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Derzeit stärkster Audi - Audi RS 6

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Audi RS 6 Avant – Kann weniger mehr sein?

16.05.2013, 15:44 Uhr | Christian Sauer , wanted.de

Derzeit stärkster Audi - Audi RS 6. Der derzeit stärkste Audi. (Quelle: Hersteller)

Der derzeit stärkste Audi. (Quelle: Hersteller)

wanted.de-Autor Christian Sauer schnappte sich mit dem RS 6 Avant den derzeit stärksten Audi für eine Testfahrt und war dennoch überrascht – der Neue leistet weniger als der Vorgänger – hier sein Bericht.

Foto-Serie mit 19 Bildern

Das Wettrüsten der Automobilhersteller geht weiter: Längst zählt man(n) mit 500 PS nicht mehr zur absoluten Spitze der Leistungssportler, unabhängig ob in der aufsehenerregenden Form einer flachen Flunder oder "undercover" im Gewand einer Power-Limousine respektive eines Kombis gekleidet. In diesem Segment gibt es seit Jahren einen harten Dreikampf unter den süddeutschen Premiumherstellern, der mit der dritten Generation des Audi RS 6 nun in eine neue Runde geht.
BMW legte 2011 mit dem 560 PS starken M5, den es ausschließlich als Limousine mit Hinterradantrieb gibt, eindrucksvoll vor. Das bewies bereits unser Test im letzten Jahr. Mercedes-Benz konterte vor kurzem mit der Neuauflage des E 63 AMG, der traditionell auch als Kombi mit Namen T-Modell bestellt werden kann. Erstmals ist er auf Wunsch auch mit Allrad und als leistungsgesteigerte S-Version mit 585 PS statt 557 PS zu haben und bekam von uns den Titel als stärksten Business-Jet auf vier Rädern verliehen.
Bis dato gebührte dieses Superlativ dem RS 6, der in der zweiten Generation auch noch als Limousine angeboten wurde. Mit einem, vom Lamborghini Gallardo abgeleiteten, mit zwei Turbos aufgeladenen Zehnzylinder fuhr er von 2008 bis Ende 2010 zumindest auf dem Papier seinen beiden Konkurrenten davon. >>

580 PS und 650 Nm maximales Drehmoment waren eine Ansage, ebenso wie 4,5 Sekunden auf Tempo 100 und abgeriegelte 303 km/h Topspeed im limitierten RS 6 plus.

Allerdings war sein Verbrauch mit offiziell rund 14 Litern auch ein Bestwert – wenn auch im negativen Sinn – zu seiner Zeit nur noch vom M5 getoppt. Wie der BMW muss sich der neue Audi nun ebenfalls in Verzicht üben und mit acht statt zehn Zylindern begnügen. Noch erstaunlicher ist, dass der RS 6 mit 560 PS weniger Pferdchen mobilisiert als bisher. Allerdings steigt das Drehmoment auf 700 Nm, was in der Praxis eigentlich relevanter ist.

Das Downsizing beim neuen RS 6 wirkte sich außerdem auf den Hubraum aus, der von fünf auf vier Liter reduziert wurde. Damit unterbietet er deutlich seine beiden Konkurrenten M5 mit 5,0 und E 63 AMG mit 5,5 Liter Hubraum. Über eine Zylinderabschaltung, die Audi "Cylinder on demand" nennt, verfügen sie aber nicht und vielleicht liegen sie deshalb mit ihrem Durchschnittsverbrauch knapp über dem des RS 6. >>

Wie immer ist es eine Frage der eigenen Beherrschung, ob es tatsächlich bei rund 10 Liter bleibt oder ob man doch der Versuchung erliegt und das Gaspedal mehr als nur streichelt.
Darauf hat auch der, unter dem Begriff "Audi ultra" propagierte und vom Motorsport abgeleitete, Leichtbau nur bedingt Einfluss. Immerhin sinkt durch den verstärkten Einsatz von Aluminium das Gewicht im Vergleich zum Vorgänger leicht auf 2010 Kilogramm. Mit zwei Tonnen ist der RS 6 natürlich kein Leichtgewicht, aber dafür bietet er als Ableger des A6 Avant auch mehr Nutzwert und Komfort als ein Sportwagen à la Audi R8. Dessen neuste und stärkste Version, R8 V10 plus genannt, holt 550 PS und 530 Nm Drehmoment aus seinem 5,2 Liter großen Zehnzylinder-Sauger. Bei den reinen Leistungsdaten bleibt er also hinter dem RS 6 mit seinem Biturbo zurück, der sich im Comfort-Modus dezent zurückhält. Weder lautstark noch bretthart trotz bis zu 21 Zoll großer Leichtmetallräder präsentiert sich der 4,97 Meter lange Kombi im Alltag. Einen wesentlichen Anteil daran hat sicherlich die serienmäßige Luftfederung, die insgesamt straff aber eben nicht zu straff abgestimmt ist. Wie fast alle Antriebs- und Fahrwerkskomponenten lassen sich die Dämpfer per Audi Drive Select aus dem mit feinen Details aufgewerteten Cockpit individuell einstellen und kombinieren. Wem das zu kompliziert ist, überlässt das Setup dem Automatik-Modus und fährt damit auch sehr gut.

Entspannt lassen sich so kurze wie auch lange Strecken absolvieren. Den enormen Kraftreserven gewiss, gleiten wir im lang übersetzten 8. Gang der Tiptronic mit vier Zylindern dahin, bis der Gasfuß die Teilzeitarbeit beendet. Ohne Zögern gesellen sie sich wieder dazu, wenn der RS 6 seine sportlichen Qualitäten unter Beweis stellt. Den anstehenden Ampelstart nehmen wir zum Anlass, den Dynamik-Modus einzulegen. Das Stabilitätsprogramm könnten wir sogar abschalten, aber so oder so sollte der Audi keine Traktionsprobleme haben, schließlich ist er wie alle andere RS-Modelle ein Quattro. Doch allein mit dem permanenten Allradantrieb begnügt sich der RS 6 nicht – ab Werk besitzt er ein überarbeitetes Mittendifferential und eine radselektive Momentenverteilung. Damit nicht genug, gibt es jede Menge Sonderausstattungen, die der Fahrdynamik zu Gute kommen: Sportdifferential an der Hinterachse, Dynamiklenkung mit variabler Anpassung des Lenkwinkels, Sportfahrwerk als Alternative zur Luftfederung und 20-Zoll-Keramikbremse statt der serienmäßigen Hochleistungsbremse mit 19-Zoll-Scheiben in gewichtsoptimierter Wave-Bauweise. Wer seinen RS 6 für den Rennstreckeneinsatz fit machen will, bekommt diese Optionen auch zusammen im Dynamikpaket plus für 12.900 Euro.. >>

Inklusive Abrieglung der Höchstgeschwindigkeit bei 305 statt 280 oder 250 km/h.
Schneller als wir uns das gekürzte Ausstattungsblatt unseres Testwagens durchlesen können, schaltet die Ampel auf Grün und wir geben Vollgas. Qualmende Hinterräder bleiben trotz der mit 40:60 heckbetonten Kraftverteilung aus. Die 285er Pirelli-Reifen krallen sich regelrecht in den Asphalt und der Audi durchbricht in 3,9 Sekunden die magische Marke von 100 km/h. Wie gut, dass im Head-Up-Display ein Schaltblitz den nächsten Gangwechsel ankündigt, sonst landet man direkt im Drehzahlbegrenzer. Alternativ könnten wir diese Arbeit der Automatik überlassen, die mit kurzen und kaum spürbaren Schaltvorgängen glänzt. Ähnlich wie beim BMW M5 entfaltet das drehfreudige Triebwerk der quattro GmbH seine Kraft sehr gleichmäßig und weniger brachial als der E 63 AMG, der als S-Variante sogar 800 Nm mobilisiert. Auch beim Sound gibt der Schwabe mit der für einen Achtzylinder charakteristischeren Klangkulisse den Ton an. Subjektiv folgt ihm der Bayern-Express aus München und dann erst der Audi, für den optional allerdings ein Sportauspuff für "ein gesteigertes Sounderlebnis" angeboten wird.
Trotz des relativ hohen Gewichts durcheilt der RS 6 nicht nur langgezogene Kurven mit hoher Geschwindigkeit und ausgewogener Neutralität. Die Lenkung vermittelt einen guten Fahrbahnkontakt und die Keramik-Stopper verzögern das Geschoss im warmen Zustand wie ein Anker – leider konnte ihnen Audi die Quietschgeräusche nicht abgewöhnen, die bei allen Vorteilen weiterhin ein Nachteil bleiben. Selbst das grandiose Bang & Olufsen-Soundsystem kann sie nicht übertönen und das trübt etwas den Eindruck des perfekten Allrounders. Alle drei liegen in den meisten Aspekten fast gleichauf und die Unterschiede fallen nahezu marginal aus. Die Fahrleistungen sind überragend, die Qualität erfüllt höchste Ansprüche, ebenso wie die Ausstattung mit zahlreichen Technik- und Komfort-Features. Allerdings muss man jeweils über 100.000 Euro investieren und dazu locken reizvolle Sonderausstattungen. Wahrscheinlich wird die Entscheidung potent(iell)er Interessenten eher eine grundsätzliche für eine der drei Marken sein. Den Audi RS 6 können wir besten Gewissens empfehlen. Mit ihm hat sich die quattro GmbH zum 30. Jubiläum selbst ein großartiges Geschenk gemacht. Und wer sich doch eher für eine vermeintlich elegantere Limousine erwärmen könnte, findet vielleicht mit dem ebenfalls neuen RS 7 Sportback eine reizvolle Alternative mit gleichem Antrieb. Audi beweist, dass manchmal weniger auch mehr sein kann.

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