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Messerscharf: McLaren 650S

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Messerscharf: McLaren 650S

08.08.2014, 12:16 Uhr | wanted.de - Christian Sauer

Messerscharf: McLaren 650S. McLaren 650S (Quelle: Hersteller)

McLaren 650S (Quelle: Hersteller)

Und noch ein Traumauto: Nach dem 12C Spider im vergangenen Jahr hat wanted.de-Autor Christian Sauer nun den 650S von McLaren als ebenso spektakuläres Coupé mit Flügeltüren. Zu haben für knapp eine Viertelmillion Euro.

Foto-Serie mit 17 Bildern

F1, MP4-12C, P1 und nun 650S – McLaren macht es uns nicht leicht, den Durchblick zu behalten: Der F1 war der Zwölfzylinder-Sportler mit bis zu 680 PS aus den 1990er Jahren. Wenn überhaupt, werden die nur 72 gebauten Exemplare heutzutage für mehrere Millionen Euro gehandelt. Sein legitimer Nachfolger, der über eine Million Euro teure P1, ist auf 375 Exemplare limitiert und ausverkauft. Er spielt(e) mit einem 916 PS starken Hybrid-Antrieb wiederum in der obersten Leistungs- und Preisklasse à la Porsche 918 und Ferrari mit. Der MP4-12C, oder später nur noch 12C genannte V8-Biturbo mit 625 PS und rund 200.000 Euro Grundpreis sollte als Coupé und Spider ab 2010 deutlich mehr Kunden ansprechen, was ihm mit mehr als 3000 gebauten Wagen gelungen ist.

Spektakuläre Optik

Nachdem der 12C anders als ursprünglich geplant, doch nicht parallel weiter produziert wird, will McLaren mit dem 650S samt 650 PS weiter die Pace vorgeben. Die Optik könnte mit der vom P1 inspirierten Front samt schmalen LED-Scheinwerfern kaum spektakulärer ausfallen.

Selbst Experten müssen schon zweimal hinschauen, um beide McLaren-Modelle von vorn auseinander zu halten. Vom Hybrid-Sportler übernimmt das "Einstiegsmodell" aber auch Teile der aufwendigen Aerodynamik.

Dazu zählt beispielsweise der Frontsplitter, der bei unserem Testwagen aus Carbon gefertigt ist. Das kostet allerdings ebenso einen vierstelligen Aufpreis wie die filigranen Außenspiegel und großen Lufteinlässe aus dem leichten Wunderstoff.

Futuristische Heckpartie

Damit veredelt, wirkt die ohnehin schon futuristische Heckpartie nun noch dramatischer als beim Vorgänger. Ebenfalls extra zu ordern ist der Heckflügel aus Carbon, der sich im Aero-Modus bereits auf Knopfdruck um einige Grad in den Wind stellt, um mehr Anpressdruck zu generieren. Bei Vollgas stellt er sich nun wie das DRS-System in der Formel 1 wieder flach, um den Luftwiderstand zu reduzieren.

Nimmt der Pilot seinen Fuß bei höheren Geschwindigkeiten vom Gas und bremst stark, klappt der Spoiler komplett hoch und agiert wirkungsvoll als Airbrake.

Die verbesserte Aerodynamik führt beim 650S im Vergleich zum 12C zu einer nochmaligen Optimierung des Fahrverhaltens. Der Supersportwagen fühlt sich noch besser beherrschbar und kontrollierbar an.

Wehe wenn der Active-Knopf gedrückt wird Wie schon bei seinem Vorgänger verblüfft es, wie einfach sich das 650 PS starke Geschoss mit 3,8 Liter Hubraum bei langsamer Gangart bewegen lässt. Mit einer Hand dirigieren wir ihn durch enge Innenstädte, das adaptive Fahrwerk schluckt Unebenheiten geschmeidiger als so manches zivilere Modell und das Geräuschniveau im Cockpit finden wir deutlich entspannter als bei den meisten Konkurrenten wie dem Ferrari 458 Speciale. Doch wehe, der Active-Knopf wird gedrückt und die Drehschalter für Handling und Powertrain werden auf S(port) oder sogar auf T(rack) gestellt. Dann zeigt der McLaren sein anderes Gesicht – das eines Rennwagens mit Straßenzulassung. Passend dazu garantiert die Launch-Controll eine Beschleunigungs-Orgie der besonderen Art: Knopf gedrückt, linker Fuß auf die Bremse und rechter Fuß aufs Gas. Drehzahl bei rund 3000 Touren und dann Bremse los – das Resultat ist im wahrsten Sinn des Wortes atemberaubend. G-Kräfte erleben

Die speziell auf den McLaren zugeschnittenen 305er Pirelli P Zero Corsa Reifen auf den 20 Zoll großen Leichtmetallfelgen an der Hinterachse krallen sich regelrecht im Asphalt fest und in Sage und Schreibe drei Sekunden katapultiert das Drehmoment von 678 Newtonmetern bei 6000 Touren das

1330-kg-Leichtgewicht aus dem Stand auf Tempo 100. Damit gehört der Engländer aus Woking aus England zu den schnellsten Sprintern überhaupt. Die sieben Gänge lassen sich automatisch oder per filigraner Schaltwippe blitzschnell wechseln und wenn der Platz reicht, sind vom grandiosen Sound-Gewitter untermalt nach insgesamt 8,4 Sekunden 200 km/h erreicht. Doch damit nicht genug, die 300er Marke fällt nach 25,4 Sekunden und der Vortrieb endet offiziell erst bei 333 km/h im Coupé und 329 im Spider mit elektrischem Hardtop.

Kurvenmeister Doch der eigentliche Reiz des 650S liegt weniger auf langen Geraden, denn in Kurven verschiedenster Radien. Hier kann er sein messerscharfes Handling voll ausspielen. Anders als vielleicht zuerst zu erwarten war, präsentiert sich die Lenkung super direkt, ohne unnötig schwergängig zu sein. Jeder unserer Lenkbefehle wird auch dank des extrem verwindungssteifen Carbonchassis unmittelbar umgesetzt und der Grenzbereich scheint unendlich weit weg zu sein. Doch ist er einmal erreicht, sind Kenner und Könner am Volant gefragt. Viele Kunden des 12C forderten weniger ESP-Unterstützung im Track-Modus und bekamen es im 650S nun auch. Pures Fahrvergnügen verlangt eine kundige Hand und einen sensiblen Gasfuß, sonst sind Dreher mit dem Mittelmotor-Sportler unvermeidlich. Passend dazu verzögern die Carbon-Keramik-Bremsen kompromisslos aber gut dosierbar, aus 100 km/h sind lediglich 30,7 m Bremsweg angegeben. Einer der besten Sportwagen überhaupt

Das Cockpit hüllt sich nahezu komplett in rutschfestes Alcantara und die dünnen Carbon-Schalensitze garantieren Seitenhalt wie in einem Messerblock, allerdings sollten Kaufinteressenten vorher die passende Größe testen. Die Instrumente sind unverändert wie beim 12C auf die wesentlichen Daten reduziert und das Infotainment-System verbessert. Da die Verarbeitungsqualität nun auch hohe Ansprüche erfüllt, erscheint uns der Preis ab 231.500 Euro angemessen. Fahrdynamisch kann mit dem High-Tech-McLaren kaum ein direkter Konkurrent mithalten, dabei kommt der Fahrkomfort nicht zu kurz und das spektakuläre Design samt Flügeltüren zieht unwillkürlich die Blicke auf sich. Rasante Impressionen finden Sie in unserer Fotoshow.

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