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Opel Adam vs. Fiat Panda - Knutschkugel contra Kultkasten

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Knutschkugel contra Kultkasten  

Opel Adam vs. Fiat Panda

19.04.2013, 12:58 Uhr | Michael Gebhardt, Autoscout24

Opel Adam vs. Fiat Panda - Knutschkugel contra Kultkasten. Schick oder günstig: Opel Adam tritt gegen Fiat Panda an (Quelle: Autoscout24)

Opel Adam gegen Fiat Panda (Quelle: Autoscout24)

Opel Adam gegen Fiat Panda - da trifft ein schicker Kleinwagen auf eine kantige Kultkiste. Im Vergleichstest muss der neue Opel-Blitz beweisen, ob er auch gegen praktische Autos wie den Fiat mithalten kann.

Opel Adam: Hoffnungsträger

Ein Kleinwagen soll, mit Unterstützung des Kompakt-SUV Mokka und des offenen Cascada, den Opel-Karren aus dem Dreck ziehen. Viele Hoffnungen des krisenerprobten Konzerns lasten derzeit auf den Schultern des Adams. Eins ist sicher: Mit seinem schicken Äußeren mischt er das A-Segment auf. Doch reicht das? Wir haben ihn einem gegenübergestellt, dessen Trumpf genau das Gegenteil ist.

Fiat Panda mit runden Ecken

Eine Schönheit ist der Fiat Panda sicher nicht, auch wenn er sich im Laufe seiner über 30-jährigen Geschichte durchaus gemausert hat, und nun zumindest mit rundgelutschten Ecken recht ansehnlich daher kommt. Dass er keine Lifestyle-Gene in sich trägt, scheint kein Nachteil zu sein. Rund sechseinhalb Millionen Menschen haben sich in den vergangen drei Dekaden für den Panda entschieden. Und damit ist er für Fiat das, was der Adam für Opel werden soll: eine wichtige Absatzstütze.

Opel ist "Made in Germany"

Dabei helfen könnte dem Adam unter anderem seine Herkunft. Denn der in Eisenach gefertigte Corsa-Ableger ist der einzige in Deutschland gebaute Klein(st)wagen. Entwickelt wurde er darüber hinaus in Rüsselsheim, dürfte also zurecht das sicher verkaufsfördernde Siegel "Made in Germany" tragen. Wirklich zu Nutze macht sich das Opel allerdings nicht; ausgerechnet beim Namen verweigert man sich des Deutschen und betont, dass der Adam nicht Adam sondern Ädäm heißt. Wir sagen trotzdem Adam.

Trendige Optik beim Adam

Was man aus 3,70 Metern Auto alles machen kann, offenbart unser Vergleich. Opel hat eine durchgestylte Knutschkugel auf die Räder gestellt, mit nur zwei Türen, dafür zahlreichen Kanten, Knicken und Schwüngen, die das Auge des Betrachters festhalten sollen. Ein trendiger, selbstbewusster Zwerg ist der Adam geworden, der sich nicht hinter Klassenschönheiten wie Mini oder Citroën DS3 verstecken braucht.

Selbstbewusste Kanten beim Panda

Der nur fünf Zentimeter kürzere Fiat Panda kommt als Kultkasten daher, der gleich auf den ersten Blick zeigt, dass ihm innere Werte wichtiger sind als Äußerlichkeiten. Der Italiener hat zwei Türen mehr, baut sieben Zentimeter höher und setzt auf gerade Linien und kubische Formen. Und genau darin steckt sein größter Trumpf: Der Panda ist ein kleines Raumwunder.

Viel Platz im Kultkasten

225 Liter gehen immer in seinen Kofferraum, der dank großer, weit öffnender Klappe und niedriger Ladekante einfach zu beladen ist. Ordert man ihn als Vier- statt Fünfsitzer, kann man eine längsverschiebbare Rückbank bestellen, die, wenn ganz nach vorne gerückt, noch einmal 35 Liter Stauraum frei gibt. Umgeklappt (standardmäßig am Stück und nicht geteilt) stehen sogar 870 Liter zur Verfügung und legt man noch die Beifahrersitzlehne flach, ist auch das Ikea-Regal kein Problem mehr.

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Im Opel ist es eng

Wer mit dem Adam zum Möbelkauf fährt, sollte auf jeden Fall den Lieferservice im Budget einplanen. Denn außer ein paar der obligatorischen Teelicht-Beutel passt nicht viel in den Kofferraum des Rüsselsheimers. 170 Liter sollen reingehen, die allerdings nur durch eine recht schmale, flache Öffnung und eine hohe Kante erreichbar sind; und auch die Hutablage ist im Weg. Sie geht beim Öffnen des Kofferraumdeckels nicht mit nach oben, und wer sie händisch hochklappt, vergisst gern das Umgekehrte; was man dann erst beim Blick in den Rückspiegel merkt. Legt man die beiden mittig geteilten Rücksitze um, gehen immerhin 663 Liter rein; eine Stufe im Ladeboden bleibt übrigens bei beiden.

Fiat Panda mit Nehmerqualitäten

Das Ungleichgewicht an Platz gilt nicht nur fürs Gepäck, sondern auch für die Fahrgäste. Im Opel können hinten immer nur zwei Passagiere sitzen, und damit diese in den engen Fond kommen, sind gelegentliches Yoga und keine raumgreifenden Maße von Vorteil. Anders im Fiat: Dort können auch mal drei auf der Rückbank kuscheln und der Einstieg ist dank der eigenen Türen auch für Menschen mit sympathischem Fettanteil problemlos möglich.

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Luft überm Kopf oder Sternenhimmel?

Zwar bestimmen auch im Panda die Erste-Reihe-Sitzer, wie wohl man sich im Fond fühlt, doch zumindest nach oben herrscht hier mehr Platz und es geht insgesamt luftiger zu. Aber auch nicht so romantisch wie im Adam, der auf Wunsch mit einem Rolls-Royce-ähnlichen Sternenhimmel-Dach ausgerüstet werden kann. In der ersten Reihe sitzt es sich in beiden Kleinwagen angenehm, wobei der enger geschnittene Opel eindeutig die besseren Sitze hat und auch große Passagiere im Adam angenehmer sitzen als auf dem etwas zu kurzen Gestühl im Panda. Dort ist das Lenkrad außerdem nur in der Höhe und nicht in der Länge verstellbar.

Schlicht oder sportlich

Bei der Inneneinrichtung prallen mit Panda und Adam ebenfalls zwei Welten aufeinander. Der Fiat ist aufgeräumt, gut bedienbar und schlicht, mit praktischen Ablagen und robusten Kunststoffen. Die vielzitierten Quadrate finden sich auch im Cockpit und auf den Sitzen. Der Opel wartet hier mit sportlich-gelben Streifen auf; überhaupt erstrahlt das hochwertigere Cockpit - auf Wunsch - in knalligen Farben und mit passend abgestimmtem Schlüssel.

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Den simplen Instrumenten des Fiats setzt der Opel sportlich gestaltete Uhren entgegen und statt einer TomTom-Navi-Lösung (500 Euro) gibt es das IntelliLink-System mit Touchscreen und Smartphone-Anbindung für günstige 300 Euro. Nur die paar wenigen Tasten links des Bildschirms hätten kaum schlechter platziert sein können: Entweder ist des Fahrers Knie im Blickfeld oder das Lenkrad.   

Vier gegen zwei Zylinder

Das Vorankommen stellen beiderseits rund 85 PS starke Motoren sicher, auch wieder von ganz unterschiedlicher Natur. Im Opel ein bewährter Vierzylinder-Saugbenziner (87 PS), im Panda ein Zweizylinder (85 PS). Letzterer arbeitet mit einem Turbolader, der dem nur 0,9 Liter großen Aggregat zu 145 Newtonmeter Drehmoment bei 1900 Umdrehungen verhilft. Der freiatmende Adam hat zwar einen halben Liter mehr Brennraum, kommt aber trotzdem nur auf 130 Newtonmeter, und das auch erst bei 4000 Touren. Noch dazu muss der kleine Adam mit 1135 Kilogramm 85 Kilo mehr schleppen als der Panda.

Der Panda ist flotter

Das alles wirkt sich bei der Sprintzeit in einem 1,3-Sekunden-Nachteil gegenüber dem Fiat aus, der nach 11,2 Sekunden Tempo 100 erreicht hat. Daran ändert auch nichts, dass Opel den Drehzahlhunger des Adams mit fünf kurz übersetzten Gängen stillt; im Gegenteil erhöht das die Geräuschkulisse doch deutlich und man wünscht sich ab spätestens 130 km/h einen sechsten Gang. Den hat der Fiat auch nicht, doch seine Gänge sind weiter gespreizt. Leiser ist er damit allerdings nicht, denn der rau laufende Zweizylinder knattert unbarmherzig unter der Motorhaube vor sich hin; erst recht, wenn sich die beiden bei knapp 177 km/h Vmax ein unentschiedenes Kopf-an-Kopf-Rennen liefern.

Eine City-Taste haben beide Kleinwagen

Was bei Fiat schon lange Standard ist, gibt es jetzt auch bei Opel: Eine City-Taste, die dafür sorgt, dass sich das Volant so leicht drehen lässt, wie Pirouetten auf dem Eis. Das soll das Umherkurven in der Stadt erleichtern, außer weniger Rückmeldung für den Fahrer bringt es aber beiderseits keine bemerkenswerten Vorteile. Die bietet dagegen das Fiat-Fahrwerk: Mit seiner sanften Abstimmung bügelt es im Stadtverkehr Unebenheiten bravourös weg, während der Opel gut spürbar über Gullideckel und Tramschienen hinweg hoppelt.

Auch auf der Autobahn hat der auf Komfort getrimmte Fiat noch nicht das Nachsehen und läuft geschmeidig geradeaus. Geht es aber auf kurviges Geläuf, eilt ihm der straffe Adam davon und Opelfahrer dürfen grinsen, wenn sich hinter ihnen im Rückspiegel der Panda beim Richtungswechsel deutlich zur Seite neigt. Und hilft nur noch die Notbremsung, dürfen sich Opelaner über die zwar etwas schwerer dosierbaren, dafür aber beherzter zupackenden Stopper freuen; bei beiden kommen hinten übrigens günstige Trommelbremsen zum Einsatz.

Beim Spritverbrauch gleichauf

Mit jeweils knapp unter 40 Litern Benzin sind beide ausgestattet, beim Panda reicht der Vorrat allerdings ein kleines Stück länger. Geht man vom Normwert 4,8 Liter aus, müsste der Italiener 770 Kilometer zurücklegen können; der Opel mit seinen 5,1 Litern EU-Verbrauch muss unter Idealbedingungen spätestens nach 745 Kilometern an die Zapfsäule. Bei flott gefahrenen Autobahnetappen ist hier wie da aber eine Zwangspause nach rund 400 Kilometern nötig; im Testdurchschnitt nahmen beide rund sechseinhalb Liter. Während der Panda allerdings immer mit Start-Stopp-Automatik ausgestattet ist, kassiert Opel für die 0,4 Liter sparende Technik 355 Euro.

1000 Euro Preisvorteil beim Fiat Panda

So also kostet der Adam 1,4 mindestens 14.605 Euro, inklusive elektrischen Fensterhebern, CD-Radio mit Aux- und USB-Eingang und Bluetooth-Freisprechanlage, höhenverstellbarem Fahrersitz, elektrisch einstellbaren und beheizten Außenspiegeln, Bordcomputer, Tempomat, Klimaanlage, höhen- und längsverstellbarem Lenkrad und 16-Zoll-Alurädern. Der Panda 0,9 ist bereits ab 12.990 Euro erhältlich, und dann wie der Opel ebenfalls in der zweiten angebotenen Ausstattungslinie. Was ihm fehlt ist ein Zoll bei der Radgröße, die geteilt umklappbare Rückbank (mindestens 270 Euro), die Freisprecheinrichtung (300 Euro), der höhenverstellbare Fahrersitz (100 Euro); gar nicht erhältlich ist ein längsverstellbares Lenkrad und auch einen Tempomat hat Fiat nicht im Angebot. In Summe bleibt der Fiat aber knapp 1000 Euro günstiger.

Wer Willens ist, seinen Adam zu individualisieren, kann sich durch sieben DIN-A4-Seiten wühlen, auf denen Ausstattungspakete, Dekors-Elemente, Designpakete und Räder feilgeboten werden. Hinzu kommen drei Seiten für sonstige Ausstattungen; Fiat beschränkt sich auf eine Doppelseite, auf der alle Extras und Pakete aufgelistet sind.

Schicker ist der Opel Adam

Fehlen sollten bei keinem die Parksensoren hinten (circa 300 Euro); vor allem im Opel ist die Sicht, nicht nur wenn die Hutablage hochgeklappt ist, ziemlich schlecht. Dafür kann der Adam (für 580 Euro) sogar mit einem automatischen Parkassistenten hochgerüstet werden und ein Tot-Winkel-Warner ist auch noch dabei. So etwas, und andere Spielereien wie der Sternenhimmel oder eine Lenkradheizung, findet man bei den Italienern nicht.  

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