Hineinwuchten der Getränkekisten spart man sich so immerhin die Kosten für das Fitnessstudio.

Fazit: weniger ist nicht immer mehr

Natürlich führt einem der Seat Mii vor Augen, wie viel Komfort und Extras wir in den meisten Autos inzwischen wie selbstverständlich mit uns herumfahren. So weit, so gut. Aber wenn ich schon auf all das verzichte, warum muss der Cityfloh dann so viel kosten? So wird der Verzicht jedenfalls teuer erkauft. Das ist schade, denn der Seat Mii ist ein sympathischer Stadtflitzer.

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