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Lexus NX 300h im Test: Das Design ist dynamischer als sein Motor

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Neues SUV im Test  

Lexus NX 300h: Das Design ist dynamischer als der Motor

21.07.2014, 14:43 Uhr | Marcel Sommer, Press-Inform

Lexus NX 300h im Test: Das Design ist dynamischer als sein Motor. Lexus NX 300h (Quelle: Hersteller)

Lexus NX 300h (Quelle: Hersteller)

Der neue Lexus NX 300h wagt mit spektakulärem Design einen Angriff auf die Premium-Konkurrenz. Doch das Hybrid-SUV kann nicht alles halten, was es von außen verspricht.

Ohne Frage, die Designer aus dem Hause Lexus haben Mut. Ohne große Veränderungen zur Studie LF-NX kommt das Mittelklasse-SUV Mitte Oktober als Serienmodell auf den Markt. Auf den ersten Blick fallen die scharf gezeichneten LED-Frontscheinwerfer ins Auge. Tiefe Sicken und jede Menge Ecken und Kanten bestimmen die Frontansicht.

Lexus NX 300h: Aufregend gestyltes SUV

Endlich einmal wieder ein Design, das sich etwas traut. Das Konzept der scharfen Kanten zieht sich beim 4,63 Meter langen und 1,85 Meter breiten NX konsequent bis zum Heck und seinen herausstechenden Rückleuchten. Der Lexus ist ein Hingucker, einer der begeistert und die Augen beschäftigt.

Hochwertiger Innenraum mit viel Platz

Dieser Eindruck verfliegt auch nicht, werden die fünf Türen geöffnet und ein Blick ins Innere gewagt. Schicke Materialien, ausreichend Platz sowohl in der ersten als auch der zweiten Reihe und ein von 555 auf 1600 Liter erweiterbarer Kofferraum steigern die Vorfreude auf eine erste Ausfahrt.

Das Lenkrad wirkt im ersten Augenblick etwas kleiner als für ein SUV erwartet. Jedoch weicht diese Überraschung der Erkenntnis, dass es genau das richtige Format hat. Per Lenkradsteuerung und Lenkstockhebeln lassen sich zudem nahezu alle Einstellungen des Fahrzeugs vornehmen.

Hybridantrieb mit Schwächen

Leider kann der Hybridantrieb des SUV nicht überzeugen. Nachdem voller Hoffnung auf eine lautlose Fortbewegung der Elektromodus aktiviert wurde, holt einen der 2,5 Liter große Benzinmotor viel zu früh in die Realität zurück. Selbst wenn man das Gaspedal nur streichelt, wird der 155 PS starke Vierzylinder innerhalb weniger Sekunden zum Verbrennen aufgefordert.

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Schon nach kurzer Zeit ist der grüne Gedanke genauso schnell verflogen, wie der Glaube, dass das eigene Smartphone auch tatsächlich kabellos im Fach unter der Mittelarmlehne aufgeladen werden kann. Schnell zeigt sich, dass der Fünfsitzer trotz seiner Systemleistung von 197 PS nicht annähernd so dynamisch vom Fleck kommt, wie es sein Äußeres suggerieren möchte.

SUV fährt "nur" 180 km/h

Auch der Spurt von null auf Tempo 100 ist mit 9,2 Sekunden alles andere als beeindruckend. Das stört jedoch niemanden ernsthaft. Bei der Höchstgeschwindigkeit sieht das völlig anders aus. Abgeregelte 180 km/h Spitze sind in der Klasse der Premium-SUV ebenso wenig alltagstauglich wie konkurrenzfähig. Stört in vielen Ländern nur im Rande; ist auf deutschen Autobahnen jedoch absolut inakzeptabel. Konkurrenten wie der BMW X3 oder ein Audi Q5 lassen die 200-km/h-Marke ohne nennenswerte Rückmeldungen vorbeifliegen. 

Niedriger Verbrauch entschädigt

Schon das dünne maximale Drehmoment von 210 Newtonmetern steht stellvertretend für den defensiven Gesamt-Fahrauftritt des lässigen Lexus NX. Ein nennenswerter Vorteil des eher trägen Vortriebs schlägt sich im Spritverbrauch von fünf Litern auf 100 Kilometern nieder. Der Fronttriebler mit dem Elektromotor an der Vorderachse erreicht somit eine Reichweite von über 1000 Kilometern ohne Zwischenstopp. Die neue Generation des adaptiven variablen Fahrwerks sorgt unterdessen für eine ordentlich gefederte Fahrt. Die Lenkung des rund 40.000 Euro teuren Lexus NX 300h gibt dem Fahrer ausreichend Rückmeldung, könnte aber ein wenig mehr Präzision vertragen. Für die Sicherheit stehen Assistenten wie das Pre-Crash Safety-System, eine adaptive Geschwindigkeitsregelanlage, Spurhalte- und Totwinkelassistent zur Verfügung.

Lexus NX 300h: Kein Lastesel

Wie schon der Vortrieb, dessen unverkennbarer Klang dem CVT-Automatikgetriebe geschuldet ist, verhält sich auch das Potenzial zum Lastenesel in überschaubaren Grenzen. Denn mit maximal 1,5 Tonnen Anhängelast wird der Lexus, von den knapp 1,8 Tonnen ziehenden Diesel-Konkurrenten nur müde belächelt. Allerdings sieht Lexus seinen NX auch eher anhängerlos in der Stadt umhercruisen, als auf den Parkplätzen vor Stallungen und Baubetrieben. Dank der 360-Grad-Kamera, die über die Unübersichtlichkeit des NX hinwegschauen lässt, gelingen Parkmanöver dafür schon beim ersten Versuch.

Fazit: Gelungenes Design, träger Antrieb

Alles in allem überzeugt der Lexus NX vor allem durch sein ebenso gewagtes wie gelungenes Außen- und Innendesign. Der träge Antrieb dürfte sich gegenüber dem starken Wettbewerbsumfeld mit starken Dieselmotoren und kraftvollen Benziner jedoch schwer tun. Wer sich nicht mit dem Hybrid anfreunden kann: Der 1715 Kilogramm schwere Lexus NX ist auch als Benziner zu bekommen.

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