02.01.2013, 13:13 Uhr | Press-Inform
Extravagantes Design, Technologie und Komfort. Mit diesen Werten verbindet Citroën seinen DS5. Die Mittelklasse-Limousine als 165-PS-Diesel im Praxistest.
Wer durch die weit öffnenden Türen vorne einsteigt, der nimmt Platz in einem geräumigen und bequemen Reisewagen. Die griffigen und körpergerecht geformten Sitze lassen sich vielfach elektrisch verstellen, die Sitzfläche manuell verlängern. Gegen Aufpreis gibt es auch eine Massagefunktion. Das griffige Lenkrad ist in Tiefe und Neigung verstellbar. Die breite Mittelkonsole mit Panamera-Dimensionen ist Geschmackssache.
Was nervt, ist die Vielzahl der Knöpfe und ihre Platzierung. Auf der Mittelkonsole etwa sind auch die Schalter für die Fensterheber untergebracht. Um fehlerfrei die Tasten im Dachhimmel zu bedienen, muss man schon genauer hinsehen. Kaum läuft der Motor, schwingt ein Headup-Display ins Sichtfeld des Fahrers, das gut ablesbar die Geschwindigkeit anzeigt, etwaige Einstellungen des Tempomaten und Navigationspfeile.
Hinten finden zwei erwachsene Passagiere bequem Platz, wenn auch die Sitze nicht ganz so körpergerecht ausgeformt sind wie vorne. Durch das abfallende Dach allerdings ist die Kopffreiheit hinten geringer. Wenig überzeugen konnte die Zweizonen-Klimaautomatik, die lange braucht, bis sie das Wageninnere auf eine angenehme Temperatur bringt. Und noch weniger die Sitzheizung, deren Wirkung so gut wie gar nicht zu spüren war - ganz davon abgesehen, dass deren Einstellrad am Sitz selbst nur fummelig zu bedienen ist.
Die Sicht vom Fahrersitz ist eher durchschnittlich. Hinten heraus sorgt das relativ kleine Heckfenster für einen eingeschränkten Blickwinkel. Die optionale Einparkhilfe oder besser noch die Rückfahrkamera sind also keinesfalls überflüssiger Luxus. Für gute Sicht bei Nacht sorgen Bi-Xenonscheinwerfer mit Kurvenlicht und die Nebelscheinwerfer mit Abbiegefunktion. Die LED-Tagfahrleuchten sind in die Hauptscheinwerfer integriert. Ob man das Aufgeld für den Fernlichtassistenten anlegen sollte, ist Ansichtssache: Beim Praxistest funktionierte das selbstständige Abblenden bei noch weit entferntem Gegenverkehr nicht immer. Als menschlicher Fahrer hätte man oft deutlich früher abgeblendet.
Der DS5 ist kein Kombi. Immerhin fällt die Zuladung mit 480 Kilogramm ganz ordentlich aus. Der Laderaum fasst 468 Liter. Wer im DS5 mehr Stauraum braucht, der kann die asymmetrisch geteilte Rückbank ohne allzu großen Kraftaufwand umklappen und bekommt so bis zu 1288 Liter Laderaum. Allerdings ist die Ladefläche an den geklappten Lehnen nicht ganz eben. Die Heckklappe öffnet per Knopfdruck, schwingt aber nicht automatisch auf. Das ist umso ärgerlicher, als dass es auch keinen Griff gibt, um sie aufzuziehen.
Der Dieselmotor unter der Fronthaube ist ein alter Bekannter aus dem PSA-Konzernregal. Vibrationen oder nerviges Nageln sind allenfalls kurze Zeit nach dem Kaltstart zu merken. Mit seinen 165 PS und einem maximalen Drehmoment von 340 Newtonmeter sorgt er in dem 1,7 Tonnen schweren DS5 für ordentliche Fahrleistungen. In 8,8 Sekunden bringt er ihn aus dem Stand auf Tempo 100, bei 215 km/h ist die Höchstgeschwindigkeit erreicht.
Auch innen ist von dem Selbstzünder wenig zu hören, erst deutlich jenseits der 140 km/h wird es lauter. Das handgeschaltete Sechsgang-Getriebe mit seinen kurzen Schaltwegen passt gut zum Motor. Es ist präzise geführt und zeigt über eine Schaltpunktanzeige im Tacho an, wann der nächste Gang fällig wäre. Offiziell gibt Citroën für den 165-PS-DS5 einen Normverbrauch von 4,9 Litern Diesel auf 100 Kilometern an. Im Praxistest lag er gerade mal einen guten halben Liter darüber.
Die Abstimmung der Federung ist für einen Citroën DS erstaunlich straff. Der Geradeauslauf ist präzise, Antriebskräfte an den Vorderrädern sind kaum spürbar. Die Traktionskontrolle hilft zur Not auf wenig griffiger Fahrbahn mit. Das Fahrverhalten ist durchweg sehr sicher ausgelegt, die Assistenzsysteme greifen zuverlässig und bereits relativ früh ein. Die Lenkung reagiert präzise, könnte aber ein wenig mehr Direktheit durchaus vertragen.
Der getestete HDi 165 ist ab 31.490 Euro zu haben, auch dann schon mit einer sehr ordentlichen Serienausstattung. Wer ihn in der empfehlenswert kompletten Ausstattungslinie SportChic ordert, ist aber auch schon 38.190 Euro los.
Quelle: Press-Inform
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