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Diese Geländewagen sind eine sichere Anlage

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Alpha Armouring  

Diese Geländewagen sind eine sichere Anlage

20.05.2015, 19:19 Uhr | SP-X

Diese Geländewagen sind eine sichere Anlage. Geländewagen warten auf den Umbau. (Quelle: Alpha Armoring)

Geländewagen warten auf den Umbau. (Quelle: Alpha Armoring)

Die Welt ist schlecht, und das ist gut so - zumindest für Klaus Ackermann. Denn als Chef des Unternehmens Alpha Armouring, das gepanzerte Geländewagen herstellt, lebt er von der Angst der anderen. Allerdings liefert der 50-Mann-Betrieb längst nicht mehr nur in Krisengebiete.

Foto-Serie mit 8 Bildern

Rolltore, Personenschleusen und Video-Kameras - einen Autohändler stellt man sich anders vor. Doch Klaus Ackermann ist kein gewöhnlicher Autohändler und hat seine Firma aus gutem Grund wie Ford Knox gesichert. Er ist Chef von Alpha Armouring und hinter den hohen Mauern baut und verkauft sein Team pro Jahr rund 80 Sonderschutzfahrzeuge, mit denen sich Botschafter, Wirtschaftsbosse und TV-Crews in die Krisengebiete dieser Welt wagen.

Mercedes G-Klasse und Toyota Land Cruiser

Während Politik und Prominenz oft in gepanzerten Limousinen vom Schlage der S-Klasse oder des Siebeners unterwegs sind, stehen auf seinem Hof nur Geländewagen: "Vor allem die G-Klasse von Mercedes und der Land Cruiser von Toyota bestimmen unser Geschäft", sagt Ackermann. Zwar kann man die auch beim Hersteller mit ballistischer Schutzausrüstung kaufen, räumt Ackermann ein.

Aber er habe die kürzeren Lieferzeiten und die niedrigeren Preise, sagt der Firmenchef, während sein Blick durch einen eigenwilligen Konferenzraum schweift: Wo in anderen Autohäusern moderne Kunst oder friedliche Landschaften für einen angenehme Besprechungsatmosphäre sorgen sollen, hängen hier in den Bilderrahmen zerschossene Scheiben und auf den Fotos sieht man staubige Einsatzfahrzeuge in unwirtlichen Gegenden.

Kein Wunder. "Früher lagen die Brennpunkte unseres Geschäftes vor allem in Südamerika. Aber heute verkaufen wir besonders viele Autos in den Nahen Osten und nach Afrika", plaudert Ackermann und klingt wie ein Erdkundelehrer, wenn er routiniert Länder wie Afghanistan, Syrien, Nigeria und verschiedene russische Regionen aufzählt.

Nur bei einem Land gerät er selbst ins Stocken, obwohl es buchstäblich ganz naheliegend ist: Dass auch in der Schweiz jemand seine Panzerwagen brauchen könnte, das hat selbst den Profi ein wenig irritiert. >>

Je länger Ackermann über Kunden ("vor allem Botschaften, Regierungen") und Märkte erzählt, desto unruhiger wird er. Nicht nur, weil Diskretion in diesem Geschäft oberstes Gebot ist. Sondern auch, weil es ihn aus dem Konferenzraum nach unten in die Montage-Halle zieht. Komplett ausgeweidet steht dort ein halbes Dutzend Wagen und wartet auf den Einbau der zentnerschweren Panzerplatten.

Die schrauben und schweißen 50 Mitarbeiter nicht einfach nur stumpf hinters Blech. "Wir achten streng darauf, dass auch die Fugen geschlossen sind und wir jeden möglichen Einschusskanal dicht machen", sagt Ackermann. Und statt danach einfach die alten Konsolen und Verblendungen wieder einzusetzen und eben ein paar breitere Fugen zu akzeptieren, wird auch das Interieur komplett angepasst: Türtafeln werden neu ausgeschnitten, Verkleidungen neu beledert, Kabel neu verlegt.

Dazu kommen schusssichere Reifen, auf denen man auch nach einem Treffer noch weiterfahren kann, und sogar der Tank wird mit einem selbstreparierenden Schaum gegen Beschuss gewappnet. Nur Mittel zur aktiven Gegenwehr baut Alpha Armouring nicht ein, nur die Panzerung. Aber die Autos müssen nicht nur sicher sondern auch fahrbar sein, sagt der Firmenchef und erzählt von langen Testfahrten, bei denen Federung, Bremsen und Lenkung an das größere Gewicht angepasst werden.

Eine gute Tarnung ist entscheidend

Die Panzerung sieht man den Wagen kaum an. Wer nur flüchtig hinschaut, wird die gepanzerte G-Klasse nicht vom Original unterscheiden können. "Eine gute Tarnung ist die halbe Miete", sagt Ackermann. Dass Alpha Armouring auch anders kann, haben die Spezialisten mit dem Modell Valiant bewiesen. Auch dieser Wagen basiert auf der G-Klasse, macht sich aber nicht mehr die Mühe, seine harte Schale unter einem feinen Zwirn zu verbergen. Im Gegenteil: Bald einen halben Meter aufgebockt, mit Ballonreifen und meterhohen Ansaugstutzen und Suchscheinwerfern auf dem Dach bestückt sieht er aus wie der Dienstwagen von Mad Max.

Und wer sich einmal in die Schalensitze der Besatzung verirrt, wähnt sich angesichts von Nachtsichtgerät, automatischer Feuerlöschanlage und Notfall-Sauerstoff tatsächlich in einem Kampfwagen. Zwar wünscht sich Ackermann wahrscheinlich nichts lieber, als den Valiant tatsächlich einmal in Serie zu bauen. Nicht zuletzt, weil er dann statt 200.000 bis 400.000 Euro für eine G-Klasse einen siebenstelligen Betrag auf die Rechnung schreiben kann.

Doch ganz so schlecht ist die Welt dann offenbar doch nicht. Oder seine anderen Autos sind einfach gut genug. Prekäre Situationen haben seine Kunden angeblich schon zuhauf erlebt, räumt der Chef von Alpha Armouring ein. "Aber toi, toi, toi", sagt der Manager, "bislang ist in einem Wagen von uns noch nie jemand zu Schaden gekommen."

Sehen Sie die gepanzerten Geländewagen von Alpha Armouring aus München auch in unserer Fotoshow.

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