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Porsche 911 Turbo: Ein Motor wird zum Mythos

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Porsche 911 Turbo: Ein Motor wird zum Mythos

28.08.2014, 15:09 Uhr | mid, SP-X, wanted.de

Porsche 911 Turbo: Ein Motor wird zum Mythos. 1974 kam der legendäre Porsche 011 Turbo auf den Markt. (Quelle: Hersteller)

1974 kam der legendäre Porsche 011 Turbo auf den Markt. (Quelle: Hersteller)

Manche Motoren sind längst zum Mythos geworden. Wer ihren Klang einmal gehört hat, der verfällt ihm und wird ihn wohl nie vergessen. Dazu zählt der Porsche 911 Turbo. Mit diesem ersten serienmäßigen Turbo-Sportwagen leitete der Autobauer aus Stuttgart-Zuffenhausen vor 40 Jahren eine ganz neue Ära der Hochleistungssportwagen ein.

Foto-Serie mit 13 Bildern

Dabei wollte Porsche seinen Turbo nach eigenen Angaben zunächst nur in einer prestigeträchtigen Kleinserie zünden. Doch schon in den ersten drei Modelljahren wurden 2850 Einheiten des 911 Turbo produziert. Damit hatten die Porsche-Strategen nicht gerechnet.

Wahnsinn auf Rädern

Im September 1973 zeigte der Stuttgarter Autobauer auf der IAA in Frankfurt einen seriennahen Prototypen. Publikumspremiere der Serienversion war rund ein Jahr später auf dem Pariser Autosalon. Der Ur-Turbo kam noch im selben Jahr mit 6-Zylinder-Boxer-Motor und 260 PS auf die Straße. Eine ganz enorme Leistung bei nur 3,0 Litern Hubraum. Als neues Topmodell von Porsche sollte der 911 Turbo reinrassige Rennsporttechnik auf die Straße bringen. Bei Porsche erinnern sich die Manager noch heute mit einem Schmunzeln im Gesicht an die ersten Kritiken. Als "Wahnsinn auf Rädern" sei der Sportwagen damals bezeichnet worden.

Der Bolide bot eine Höchstgeschwindigkeit von über 250 km/h und einen sensationellen Sprintwert von 5,2 Sekunden für den Spurt auf Tempo 100. Genug Vmax für den Titel "Schnellster deutscher Straßensportwagen“ und sogar ausreichend Temperament, um die meisten englischen und italienischen V12-Boliden auf Distanz zu halten.

Im wirklichen Straßenleben war der wie alle Serien-Porsche voll alltagstaugliche Turbo ohnehin König der Überholspur, sofern er besonnen bewegt wurde. Denn andernfalls ließ der nach gewöhnungsbedürftiger Turbo-Gedenksekunde unvermittelt einsetzende raketengleiche Vorwärtsschub den stärksten Porsche leicht außer Rand und Band geraten.

Riesiger Flügel am Heck

Mit einem Markenzeichen sorgte der Porsche-Turbo auch optisch für Aufsehen: Der riesige Flügel am Heck, der diesen Flitzer bei der Flucht nach vorn auf der Straßen halten sollte, war nicht zu übersehen. Dank Ladeluftkühler erreichte die Motorleistung 1977 die magische Grenze von 300 PS.

Eine vom legendären Porsche-Rennwagen 917 abgeleitete Bremsanlage sorgte für eine standesgemäße Verzögerung. Da der Motorsport für Porsche schon immer eine große Rolle spielte, war bei den Schwaben schnell klar: Der Turbo muss auch auf die Rennstrecke. Und Porsche suchte sich dafür nicht irgendeinen Markenpokal aus, sondern die "Königsklasse". 1983 entwickelte Porsche einen V6-Turbo für das englische Formel-1-Team McLaren. Dieses Triebwerk holte bis zu 1000 PS aus 1,5 Liter Hubraum.

Porsches Turbo schrieb Formel-1-Geschichte Unter dem Namen "TAG-Turbo" schrieb dieser Motor Formel-1-Geschichte. Der Porsche-Turbo fuhr 25 Grand-Prix-Siege ein und machte drei Rennfahrer zu Weltmeistern: 1984 holte Niki Lauda den WM-Titel, in den beiden Jahren danach war der Franzose Alain Prost mit Porsche-Power nicht zu bremsen. Doch selbst ein Rennfahrer wie Alain Prost hatte vor dem Turbo großen Respekt. "Du musst den richtigen Moment für die Beschleunigung finden, und du musst annehmen, wann die Power einsetzt", sagte der Franzose. Und das konnte keiner besser als er. Auf das Timing kommt es an

Nicht umsonst bekam Prost den Spitznamen der "Professor" verpasst. Kaum ein anderer Fahrer konnte ein Formel-1-Rennen so "lesen" wie er. Und kaum jemand bewegte ein 1 000-PS-Auto so perfekt am Limit wie er: "Die Fahrer wurden gegen Rennende müde. Dein Hirn musste mit all den Dingen anders umgehen." Auf das richtige Timing kam es an, verriet Alain Prost. Und das hing von sehr vielen Faktoren ab: "Von der Art der Kurve, vom Speed, dem Grip, der Art der Reifen und wie verbraucht sie schon waren, und wie verbraucht der Turbo war." Auch der Österreicher Gerhard Berger hat ganz spezielle Erfahrungen mit einem Turbo-Motor gemacht. So berichtete er einst, dass der BMW-Turbo auf der Rennstrecke in Monza bei 350 km/h immer noch für durchdrehende Hinterräder sorgte.

Kaum jemand kennt sich so gut mit dem Porsche-Turbo aus wie der legendäre deutsche Rallye-Pilot Walter Röhrl. Denn der zweimalige Weltmeister ist seit Jahren Testfahrer für die Sportwagenschmiede und auch in die Entwicklung dieser Fahrzeuge mit eingebunden. Sein Rat an Porsche-Kunden, die sich für den mächtigen Turbo interessieren: "Der Laie sollte lieber die Finger von diesem Auto lassen." Nicht zuletzt aus diesem Grund wurde auch die "Porsche Sport Driving School" gegründet. In dieser "Fahrschule" lernen die Besitzer die Grenzen dieses Super-Sportwagens zu finden und auszuloten. Das ist bei der Leistung dieses Autos auch bitter nötig, die im Lauf der Modellhistorie beträchtlich wuchs. Die aktuelle sechste Generation bringt in seiner S-Version 560 PS auf die Straße.

Ur-Turbo gab es für 65.800 DM

Den Spurt von null auf 100 km/h erledigt er in gerade einmal 3,1 Sekunden, und die Höchstgeschwindigkeit gibt Porsche mit Formel-1-tauglichen 318 km/h an. Der Preis für dieses Power-Paket: mindestens 197.000 Euro. Zum Vergleich: Die ersten Porsche 911 Turbo kosteten vor 40 Jahren stolze 65.800 DM.

Wer heutzutage einen Porsche 911 Turbo günstiger bewegen will, greift auf die gebrauchten Klassiker zurück, die es auch auf den Online-Börsen mobile.de und Autoscout24 zu finden gibt. Einen Gebrauchten aus den späten 70er bis frühen 80er Jahren bekommt man je nach Laufleistung für Preise zwischen 20.000 und 50.000 Euro. Bis ins kleinste Details restaurierte Modelle übersteigen aber auch gern mal die Marke von 100.000 Euro.

Impressionen der Turbo-Schleudern finden Sie wie immer in unserer Fotoshow.

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