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Mercedes-Benz SLK 55 AMG Fahrbericht

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Underrated – Mercedes-Benz SLK 55 AMG im Fahrbericht

14.06.2012, 09:05 Uhr | Christian Sauer, wanted.de

Mercedes-Benz SLK 55 AMG Fahrbericht. Der SLK 55 AMG gehört mit seinen 4,13 m Länge eher zu den kompakten Roadstern.  (Quelle: Hersteller)

Der SLK 55 AMG gehört mit seinen 4,13 m Länge eher zu den kompakten Roadstern. (Quelle: Hersteller)

Der kompakte SLK steht oft im Schatten seines großen Bruders SL – zu Unrecht – meint Christian Sauer, der für wanted.de die 422 PS starke AMG-Version testete. Einen Eindruck des Mercedes-Benz SLK 55 AMG bekommen Sie in unserer Foto-Show.

Wow, der legt ja richtig los, denken wohl nicht nur wir im Cockpit, als der V8 per Schlüsseldreh zum Leben erwacht. Auch der Außenwelt verkünden die vier Endrohre am Heck lautstark von der immensen Kraft des nur 4,13 Meter kurzen Roadsters mit der langen Motorhaube. Dass sich darunter ein Achtzylinder mit 5,5 Liter Hubraum breit macht, zeigen nicht nur entsprechende Schriftzüge, sondern auch spezielle Karosseriedetails. Die sind, wie die optionalen 18 Zöller unseres Testwagens, aus dem AMG "Performance Studio" in schwarz gehalten.

Verschiedene Packages wählbar

Ebenfalls bei der Veredelungsabteilung in Affalterbach gegen Aufpreis bestellbar sind das AMG "Driver’s Package" inklusive Freischaltung der Höchstgeschwindigkeit auf 280 km/h und Teilnahme an einem Fahrtraining, sowie dem AMG "Handling Package". Darin sind Hochleistungs-Stopper mit Verbundbremsscheiben vorne,

ein Performance-Fahrwerk und ein Hinterachs-Sperrdifferenzial enthalten. Dementsprechend hochgerüstet lassen sich beispielsweise auf der Nordschleife schnelle Runden drehen, aber dafür gibt es auch andere Sportwagen, die das vielleicht noch besser und schneller können als der Roadster mit dem Stern. Zur Rennstrecke wollten wir heute sowieso nicht und haben uns stattdessen eine abgelegene Bergstraße rausgesucht, auf der frische Luft und viele Kehren warten.

Selbst wenn das feste Klappdach mit dem gläsernen Mittelteil, das sich per Knopfdruck von dunkelblau getönt auf durchsichtig stellen lässt und ein wenig Sonne ins Cockpit hinein holt, ziehen wir bei 30 Grad doch lieber echtes Open-Air-Feeling vor – also Dach auf! In weniger als 20 Sekunden fallen beim Roadster die Hüllen. Da sich während des immer noch und immer wieder sehenswerten Vorganges das Kennzeichen für wenige Sekunden den Blicken entzieht, ist der Striptease gesetzlich bedingt nur im Stand möglich. >>

Schade, aber immerhin bleibt auch bei offenem Verdeck genügend Stauraum für einen Wochenendtrip zu zweit, und wer zeitweise doch auf Frischluft verzichten kann, bekommt sogar seinen Wocheneinkauf im Gepäckabteil unter. Uns reicht es selbst offen allemal, genauso wie das Platzangebot im Innenraum. Zu groß sollten Fahrer oder Beifahrer allerdings nicht sein, ansonsten stoßen sie im "SLK" mit seiner kompakten Bauart an ihre, beziehungsweise an seine Grenzen. Doch genau diese überschaubaren Dimensionen machen auch seinen ganz eigenen Reiz aus.

Das merken wir schon kurz nach dem Start bei der Flucht aus dem Großstadtdschungel, durch den wir uns mit dem derzeit kompaktesten aller AMG-Modelle zackig und wendig kämpfen. Die gute Übersichtlichkeit und das unaufgeregte Fahrverhalten machen es uns im Komfort-Modus einfach, relaxt im dichten Verkehr mitzuschwimmen und dennoch genügend Kraftreserven zu haben. Während die Start-Stop-Automatik selbst bei einem sportlichen V8 keine Besonderheit mehr darstellt, ist eine Zylinderabschaltung (derzeit noch) sehr selten.

Durchschnittlicher Verbrauch liegt bei 8,4 Litern

Wenn, wie in der City, nicht die volle Leistung abgerufen wird, lässt das AMG "Cylinder Management" kaum spürbar vier der acht Zylinder pausieren, um sie bei Bedarf ohne nennenswerte Verzögerung wieder dazu zu holen. Das hilft Kraftstoff zu sparen – Mercedes verspricht im Schnitt nur 8,4 Liter auf 100 km/h – in unserem Test schafften wir es selbst bei langsamer Fahrt allerdings nicht unter elf Liter. Daran konnte auch das AMG Speedshift-Automatikgetriebe mit sieben Gängen nichts ändern, obwohl es oft sehr früh hoch schaltet und uns untertourig mit unter 2000 Umdrehungen dahin rollen lässt. Was in Sachen Verbrauchssenkung von Vorteil ist, erweist sich für das subjektive Fahrgefühl eher als Nachteil, denn anders als bei den modernen Turbomotoren ist beim 5,5 Liter großen Saugmotor des "SLK 55 AMG" im Drehzahlkeller nicht viel los und vom einstigen Klangwunder zu Beginn ist kaum etwas mehr zu hören.

Der Power-Roadster braucht Drehzahlen und die bekommt er nun in freier Wildbahn auf der Landstraße. Mit etwas Nachdruck dreht der V8-Sauger in Richtung 4500 Touren, wo das maximale Drehmoment von 540 Nm anliegt. Weiter hart am Gas legt der AMG im Sportmodus rasant an Geschwindigkeit und akustisch mächtig zu. Das nicht überhörbare Donnern ist kein Zeichen für einen bevorstehenden Wetterwechsel, sondern ein Indiz dafür, dass wir uns den Bergen und zugleich dem Gipfel der Leistungskurve bei 6800 Umdrehungen nähern. Im überwiegend hochwertig gestalteten Cockpit verzichten die übersichtlichen Instrumente auf digitale Spielereien und versprechen dafür wenig Ablenkung und das ist auch gut so, denn wir fliegen regelrecht die steile Straße hinauf. In der ersten Kehre können Bremsen und Fahrwerk jetzt zeigen, was sie können.

Reizvolle Alternative zum großen Bruder SL

Selbst ohne das AMG "Handling Package" überzeugt der SLK in seiner stärksten Variante mit der Leistung angemessenen Verzögerungswerten, während die Automatik passend dazu mit Zwischengas zwei Gänge runter schaltet und damit das ganze Tal zum Beben bringt. Im deaktivierten Zustand des dreistufigen ESP lassen sich mit den 285ern an der Hinterachse nicht nur nachhaltige Spuren, sondern auch sehenswerte Drifts auf den Asphalt zaubern. Der "Sport Handling Mode" mit elektronischem Rettungsanker im Notfall bietet unserer Meinung nach den besten Kompromiss zwischen Sicherheit und Dynamik, während der Verzicht auf ein adaptives Fahrwerk sich in den engen Serpentinen auch nicht als Nachteil herausstellt.

Doch wer gern cruist und eine Sänfte erwartet, ist mit dem "SLK 55 AMG" schlecht beraten. Dafür verwöhnt der Roadster dank des transparenten Windschotts Airguide und der genialen Airscarf-Nackenheizung bei frischen Temperaturen mit wohliger Wärme. Nicht nur diese beiden Features, sondern vor allem einer der letzten V8-Saugmotoren machen den kompakten Roadster einmalig und zur reizvollen Alternative zum großen Bruder SL – aber auch zu Porsche & Co. Preislich ist er mit mindestens 72.590 Euro und sehr langer Aufpreisliste leider ebenso auf deren Niveau.

Bilder zum SLK 55 AMG bekommen Sie in unserer Foto-Show.

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