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Land Rover Defender im Test: Abschied von einem Urgestein

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Land Rover Defender im Test  

Abschied von einem Urgestein

29.04.2014, 12:19 Uhr | Joachim Teske, , t-online.de

Land Rover Defender im Test: Abschied von einem Urgestein. Land Rover Defender 2,2 TD4 SW 110 (Quelle: t-online.de/Joachim Teske)

Land Rover Defender 2,2 TD4 SW 110 (Quelle: Joachim Teske/t-online.de)

Wir sagen dem Land Rover Defender "Good-Bye!". Seit mehr als 60 Jahren wird der Land Rover Defender gebaut und hat sich dabei in vielen Situationen bewährt. Bevor er 2015 wegen EU-Richtlinien eingestellt wird, haben wir das aktuelle Modell noch einmal auf und abseits der Straße getestet.

Imposant kommt er daher. Schon im Stand strahlt der Land Rover Defender Überlegenheit gegenüber den anderen Fahrzeugen aus - sie wirken alle klein und mickrig. Erst recht bei der von uns getesteten Variante, dem 110 Station Wagon. Die 110 bezieht sich dabei auf den Radstand in Zoll (2794 Millimeter). Alternativ hat Land Rover noch den "Ninety" mit kurzem Radstand sowie den langen "130" im Angebot.

Die erste Herausforderung beginnt beim Einstieg: Zunächst ist eine Stufe zu überwinden, bevor man sich auf den Fahrersitz wuchten kann. Wie lange es schon her ist, dass dieses Auto entwickelt wurde, merkt man vor allem nach einem Umstieg. So ungefähr muss sich ein ICE-Lokführer fühlen, wenn er in einer Dampflok sitzt. Von den äußeren Dimensionen ist im Innenraum - zumindest als Fahrer - erst einmal nichts mehr zu spüren. Die modernen Instrumente in Verbindung mit dem eher rustikalen Hartplastik-Armaturenbrett wirken deplatziert.

Land Rover Defender: Viel Arbeit

Defender-Fans wissen es: Der Schlüssel kommt links hinein und muss "verkehrt" herum gedreht werden. Auch der enge Fußraum ist bekannt - die Pedale stehen sehr weit links und so dicht, dass man die Kupplung erst suchen muss. Die Kupplung zu betätigen, grenzt schon an eine Beinpresse. Das erste Hindernis stellt das Ausparken aus der Parklücke dar. Die großen Abmessungen fordern den Fahrer - der Wendekreis von 13 Metern tut sein Übriges.

Nach dem Anfahren weiß man auch, was Schaltarbeit ist - lange Wege am langen Schaltknüppel erfordern auch einen starken Arm. Mit einem Ruck sitzt der erste Gang. Der 2,2 Liter große Vierzylinder-Turbodiesel mit seinen 122 PS ist dank Common-Rail-Technik akustisch immer präsent, aber nicht zu laut.

Leichtfüßig auf der Straße

Leichtfüßiger als erwartet schwimmt der Landy im Stadtverkehr mit. Die 360 Newtonmeter stehen schon ab 2000 Umdrehungen zur Verfügung und beschleunigen das zwei Tonnen schwere und zwei Meter hohe Gelände-Biest flott. Dank der Sitzhöhe thront man über den anderen Verkehrsteilnehmer und hat einen tollen Überblick. Auf der Schnellstraße sind auch 120 km/h ohne Probleme möglich. Mit dem modernen Sechsgang-Getriebe lässt die Drehzahl im optimalen Bereich und so der Spritverbrauch auf langen Etappen in Grenzen halten. Schneller könnte das Urgestein sicher noch, aber dann wird es laut und anstrengend, das 4,78 Meter lange Wüsten-Schiff auf Kurs zu halten.

Schwer beim Einparken

Problematisch ist vor allem die Parkplatzsuche vor dem Supermarkt - der Defender wurde schließlich für die Wildnis konzipiert. Das Rangieren ist viel Arbeit und erfordert neben der Kurbelei auch ein gutes Auge. Echte Männer brauchen schließlich keine Einparkhilfe. Danach steht auf den kleindimensionierten Stellflächen oft das Heck über. Und aufgrund der schmalen Türen gelingt das Aussteigen nur mit kleinen Verrenkungen. Wer anschließend vom Baumarkt kommt, freut sich aber über den 1000 bis 2450 Liter großen Stauraum. Und über bewundernde Blicke und Kommentare von Passanten.

Land Rover Defender 2,2 TD4 SW 110: Technische Daten

MotorR4 Diesel
Hubraum2198 ccm
Leistung122 PS
Drehmoment360 Nm
0 - 100 km/h17 s
V-Max145 km/h
Verbrauch11,1 Liter
Preis ab32.790 Euro

Der Defender wühlt sich durch

Der Weg führt uns von der Kultur zur Wild-Tour: Denn auf unbefestigten Pfaden fühlt sich der Landy zuhause. Die Aufgabe heute: Wildgehege im Jagdrevier. Mit seinem permanentem Allradantrieb pflügt er sich souverän durch die zerfurchten Waldwege. Selbst mit der nicht besonders profilierten All-Terrain-Bereifung ist ausreichend Traktion vorhanden. Und sollte es doch einmal hart auf hart kommen, helfen Differentialsperre und Untersetzung dabei, sich auch aus Situationen zu befreien, in denen moderne Allradfahrzeuge kapitulieren.

Altes Auto, jung geblieben

Der Defender ist moderner, als es sein Alter vermuten lässt. Land Rover hat seinen Klassiker durch Updates immer frisch gehalten. Das Diesel-Triebwerk ist harmonisch und durchzugsstark, der Geländewagen zeigt sich auf- und abseits der Piste variabel und gutmütig. Natürlich ist das Auto nicht so komfortabel wie ein SUV - aber dafür kommt man mit ihm auch wirklich durch fast jedes Gelände.

Wir sagen Good-Bye, alter Defender. Aber das ist Land Rover noch zu früh: Getreu dem Motto "Mit 66 Jahren fängt das Leben an", gibt es ein letztes (?) Update. Der in seiner Urform seit 1948 gebaute Geländewagen wird ab dem kommenden Modelljahr serienmäßig mit dem Schleuderschutz ESP ausgeliefert. Bis zum Schluss überrascht der Defender immer wieder.

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