Sie sind hier: Home > Auto > Fahrberichte >

BMW i8 – So gut ist der neue Hybridsportler

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

BMW i8 – So gut ist der neue Hybridsportler

14.05.2014, 08:28 Uhr | Christian Sauer, wanted.de

BMW i8 – So gut ist der neue Hybridsportler. BMW i8: Ein echter "Eyecatcher" sind die Flügeltüren.  (Quelle: Hersteller)

BMW i8: Ein echter "Eyecatcher" sind die Flügeltüren. (Quelle: Hersteller)

Wanted.de Autor Christian Sauer flog den langen Weg nach Los Angeles, um den aufregenden Hybrid-Sportler mit Flügeltüren zu testen. Doch passen Sparsamkeit und Sportlichkeit beim BMW i8 wirklich zusammen oder wird der Anspruch der Münchner zur Mission impossible?

Lange, viel zu lange mussten BMW-Fans auf einen neuen Sportwagen neben den M-Modellen warten. Doch jetzt hat das Warten ein Ende und es scheint sich gelohnt zu haben. BMW hat mit dem i8 in vielerlei Hinsicht Mut bewiesen. Es fängt schon beim Design an, dass mit nur wenigen Modifikationen von den beiden Showcars aus den Jahren 2009 und 2011 übernommen wurde.

Flache Flunder

Die 1,94 Meter breite nur 1,29 Meter flache Flunder wirkt so futuristisch wie aus einem Science-Fiction-Film. Passend dazu wird der i8 als eines der ersten Serienfahrzeuge der Welt optional mit Laserlicht zu haben sein, das bei Fernlicht bis zu 600 Meter weit besonders hell die Straße erleuchtet, ohne den Gegenverkehr zu blenden.

Ein weiteres Highlight und ein echter "Eyecatcher" sind die Flügeltüren. Sie wurden wie fast die gesamte Fahrgastzelle aus carbonfaserverstärktem Kunststoff (CFK) hergestellt, der besonders leicht und stabil ist. Mit einem Leergewicht von nur 1485 Kilogramm spielt der i8 klar in der Top-Liga der Sportwagen mit und auch der Einstieg fällt dementsprechend aus.

Schwieriger Einstieg

Wer das geschafft hat, kann mit wenig Kraft die leichten Türen nach unten zuziehen. Hinten warten zwei Notsitze auf Kinder oder Gepäck. Am besten ordert man(n) direkt das maßgeschneiderte Gepäckset von Louis Vuitton mit, dessen edle Reisetaschen den Platz dort und die 154 Liter im Heck perfekt ausnutzen. Mehr Platz gibt es in der ersten Reihe, wo serienmäßig nur manuell verstellbare Sportsitze mit Sitzheizung warten.

Wie beim rein elektrischen i3 beschränkt sich BMW auch beim Plug-In-Hybriden i8 auf eine überschaubare Auswahl an Farb- und Materialkombinationen. Leider wurde nicht an schnödem Plastik gespart und das neue Design hätte aus unserer Sicht noch etwas futuristischer sein können.

So finden sich doch recht viele, von anderen BMW-Modellen bekannte Elemente wieder. Das muss ja auch nicht schlecht sein, zudem das auf den Piloten ausgerichtete Cockpit recht übersichtlich gestaltet wurde. Zusätzlich zum zentralen Info-Screen und dem Head-up-Display feiern im i8 komplett digitale Instrumente Premiere, deren Darstellung sich dem jeweiligen Fahrmodus anpasst. Gestartet wird grundsätzlich im Comfort-Modus, bei dem der 131 PS starke Elektro-Motor mit 250 Newtonmeter Drehmoment an der Vorderachse möglichst oft zum Einsatz kommt.

Gutes Zusammenspiel der Motoren

Maximal sind 37 km rein elektrisch möglich. Danach oder wenn die Geschwindigkeit von 120 km/h überschritten wird, übernimmt der 3-Zylinder-Benziner mit TwinPower Turbo Technologie akustisch recht zurückhaltend die Antriebsarbeit. Aus nur 1,5 Liter Hubraum schöpft er 231 PS und 320 Newtonmeter Drehmoment. Eine 6-Gang-Automatik leitet seine Kraft an die Hinterachse weiter. Das Zusammenspiel beider Motoren funktioniert gut und die kombinierte Reichweite soll bei einem offiziellen Durchschnittsverbrauch von 2,1 Litern Benzin und 11,9 kWh Strom 600 Kilometer betragen. Die Lithium-Ionen-Batterie befindet sich optimal in der Fahrzeugmitte und wird per Schnellladestation in unter zwei Stunden zu 80 Prozent wieder geladen. Ein größerer Stromspeicher beispielsweise für eine rein elektrische Variante hätte nicht nur mehr Platz benötigt, sondern auch das Gewicht gesteigert und die Fahrdynamik verschlechtert. Dagegen muss auf die schier ansatz- und lautlosen Beschleunigungsorgien à la Tesla, Audi R8 e-tron oder Mercedes-Benz SLS AMG Electric Drive verzichtet werden.

Dafür haben Ingenieure im Sport-Modus mit gemeinsamen Boost der beiden Motoren einen überraschend sonoren Sound mit sportlichem Unterton komponiert, der wie ein durchaus größerer Verbrenner klingt. Doch anders als Ferrari, McLaren und Porsche mit ihren Supersportlern hat BMW auch in diesem Kapitel viel Mut bewiesen und sich zu Gunsten des Gewichts sowie des Verbrauchs in Verzicht geübt. Die meisten Fahrer werden mit den Fahrleistungen – 0 auf 100 km/h in 4,4 Sekunden und abgeriegelte 250 Spitze – glücklich werden. Wahrscheinlich wird dennoch ab einem gewissen Zeitpunkt der Wunsch nach mehr Leistung und vielleicht sogar nach einem i8M oder M8 entstehen.

Auch in der Kurve macht der i8 eine gute Figur

Das Fahrwerk wäre dafür bereit: Durch den aufwendigen Leichtbau, den tiefen Schwerpunkt und dank der harmonischen Gewichtsverteilung bietet es beste Voraussetzungen für einen "echten" Sportwagen. Die trotz dynamischer Dämpferkontrolle fast zu harte Fahrwerksabstimmung unterstützt diesen Eindruck. Während sich die elektromechanische Servolenkung im Comfort-Modus noch sehr leichtgängig gibt, wird sie bei höherer Geschwindigkeit und vor allem im Sport-Modus direkter. So macht der i8 auf den teils extrem kurvigen Straßen in den Canyons oberhalb von Malibu eine gute Figur. Allein die leichte Tendenz zum Untersteuern gefällt uns weniger und ist wohl den mit 245 mm relativ schmalen Reifen auf den 20-Zoll-Rädern geschuldet, die Teil des möglichst effizienten Gesamtkonzepts sind. BMW hat mit dem i8 zu Preisen ab 126.000 Euro viel Mut bewiesen und weg vom bisherigen Leistungsdenken, einen aufsehenerregenden und innovativen Sportwagen entwickelt. Unser Fazit: Mission impossible!

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.

Kommentare

(0)
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Anzeige
Ähnliche Themen im Web
AnzeigeGebrauchtwagensuche
Welcher ist Ihr nächster?

Finden Sie hier Ihren neuen Gebrauchten:

 

Shopping
Shopping
„Keine Macht den Flecken“: Siemens Waschmaschinen
ab 599,- € auf OTTO.de

Anzeige
shopping-portal
© Ströer Digital Publishing GmbH 2017