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BMW i8: Unterwegs im Öko-Sportwagen

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BMW i8  

Unterwegs im Öko-Sportwagen

25.04.2014, 14:51 Uhr | Stefan Grundhoff, Press-Inform

BMW i8: Unterwegs im Öko-Sportwagen. BMW i8: Unterwegs im Öko-Sportwagen (Quelle: Hersteller)

BMW i8: Unterwegs im Öko-Sportwagen (Quelle: Hersteller)

Statt dickem V8- oder V10-Motor geht BMW mit dem neuen i8 einen komplett anderen Weg: Während im i8-Heck ein 1,5-Liter-Dreizylinder werkelt, sorgt an der Vorderachse ein Elektromotor für Vortrieb. Doch reicht das für den Adrenalin-Kick auf dem Asphalt?

BMW mutet seinen Kunden einiges zu. Da warten die Fans des bayrischen Rotorblatts seit Jahr und Tag auf einen echten Renner und dann kommt ein Hybridsportler. Sein Name: BMW i8. Seine größte Stärke: ein Normverbrauch von 2,1 Litern - ermöglicht durch ein Plug-In-Hybrid-System.

BMW i8: Revolution statt Evolution

"Der i8 ist das revolutionärste Auto, das BMW je gebaut hat", so BMW-Entwicklungsvorstand Dr. Herbert Diess, "es stellt bekannte Sportwagenkonzepte in Frage." Tut es und das sieht man bereits auf den ersten Blick. Das Design ist sicher nicht jedermanns Geschmack. Doch Mut, einen solchen Karbon-Boliden zu bauen, kann man BMW beim besten Willen nicht absprechen. Das gilt mehr denn je für den Antrieb. Während die längst entfleuchte Sportwagenkonkurrenz auf mindestens sechs oder acht Zylinder setzt, werkelt im Heck des Bayern ein aufgeladener Dreizylinder.

UMFRAGE
Ist der BMW i8 trotz des Dreizylinders ein echter Sportwagen?

Rein elektrisch kommt der i8 bis zu 37 Kilometer

1,5 Liter Hubraum, 231 PS und eine Sechsgangautomatik aus dem Hause Aisin hören sich müde an - fahren sich aber nicht so. Denn an der Vorderachse surrt zusätzlich ein Elektromotor, der 131 PS und 250 Newtonmeter Drehmoment für den sportlichen Vortrieb beisteuert. So geht es bei Volllast laut knatternd, aber allemal eindrucksvoll voran. Rein elektrisch fährt der BMW i8 mit maximal Tempo 120 bis zu 37 Kilometer - angetrieben über die Vorderachse. Weshalb der so entleerte Plug-in-Hybrid ausschließlich im Sport-Modus das Akkupaket wieder aufgeladen wird, bleibt ein BMW-Geheimnis.

BMW i8: dynamisch ist er, jedoch wenig emotional

Die Beschleunigung auf Tempo 100 ist in 4,4 Sekunden mehr als beeindruckend und auch die Spitzengeschwindigkeit von 250 km/h ist standesgemäß. Doch so recht mag einem nicht einleuchten, wieso gerade ein Dreizylinder verbaut worden ist. Wie dynamisch und sportlich würde sich im gleichen Paket ein aufgeladener Vier- oder gar Sechszylinder in sportliche Höhen aufschwingen und alle lautstark vorgetragenen M1-Forderungen der BMW-Jünger vergessen machen? Und der beeindruckende Normverbrauch von 2,1 Litern ist einem Kurvenräuber mit Benzin im Blut nicht wichtig.

BMW i8: 30.000 Euro teurer als ein Basis-911er

Vielmehr geht es um Dynamik, Design und sportliche Bestleistungen. Kohlefaserleichtbau kombiniert mit einer Kunststoffaußenhaut machen den BMW i8 mit seiner Gesamtleistung von 362 PS und 320 Newtonmeter nur 1485 Kilogramm schwer. Rund 80 Kilogramm mehr als ein Basis-911er mit PDK, der mit 350 PS in der gleichen Leistungsklasse unterwegs, jedoch bei einem Normverbrauch von rund acht Litern mehr als 30.000 Euro günstiger ist. Dafür kann man einige Jahre Kraftstoff bunkern. Der Tank des BMW i8 schluckt ganz nebenbei überschaubare 30 Liter. Für 100 Euro Aufpreis gibt es zusätzliche zwölf Liter.

Müde Automatik und zu dünne Reifen

Dem allemal dynamischen Innovationsträger BMW i8 dürfte es kaum gelingen, echte Sportwagenfahrer aus der hauseigenen Garage zu locken. Zu wenige Fans von Porsche 911, Audi R8 oder anderen Rennern werden sich mit den Kombination aus rasselnden drei Zylindern, Elektromodul und einer Fahrdynamik anfreunden können, die insbesondere durch die mäßige Sechsgangautomatik und die dünnen Reifen eingeschränkt wird. Trotz Elektromotor gibt es zudem keine variable Kraftverteilung zwischen den Vorderrädern, die besonders bei kurvenreichen Bergpassagen gut tun würde. Serienmäßig ist der i8 vorne auf spindeldürren 195er Pneus unterwegs, hinten gibt es schmächtige 215er. Selbst mit den optionalen 215ern vorne und 245er hinten hat der Ökosportler Probleme, im kurvenreichen Grenzbereich den nötigen Grip aufzubauen.

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Und geht es ans Bremsen, haben die dünnen Reifen bisweilen Probleme, den Verzögerungswunsch des Fahrers ohne ABS-Einsatz in die Tat umzusetzen. Die Fahrwerksabstimmung ist bereits im Komfort-Modus überaus straff. Während der 4,69 Meter lange Zweitürer lange Wellen oder Bodenunebenheiten weitgehend locker wegfedert, wird es bei Querfugen und kurzen Stößen ungemütlich. Gefallen kann die Lenkung der 1,5 Tonne schweren Ökoflunder, die aufgrund der dünnen Reifen etwas zu leichtgängig ist; jedoch eine gute Rückmeldung liefert. Perfekt: der niedrige Schwerpunkt, der nicht zuletzt durch das im Boden verbaute Akkupaket mit einer Kapazität von 7,1 Kilowattstunden erreicht wird.

BMW i8: Nur 154 Liter Kofferraumvolumen

Im Innenraum hingegen ist der BMW i8 ein echter Sportler. Insbesondere das Ein- und Aussteigen ist durch den breiten Kohlefaserschweller und die nach oben aufschwingenden Fledermaustüren eine unterhaltsame Kletterpartie - für die Zuschauer. Im Innenraum geht es ähnlich puristisch wie beim i3 zu. Abgesehen von der zu kurzen Sitzfläche passt die Ergonomie dagegen vorbildlich. Die Rückbank des 2+2-Sitzers lässt sich allenfalls für die Unterbringung von Gepäck nutzen. Sinnvoll, da der Kofferraum gerade einmal 154 Liter schluckt.

BMW i8: Erstes Serienauto mit optionalem Laser-Licht

Was überrascht ist der Preis, denn 126.000 Euro sind für ein derartiges Ingenieurstück allemal nicht teuer. Die i8-Anhänger, die hauptsächlich im Prius-Land Kalifornien die Sonne genießen, hätten für diese Öko-Ikone wohl auch 150.000 Euro auf den Verkaufstresen geworfen. Dafür gibt es einen Beifall erheischenden Auftritt. Wer will, kann den i8 als erstes Serienauto der Welt zudem mit Laserlicht ausstatten, das außerhalb geschlossener Ortschaften bis zu 600 Meter weit strahlt.

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