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Formel Eins: Hinter den Kulissen

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Hinter den Kulissen der Formel Eins

30.08.2013, 14:53 Uhr | Jens Höfling, wanted.de

Formel Eins: Hinter den Kulissen . Die F1-Ferrari-Piloten Alonso (li.) und Massa. (Quelle: Robert Kulig)

Die F1-Ferrari-Piloten Alonso (li.) und Massa. (Quelle: Robert Kulig)

Vollgas im Boliden, ohrenbetäubender Lärm in der Boxengasse, Reifenwechsel unter Hochdruck und scharfe Kurven soweit das Auge reicht - nicht nur auf der Rennstrecke. Willkommen im milliardenschweren Formel-Eins-Zirkus. Wir haben unsere Gesundheit riskiert und für Sie hinter die Kulissen geblickt.

Auf nach Spa: Schon die Anfahrt vom Shell-Forschungszentrum in Hamburg ist eine Herausforderung für den Magen. Man nehme einen Ferrari FF, eine 600 Kilometer lange Strecke sowie einen der besten Testfahrer, den die Scuderia unter Vertrag hat: Marc Gené. Viel Zeit zum Durchatmen bleibt auf dem Beifahrersitz nicht, auch das Mitschreiben gestaltet sich schwierig: Der Pilot setzt die Fliehkraft immer dann gezielt ein, wenn ihm die Fragen zu viel werden.

Ferrari-Fliehkraft und rasender Reifenwechsel

Gené tritt das Gaspedal durch das edle Maranello-Bodenblech bis auf den Asphalt hindurch - sobald die linke Autobahnspur frei ist, pressen 660 Pferdestärken den Beifahrer gnadenlos in den Ledersportsitz: 60, 100, 140, 180, 200 und weiter - die Tachonadel bewegt sich fast so schnell wie der Drehzahlmesser und die G-Kräfte klopfen beim Frühstück an. Der PS-Vortrieb des Autos ist unersättlich - ein absoluter Adrenalin-Kick.

Gené bleibt jedoch ganz cool: "Ich liebe es Ferraris zu fahren - mehr als mit irgend einem anderen Straßenwagen." Und ich dachte, er liebt die sanfte Entschleunigung in der Ente… Wie ich es nach dem Geschwindigkeitsrausch in den Begleitbus schaffe, lässt sich nicht mehr rekonstruieren.

Boxenstopp: Ferrari-Sponsor Shell verteilt Popcorn vor einem Kinobesuch. Über die Leinwand flimmert ein Film über die Geschichte des Großen Preis von Belgien in Spa. Auch die F1-Piloten Alonso und Massa schauen kurz für ein paar Fotos im Retro-Rennoutfit vorbei, aber zu den Beiden später mehr.

Zuvor stoppt das wilde Treiben noch an einer Tankstelle. Beim Halt an einem ausrangierten F-1-Auto soll jeder sein Können als Mechaniker unter Beweis stellen. Der Hochdruckschrauber muss dabei präzise auf die Mutter geführt werden, sonst wird es gefährlich. Warum die mit Schallgeschwindigkeit davon fliegende Mutter meine Stirn verfehlt, ist mir ein Rätsel. >>

Später in der Boxengasse der Formel 1 sehen wir, was die Profis von Ferrari drauf haben - wir versinken vor Scham im Boden: Rund zwei Sekunden brauchen sie, um frische Pneus aufzuziehen. Fünf Sekunden dauert unser Amateur-Stopp. Zu lange, um gegen das polnische Journalisten-Team zu bestehen. Hier kann es nicht mit rechten Dingen zugehen: Seit wann gibt es im Osten Formel-Eins-Spezialisten?!

In der Geheimzentrale von Ferrari

Die Ankunft in Spa mit VIP-Tickets in der Hand tröstet über die Schmach beim Pitstop hinweg und verspricht ein wahres Renn-Spektakel. Zuerst steht aber ein Besuch in den Fahrerlagern, den so genannten Paddocks an. Hier dürfen nur die Teams, ihre Fahrer und zugelassene Medienvertreter rein – die spärlich bekleideten “Boxenluder” schreiben bestimmt für den „Playboy“. Doch wo sind die Renn-Piloten? Ein enorm bekannter F1-Fahrer lässt nicht lange auf sich warten: Der 16. der Gesamtwertung, Pastor Maldonado, sputet über das Gelände, auf dem riesige Truckanhänger in den Farben der Teams in Reih und Glied stehen; hier sind die Teams untergebracht. Die Kräfteverteilung stimmt auch im Fahrerlager. So haben die drei stärksten Teams auch die größten Unterkünfte: Red Bull, Mercedes  und  - last but not least - Ferrari. Das Beste: Die Scuderia gewährt uns Einlass im “Ferrari Motorhome”, dem heiligsten Ort der “Roten” hier in Spa. “Hier haben nur ganz, ganz wenige Zutritt”, sagt einer der Top-Manager verschwörerisch während wir Champagner genießen und uns cool geben angesichts der Schmeichelei – schnell noch ein Foto für die sprungartig wachsende Fangemeinde zuhause. Selbst unser Guide, der uns durch die Paddocks führt, ist aus dem Häuschen: “Ich hatte noch nie die Chance, hier auf dem Balkon der Scuderia zu stehen und den fantastischen Ausblick auf die Rennstrecke zu genießen.” Wir fühlen uns wie der Teamleiter im Kommandostand: Riesige XXL-Flatscreens mit den Renn-Ergebnissen, Bilder legendärer Ferrari-Größen, eine Lounge mit Kickertisch.

Ob sich hier an diesem besonderen Ort irgendwann auch der Red-Bull-Pilot Sebastian Vettel entspannen wird? Die Ferrari-Mitarbeiter hüllen sich in Schweigen auf die Frage, ob sie sich den Deutschen - der auch später den Sieg in Spa einfahren wird - im Cockpit vorstellen könnten. Das Team erstickt weitere aufmüpfige Fragen mit vorzüglicher Pasta, erstklassigem Lachs und Parmaschinken. La Dolce Vita lässt grüßen.

Auf Tuchfühlung mit den Renngöttern

Und dann die Audienz als Höhepunkt: Die Ferrari-Helden Fernando Alonso und Felipe Massa geben sich in der VIP-Lounge von Shell direkt an der Rennstrecke die Ehre. Begleitet von jungen Damen in knappen Outfits stellen sich die Fahrer den Fragen der ungeduldig wartenden Journalisten. “Ein bisschen Regen würde Spaß machen,” verrät der zweifache Formel-1-Weltmeister Alonso, dessen Wunsch beim Rennen in Erfüllung gehen sollte und der Zweiter auf dem Podium sein wird. Blitzlichtgewitter, kurzes Gedrängel - dann verschwinden beide Fahrer mit ihren kurvigen Begleiterinnen so schnell wie sie gekommen sind. Ihr Tagesablauf ist am Rennwochenende zur letzten Minute komplett durchgeplant, Zeit für ein längeres Interview bleibt da nicht, so eine Ferrari-Mitarbeiterin. Beim Rennen stehen wir an einer der gefährlichsten Kurve in der Formel 1 - der “Eau Rouge”: Mit über 300 Kilometer pro Stunde heizen die Piloten hier durch die Passage, deren Schwierigkeit die extrem steile Lage am Hang ist - und die schon Schauplatz spektakulärer Unfälle war. Doppelte Absperrungen und dicke Reifenstapel überall sprechen für sich. Gerade mal zehn Meter trennen Renn-Geschosse und Zuschauer auf der Tribüne direkt an der Extrem-Kurve. Misstrauen regt sich: Warum haben sie uns gerade hierher gestellt? Doch dieses Jahr geht alles gut. Der ohrenbetäubende Lärm ist unbeschreiblich, selbst lauteste Technobeats kommen nicht an den Sound eines vorbei rauschenden Boliden heran - Ohropax verhindert Schlimmeres. Noch jetzt erinnert aber der Tinnitus an das unglaubliche Erlebnis in Spa. Sehen Sie selbst – klicken Sie sich durch die Bilder in unserer Fotoshow.

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