Startseite
Sie sind hier: Home > Auto > Fahrberichte >

VW Scirocco Autotest: Bollermann statt Biedermann

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Sportcoupé mit 280 PS  

VW Scirocco R - Bollermann statt Biedermann

15.07.2014, 14:31 Uhr | Fotos: t-online.de/VW, , t-online.de

Der VW Scirocco ist der Golf für Angeber. Zwei Türen weniger, Coupé-Heck, Spoiler, böser Blick, strammes Hinterteil. Nun hat VW die dritte Generation, die seit 2008 auf dem Markt ist, nachgeschärft. Werfen Sie doch mal einen Blick auf den Ur-Scirocco. Mit noch ein bisschen Pfeffer mehr würzt Volkswagen den Scirocco R - der mit jetzt 280 PS so stark wie nie ist (Hier geht es zum Video).

Mächtige Lufteinlässe, schwarz lackierter Kühlergrill, ein grimmig-stechender Blick mit einer LED-Leiste unter unter den Scheinwerfereinheiten, die wie Kriegsbemalung wirkt. Keine Frage, dieser VW ist keine Biedermann, sondern eine Bollermann.

Auch der Rücken kann entzücken: Breit ausgestellte Radläufe, links und rechts ein Rohr und neu modellierte Rückleuchten mit LED-Technik. Dieser Scirocco hat eine wirklich muskulöse Kehrseite.

Der sportliche Auftritt des 4,25 Meter langen Coupés in der Seitenansicht wird komplettiert mit den sehr auffälligen optionalen 19-Zoll-Alus "Cadiz" auf 235er Bridgestone-Reifen. Serienmäßig rollt der Scirocco R auf 205er 18-Zöllern.

Und noch ein sportliche Zierde: Die so genannten senkrechten "Blades" (Klingen) in den hinteren Stoßfängern sollen dem Heck mehr Dynamik verleihen. Zudem bietet VW jede Menge sportliche Anbauteile.

Dazu gehören die in mattem Chrom lackierten Außenspiegel ebenso wie das "R"-Logo auf dem Kühlergrill, dem unten abgeflachten Lenkrad, den Einstiegsleisten sowie im Kopfbereich der sehr bequemen Sportsitzen.

Unter der Haube: VWs Allzweckwaffe für die Gaspedal-Fraktion im Volkswagen-Konzern (zum Beispiel VW Golf R oder Seat Leon Cupra). Der 2,0-Liter-TSI bringt es im VW Scirocco auf jetzt 280 PS (vorher 265) und mobilisiert 350 Newtonmeter. In 5,5 Sekunden knackt das Coupé damit Tempo 100.

Und der Scirocco geht tatsächlich unverschämt flott ab. Das DSG frühstückt die sechs Stufen ab, fast ohne sich eine Schaltpause zu gönnen. Eine Freude, wie exakt dosierbar das Gaspedal ist und wie schnell die Gasbefehle umgesetzt werden - von einem Turboloch ist fast nichts zu spüren.

Akustisch verstärkt wird die Tempoknüppelei von einem Sound, für den man sich fast ein bisschen schämen muss. Deutlich markanter als im Golf R, röhrt und bollert der Scirocco die A5 rauf und runter. Auch ab 220 km/h geht dem um 15 Millimeter tiefer gelegten Wolfsburger nicht die Luft aus - er legt noch mal eine Schippe drauf bis zur abgeregelten Topspeed von 250 km/h.

Für Haftung und Kurven hat VW dem Fronttriebler - Allrad gibt es auch nicht auf Wunsch - das Vorderachs-Querdifferenzial XDS mitgegeben. Hat das vordere kurveninnere Rad zu wenig Traktion, stellt das System wieder die ideale Haftung her - so wird selbst ein Fronttriebler zum Kurvenkratzer.

Wem das ganze Tempogebolze und Kurvengeschneide zuviel wird, für den hat sich VW etwas einfallen lassen. Ein Angstgriff im Dreiecks-XL-Design, der an Fahrer- und Beifahrertür montiert ist.

Da guckst du in die Röhre: Neu ist das Tuben-Design für die Instrumente. Wie auch im Golf R leuchten die Nadeln für Drehzahlmesser, Tachometer, Öldruck und Tankuhr auffällig blau.

Und wer noch nicht genug vom Instrumente-Ablesen hat: Oberhalb der Mittelkonsole hat VW jetzt noch ein Kombi-Instrument, ähnlich wie im VW Beetle, platziert: Sportliche Fahrer dürfen hier Öltemperatur, Ladedruck und Rundenzeiten ablesen. Ein hübsches Feature und natürlich auch mit blauen Nadeln.

Nicht ganz so hübsch im ansonsten tadellosen Cockpit ist die Verarbeitung des Mitteltunnels und der unteren Türverkleidungen. Hier hätte VW durchaus eine Qualitätskategorie höher verwenden dürfen. Das dunkle Plastik wirkt etwas billig und dünn - zudem ist die ganze Konstruktion etwas wackelig.

Eine Kleinigkeit, auf die VW viel Wert legt: Der Kofferraum lässt sich nun durch Hochklappen den VW-Logos öffnen. Wer die Klappe anhebt, schaut dann in ein tiefes schwarzes Loch.

Immerhin: Theoretisch lassen sich 312 1-Liter-Tüten Milch in den Kofferraum packen. Die Ladekante ist allerdings derart hoch, dass vor dem Ein- und Ausladen von Milchkarton angeraten ist, sich des einwandfreien Zustandes von Bandscheibe und der Oberarmmuskulatur zu überzeugen. Apropos Platz: Mitfahrer im Fond dürfen sich über den Platz auf den hinteren Bänken (zwei Einzelsitze) nicht beklagen - dort lässt es sich für Erwachsene recht kommod aushalten.

Der VW Scirocco bleibt auch in seiner Neuauflage der kleine Frechdachs im VW-Angebot. In Sachen Fahrvergnügen ist der Scirorro R eine Spaßgranate - da kann getrost über das eine oder andere hier erwähnte Detail hinweggesehen werden. Ab August ist der Wagen zu haben - ab gut 36.000 Euro beginnt die Preisliste - die DSG-Ausführung ist für gut 38.000 zu bekommen.

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Amateur am Werk 
Ungeschickter Bauarbeiter löst Kettenreaktion aus

Es kommt wie es kommen muss. Zum Glück kam der Mann noch einmal glimpflich davon. Video

Anzeige
AnzeigeGebrauchtwagensuche
Welcher ist Ihr nächster?

Finden Sie hier Ihren neuen Gebrauchten:

 


Anzeige
shopping-portal