Startseite
Sie sind hier: Home > Auto > Fahrberichte >

Vergleichstest: BMW 116d vs. Volvo V40 D2: Weißwurst oder Knäckebrot

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

BMW 116d vs. Volvo V40 D2: Weißwurst oder Knäckebrot

18.07.2012, 17:55 Uhr | Autoscout 24, Michael Gebhardt, Autoscout24

Vergleichstest: BMW 116d vs. Volvo V40 D2: Weißwurst oder Knäckebrot. BMW 116d vs. Volvo V40 D2 (Quelle: Autoscout24)

BMW 116d vs. Volvo V40 D2 (Quelle: Autoscout24)

Gleich drei neue Premiumkompakte feierten auf dem Genfer Auto Salon im Frühjahr 2012 ihre Premiere und haben damit das Angebot im Segment verdoppelt. Teilten früher Audi A3 und BMW 1er den Kuchen unter sich auf, buhlen nun auch die neue Mercedes-Benz A-Klasse und der Volvo V40 um die Gunst der zahlungswilligen Kundschaft. Wir haben den neuen Schweden gegen den Altmeister aus München antreten lassen.

Nur wenige Zentimeter ist der 4,37 Meter lange Volvo in alle drei Dimensionen größer als der 1er BMW und doch wirkt der V40 größer, wuchtiger und trotzdem dynamischer als der Münchner Kompakte, bei dem in zweiter Generation die Proportionen immer noch nicht so recht stimmen wollen.

Doch geht das Design beim Volvo zu Lasten des Platzangebots: Der Schwede ist nicht geräumiger als der BMW und beim Kofferraumvolumen hat der 1er mit besser beladbaren 350 Litern sogar die Schnauze vor dem 335 Liter fassenden Gepäckabteil des V40. Bei umgeklappter Rückbank bietet der V40 dagegen mit 1408 Liter fast 100 Liter mehr Platz.

Gute Qualität

Bei der Innenraumgestaltung setzt Volvo im neuen V40 auf die schwebende Mittelkonsole; den schwer zugänglichen Ablageplatz dahinter dürfte aber kaum jemand nutzen. Da sind die Fächer zwischen Mittelkonsole und Schalthebel im BMW besser geeignet um Kleinkram aufzunehmen. Dafür ist der Gangwähler im Volvo beleuchtet und die optional nur noch als Display ausgeführten Instrumente können individuell angepasst werden; im Einser gibt es klassische Rundinstrumente.

Qualitativ liegen die beiden Kompakten auf hohem Niveau, der Volvo ist aber noch präziser verarbeitet und glänzt mit den edleren Materialen. Die Bedienung ist gleichermaßen simpel und beide verfügen über einen großen Bildschirm für Radio, Navigation und weitere Funktionen; allerdings ist das iDrive-System von BMW mit Drehschalter auf dem Mitteltunnel kaum zu schlagen.

Gleiche stark, nicht gleich schnell

Zum Vergleich traten die beiden rund 1,4 Tonnen schweren Einstiegsdiesel an, die mit 115 PS (Volvo) beziehungsweise 116 PS (BMW) nahezu gleiche Leistung bereitstellen. Erstaunlicherweise entwickelt das mit zwei Litern größerer Triebwerk im 116d nur 260 Newtonmeter und damit zehn weniger als der 1,6-Liter-Vierzylinder im Volvo. Noch erstaunlicher aber, dass sich der Schwede diesen Vorteil nicht zu Nutze machen kann. Im Gegenteil: Den Standardsprint erledigt der BMW in 10,3 Sekunden und damit exakt zwei lange Sekunden schneller als der V40 und läuft diesem auch auf der Autobahn mit 200 gegenüber 190 km/h davon.

Seinen Vorsprung schafft sich der 1er mit einer spürbar direkteren Gasannahme und einem sportlicher abgestuften Sechsgang-Getriebe. Der Volvo wirkt insgesamt verhaltener und weniger auf Sportlichkeit, denn auf Energieeffizienz optimiert. Das wiederum spiegelt auch der Normverbrauch wieder: Mit nur 3,6 Litern nimmt sich der Schwede auf dem EU-Prüfstand deutlich weniger Diesel als der BMW, der auf 100 Kilometer mindestens 4,3 Liter verbrennt.

Da nützt dem BMW auch sein per Tastendruck anwählbarer Eco-Pro-Modus nichts, der auch den Münchner aufs Spritsparen trimmen soll und zwischen den Instrumenten anzeigt, wie viele zusätzliche Kilometer Reichweite man durch Nutzen dieser Betriebsart schon dazugewonnen hat.

Mehr Komfort im Volvo

Am anderen Ende des sogenannten Fahrerlebnisschalters wartet übrigens der Sportmodus, der je nach Ausstattung Einfluss auf Motor, Getriebe, Lenkung und Dämpfer nimmt. Beim Volvo hingegen lässt sich maximal die Lenkraftunterstützung einstellen, beim Rest müssen die Käufer mit dem Standard-Setup vorliebnehmen, was allerdings den meisten leicht fallen dürfte.

Der Volvo zeigt sich betont sportlich, ohne zu hart zu sein. Der BMW wirkt zwar straffer und steifer und bietet dem Fahrer den direkteren Kontakt zur Straße, reicht aber gerade mit der Hinterachse Unebenheiten im Asphalt gerne an die Passagiere weiter.

BMW mit Dynamik-Trumpf

Allerdings hat der Münchner noch einen weiteren Dynamik-Trumpf im Ärmel: seinen Heckantrieb. Während im Volvo die Vorderräder sowohl die Längs- als auch die Querbeschleunigung auf den Asphalt übertragen müssen, teilt der BMW die beiden Aufgaben zwischen den Achsen auf. So lassen sich Kurven noch sportlicher nehmen und das ESP muss kaum gegen Untersteuerungstendenzen ankämpfen; allerdings zeigt sich auch der Volvo lange Zeit sehr neutral, ehe er beginnt sachte über die Vorderräder zu schieben.

Im Alltagseinsatz dürften den meisten Fahrern die Unterschiede nicht besonders auffallen, zumal die Kraft der Einstiegsmotoren nicht so hoch ist, dass sie beim Volvo unschöne Einflüsse auf die Lenkung ausüben würden. Unabhängig davon ist die Volvo-Lenkung aber nicht so direkt wie die des Einsers.

Sicherheits-Plus beim Volvo

Preislich unterscheiden sich die beiden Modelle um knapp eintausend Euro, wobei der Volvo mit 24.980 Euro der Günstigere ist. Die Basisausstattung ist nahezu identisch und umfasst beiderseits elektrische Fensterheber und ein CD-Radio mit Aux-Eingang; im BMW gibt es zudem eine manuelle Klimaanlage während sich der V40 mit seiner serienmäßigen Klimaautomatik einen weiteren Preisvorteil in Höhe von 700 Euro verschafft. Ein optional für den 1er zur Verfügung stehendes Automatikgetriebe gibt es beim D2-Volvo hingegen nicht.

Abgesehen davon lassen sich beide reichlich mit Sonderausstattung bestücken, nicht zuletzt mit Fahrerassistenzsystemen und Sicherheitsextras, wobei vor allem das grell-rote Licht, dass im V40 hinter dem Lenkrad davor warnt, dass man zu dicht auffährt, im Stadtverkehr schnell nervig werden kann. Sehr sinnvoll dagegen ist der Fußgänger-Airbag, der sich im Falle eines drohenden Crashs mit einem Passanten über die A-Säulen und einen Teil der Windschutzscheibe entfaltet und so den Aufprall abfangen soll; das hat der Volvo dem BMW voraus.

Fazit

Die etablierten Premium-Kompakten müssen sich warm anziehen, denn mit dem Volvo weht ihnen kalter Wind aus dem Norden entgegen. In Sachen Qualität und Materialauswahl hat der V40 den 1er BMW übertroffen, optisch ist der Schwede auf jeden Fall extravaganter als der Münchner und sparsamer ist sein Einstiegsdiesel auch noch.

Allerdings ist das BMW-Basis-Aggreagat trotz gleicher Leistung spürbar spritziger und der 1er absolviert den Standardsprint ganze zwei Sekunden schneller als der Volvo. Außerdem wirkt der Münchner insgesamt ein wenig straffer und fahrdynamischer. Nichtsdestotrotz hat auch der Volvo - ganz ohne adaptives Fahrwerk - sportliche Qualitäten und bietet dazu noch den höheren Fahrkomfort. Und in der Basis ist er rund 1000 Euro günstiger bei besserer Ausstattung.

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Amateur am Werk 
Ungeschickter Bauarbeiter löst Kettenreaktion aus

Es kommt wie es kommen muss. Zum Glück kam der Mann noch einmal glimpflich davon. Video

Anzeige
AnzeigeGebrauchtwagensuche
Welcher ist Ihr nächster?

Finden Sie hier Ihren neuen Gebrauchten:

 


Anzeige
shopping-portal