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VW Phaeton: Die Gorch Fock der Oberklassen-Limousinen

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VW Phaeton  

Die Gorch Fock der Oberklassen-Limousinen

18.07.2014, 13:55 Uhr | Peter Eck, SP-X

VW Phaeton: Die Gorch Fock der Oberklassen-Limousinen. VW Phaeton (Quelle: Hersteller)

VW Phaeton (Quelle: Hersteller)

Der VW Phaeton läuft seit 2002 vom Band. Das macht ihn von der Grundtechnik her zu einem der dienstältesten Autos. Seit zwölf Jahren wird er mit regelmäßigen Überarbeitungen auf dem neuesten Stand gehalten. Aber wie attraktiv kann ein Auto sein, das bereits mehrere Lebenszyklen durchschritten hat?

VW Phaeton: Häme und Zustimmung

Als Volkswagen 2002 den Phaeton auf den Markt brachte, gab es Zustimmung und Häme gleichermaßen. Zustimmung für den Mut, einen solchen Schritt zu wagen, für die Qualität des Fahrzeugs und dessen Technik. Häme für das arg bieder geratene Design und überhaupt für den Anspruch, dass ein Volkswagen es mit einer S-Klasse, einem 7er oder auch mit einem A8 von Tochter Audi aufnehmen will.

In den Verkaufszahlen fährt nur Mercedes davon

Zwölf Jahre später sind die Kritiker verstummt - und den Phaeton gibt es immer noch. Ruhiger geworden ist es zwar um die VW-Oberklasse, aber sie hält sich weiterhin tapfer. So verkauften die Wolfsburger von der in der Dresdner Gläsernen Manufaktur größtenteils von Hand endmontierten Limousine im ersten Halbjahr immerhin hierzulande noch 942 Einheiten. Der 7er BMW mit 1082 Einheiten steht so viel besser nicht da, der A8 von Audi kommt auf 1903 Einheiten. Nur die neue S-Klasse (4490) fährt bei den Verkaufszahlen in diesem Jahr bisher tatsächlich in einer eigene Klasse.

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Preisgewinner in der Oberklasse

Nach einigen Jahren ohne direkten Kontakt zum Phaeton haben wir uns also noch einmal ein Exemplar des Longrunners kommen lassen. Natürlich in der in Deutschland mit Abstand meistverkauften Version, also mit bescheidenem V6-Diesel, kurzem Radstand und als Fünfsitzer. Macht ohne Extras einen Einstiegspreis von 70.300 Euro. Als besser ausgestatteter Business-Viersitzer ist er deutlich teurer. Zum Vergleich: Die nur wenig stärker motorisierten Wettbewerber kosten bei BMW knapp 4000 Euro und bei Mercedes deutlich über 10.000 Euro mehr.

VW Phaeton: Viele Extras kommen in Serie

Der Phaeton ist relativ günstig und keinesfalls schlecht ausgestattet. Er verfügt nicht nur serienmäßig über Luftfederung, sondern auch immer über Allradantrieb. Das ist bei der Konkurrenz nicht so. Zudem haben diverse gründliche Überarbeitungen dazu beigetragen, dass der Phaeton von außen nicht alt, im Gegenteil sogar besser aussieht als je zuvor.

Das Alter geht auch am Phaeton nicht spurlos vorbei

Im Innenraum sind die Materialien zwar hochwertig und gut verarbeitet, aber im Vergleich zu einer S-Klasse sieht man dem Grundlayout des Innenraums sein Alter an. Und wenn man von der Stuttgarter Edellimousine direkt ins Cockpit des Wolfsburger wechselt, fallen sofort weitere Unterschiede auf, beispielsweise bei der Qualität der Sitze.

Zudem fanden wir zu unserer Überraschung in diesem großen Auto trotz unserer Durchschnittsgröße nur mit Mühe eine einigermaßen bequeme Sitzposition. Vor allem die Kopffreiheit ließ zu wünschen übrig. Dafür gibt es auf den Rücksitzen mehr als genug Platz und der Kofferraum ist mit 500 Litern für eine größere Reise gut gerüstet.

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Antriebsstrang zeigt sich knurriger und durstiger

Der hierzulande überwiegend verkaufte Diesel ist mit 245 PS keinesfalls üppig motorisiert, die Konkurrenz bietet hier unisono 13 Pferdestärken mehr auf. Vor allem aber gibt sich der Motor überraschend knurrig und laut. Wenn etwa die Sechsgang-Automatik auf unseren Kick-down-Befehl einen Gang zurückschaltet, quittiert das der Selbstzünder eher unwillig und dreht dann recht zäh nach oben. Wohlgemerkt: Immer im Vergleich zur moderneren Konkurrenz.

Letztlich hinkt auch der Verbrauch hinterher. Trotz meist zurückhaltender Fahrweise brauchte der große und schwere Volkswagen statt der angegebenen 8,5 stramme 11,1 Liter im Schnitt. Das Automatikgetriebe verrichtet zudem seine Arbeit brav, liegt aber deutlich etwa hinter dem modernen Achtgang-Getriebe in einem BMW 7er zurück.

Foto-Serie mit 5 Bildern

Der Phaeton ist eine echte Alternative

Ist der Phaeton unter diesen Umständen überhaupt noch eine Empfehlung? Durchaus: Wenn man eine Oberklasse-Limousine benötigt, aber trotzdem beim Budget aufpassen will, kann der VW eine Alternative sein. Er ist schon im Grundpreis deutlich günstiger und in der Realität beim VW-Händler vermutlich mit hohen Rabatten versehen, die seine Leasingrate deutlich drücken dürfte.

Den besten Tipp für einen Phaeton findet man allerdings nicht bei den Neuwagen, sondern in der Spalte "Gebrauchte": Denn die Mischung aus guter Langzeitqualität und durchschnittlichem Image lassen die Preise für zwei- oder dreijährige Phaeton aus Leasingrücklauf kräftig purzeln. Einen gebrauchten Phaeton mit Baujahr 2011, 100.000 Kilometern auf dem Tacho und Dreiliter-TDI findet man ab rund 27.000 Euro. So wird am Ende aus dem Oberklasse-Fahrzeug doch noch ein echter Volks-Wagen.

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