26.07.2013, 10:03 Uhr | Stefan Grundhoff, Press-Inform
Das kleine SUV VW Taigun auf Basis des VW up! wird in Serie gehen. Wie die Zeitschrift "Auto, Motor und Sport" aus VW-Kreisen erfuhr, ist zwar die offizielle Entscheidung noch nicht gefallen. Allerdings sind die Vorbereitungen für das Modell bereits weit fortgeschritten. Erster Test mit einem SUV-Prototypen des kleinen Bruders des VW Tiguan.
In der kleinen Ortschaft San Antonio de Areco, rund eineinhalb Stunden westlich von Buenos Aires ist es an diesem Morgen trübe. Rund um dem Marktplatz stehen ein paar heruntergekommene Ford Falcon aus den 70er Jahren, eine Handvoll verrosteter Chevy-Pick-Ups und einige Peugeot-und Renault-Modelle, die beileibe schon bessere Zeiten gesehen haben.
"Ein VW", grummelt der grauhaarige Akkordeonspieler und geht wortlos weiter. Dabei ist der blaumetallic-farbene Crossover hier so deplatziert wie ein rosa Elefant auf der Raumstation ISS. Der VW Taigun, aktuelles Einzelstück, als zentraler Bestandteil der Wolfsburger Kleinwagenstrategie für die nächsten Jahre ist unterwegs im argentinischen Niemandsland.
Denn der Taigun, durch einen schlichten Buchstabendreh vom Erfolgsmodell Tiguan abgeleitet, soll mit seiner Länge von 3,86 Metern großer Bruder des up! und kleines Geschwisterchen von Touareg und dem 60 Zentimeter längeren Tiguan werden.
Technisch basiert der VW Taigun auf dem kleinen up! "Hierbei gibt es noch einiges zu tun. Die aktuelle PQ12-Plattform des VW up! müsste dazu verlängert und angepasst werden", erklärt Martina Biene.
Das Motorenangebot umfasst Dreizylinder-Diesel und -Benziner mit und ohne Turboaufladung zwischen 70 und 110 PS. Der Prototyp ist mit einem aufgeladenen Dreizylinder-Benziner unterwegs, der 110 PS leistet. Das langt allemal für 186 km/h Spitze und von null auf Tempo 100 in kaum mehr als neun Sekunden. Bereits unten herum geht der Dreizylinder in dem 1060 Kilogramm schweren Einzelstück kräftig zu Werke und profitiert von seinem maximalen Drehmoment von 175 Newtonmeter.
Durch die geringe Dämmung ist der Turbomotor mit einem Liter Hubraum etwas brummig; passt aber zum sportlichen Anspruch des zukünftigen Topmodells. Trotzdem soll der Fronttriebler nur 4,7 Liter Super verbrauchen. "Sollte der Taigun kommen, ist auch eine Allradversion noch nicht endgültig vom Tisch", räumt Martina Biene vom Produktmarketing ein, "und auch eine Erdgasversion ist allemal denkbar."
Neben der ordentlichen Motorisierung ohne irgendwelche wirren Elektrospielereien gefällt besonders der Innenraum des Taigun. Dank des 2,47 Meter langen Radstandes haben auf kleinem Raum vier Personen Platz. Das Gepäckvolumen liegt zwischen 280 und 986 Litern. Das Cockpit, ähnlich aufgeräumt wie beim kleinen VW up! und seinen Konzernbrüdern Seat Mii und Skoda Citigo, wirkt für die Einstiegsklasse allemal wertig.
In den Türen halten bunte Spannbänder längst überflüssiges Kartenmaterial und Lesestoff. In der Mittelkonsole stecken griffbereit zwei Trinkflaschen. Mal sehen, was sich von Details wie einem eingeklinkten Smartphone und schicken Oberflächen ins Serienmodell retten kann. Außen soll zumindest die zweigeteilte Heckklappe bleiben.
In Staaten wie Indien, Brasilien oder Argentinien wäre diese sogar mit einem aufgesetzten Ersatzrad denkbar. Der Einstiegspreis dürfte angesichts der harten Konkurrenz bei rund 15.000 Euro liegen. So würde er auf vielen Märkten eine gute Figur machen.
26.07.2013, 10:03 Uhr | Stefan Grundhoff, Press-Inform
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