18.06.2013, 14:14 Uhr | Timo Bürger, t-online.de
"Das ist mal ein geiles Cabrio". Wenn an Autos eher uninteressierte Nachbarn entzückend ihre Meinung zu einem VW kundtun, muss irgendetwas an diesem Auto dran sein. Macht das neue Käfer Cabrio tatsächlich so viel her? Wir haben es ausprobiert.
"70s Edition" heißt das Sondermodell des Beetle Cabrio. Graumetallic mit beigefarbenem Softtop, 18-Zoll-Disc(o)-Felgen und "70s"-Badge an der Flanke - ein hübscher Auftritt. Dankenswerterweise hat VW auf das optionale "Käfer"-Emblem verzichtet - das muss man bei diesem Cabrio wirklich nicht mehr dazusagen.
Auch innen setzt sich der freundliche Charme fort: Beige Ledersitze (sehr bequem) und helle Fußmatten (schick, aber schmutzanfällig) verleihen dem nun "The Beetle Cabriolet" genannten Fahrzeug einen sehr einladenden Charakter. Ansonsten setzt der neue Käfer auf Bewährtes: Anzeigen, Cockpit, Tastenanordnung - das kennen wir aus dem Golf.
Nicht wirklich notwendig, aber ein sehr hübsches Accessoire ist die oberhalb des Navibildschirms platzierte Einheit mit drei Zusatz-Rundinstrumenten. Optional können sich Beetle-Freunde für 150 Euro Aufpreis über Öltemperatur, Turbo-Ladedruck und Stoppuhr informieren.
Ebenfalls praktisch: Optional bietet VW ein in die Frontblende integriertes zweites Handschuhfach an. Das fasst beispielsweise Sonnenbrille, Geldbeutel und Handy. Lästiges Kramen und Suchen im größeren Fach darunter entfällt damit.
Richtig geil, um es in der Sprache des Nachbarn zu sagen, ist das 400 Watt starke 10-Kanal-Fender-Soundsystem mit in den A-Säulen integrierten Hochtönern und im Kofferraum platziertem Subwoofer. So macht Musikhören Spaß: laut, klar und dynamisch.
In handgestoppten zehn Sekunden ist das Stoffdach per Knopfdruck offen. Weitere vier Sekunden braucht es, bis die Scheiben wieder hochgefahren sind. Das geht alles zackzack - und funktioniert auch bis Tempo 50. Wer also an der roten Ampel plötzlich die Lust nach Frischluft packt - nur zu!
Praktisch: Das Windschott lässt sich zusammengeklappt in einem Extra-Fach unterhalb des Kofferraumdaches unterbringen. Den Kofferraum kann man auch dank einigermaßen großer Ladeluke für mittelgroße Einkaufstouren nutzen: Drei Getränkekisten und ein bisschen Kleinkram passen hinein - aber bitte Hände vor Quetschungen bewahren.
Unpraktisch: Wohin mit der Persenning? Die passt zwar zusammengeknautscht in den 225 Liter großen Kofferraum - wirklich clever ist diese Lösung aber nicht. Stauplatz zwei: Man kann sie hinter die Rücksitze klemmen - das sieht wiederum nicht besonders elegant aus. Die Persenning um das zusammengefaltete Dach wursteln bedarf auch einiger Fingerfertigkeiten.
140 Diesel-PS und ein Sechsgang-Handschalter: Das funktioniert zwar technisch tadellos - passt aber akustisch nicht zu einem Fahrzeug, das man einfach offen fahren muss. Da hätten wir uns Benziner und DSG gewünscht. Der Fahrer wird immerhin mit einem flotten Antrieb, einer immensen Reichweite und einem niedrigen Verbrauch belohnt: 6,1 Liter standen nach 600 gefahrene Kilometern auf der Anzeige - bei noch knapp halbvollem Tank.
Das Beetle-Cabrio muss man einfach lieben. Ein knuffiges Äußeres, solide und bewährte Technik versehen mit einer gehörigen Portion Retro-Charme. Fahren Sie ihn offen, so oft es geht - denn bei geschlossenem Dach sehen sie nach hinten raus fast nichts. Und bitte als Benziner fahren - dann ist er richtig geil.
18.06.2013, 14:14 Uhr | Timo Bürger, t-online.de
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