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Aston Martin Vanquish Volante V12 S

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Schnittig, schick und edel  

Aston Martin Vanquish Volante V12 S

05.11.2014, 16:51 Uhr

. Aston Martin Vanquish Volante ist eine Wucht auf Rädern. (Quelle: Hersteller)

Aston Martin Vanquish Volante ist eine Wucht auf Rädern. (Quelle: Hersteller)

Die britische Autoschmiede Aston Martin stellt mit dem Vanquish Volante V12 S einen echten Kraftprotz auf die Räder. Wirklich wegweisend Neues bietet aber auch der dynamisch aussehende Brite nicht. Spaß bereitet der 576-PS-Roadster dennoch reichlich.

Der Rahmen hätte passender nicht sein können. Beim Pebble Beach Concours d'Elegance stand ein schimmernder Aston Martin auf dem akkurat geschnittenen Rasen des Golf Kurses. Dort wo die Schönen und Reichen ihr nächstes Spaß-Mobil in Augenschein nehmen, sammelte sich bald eine Menschentraube um den Roadster. Der Kühlergrill, die lange Schnauze, die schmalen Augen und die perfekt platzierten Sicken und Lichtkanten, die sich an der Flanke des Roadsters entlang schlängelten – zogen die Blicke magisch auf sich.

Außen und innen nichts neues

Keine Frage, das Design der Aston Martins beeindruckt nach wie vor, doch die echten optischen Weiterentwicklungen fehlen. Trotzdem: Der Vanquish Volante V12 S verströmt schon im Stand eine elegante Dynamik. Lässt man sich in die bequemen Sportsitze sinken, verändert sich die schöne Welt ein wenig. Denn das Interieur wirkt leicht angestaubt.

Dass ein Aston Martin in einer echten Manufaktur entsteht, merkt der Betrachter am fein gesteppten Leder, das die bequemen Sportsitze mit den Halt gebenden Wangen überzieht.

Teures Leder und billiges Plastik

An Leder mangelt es in dem Cockpit nicht. Fühlt sich fein an und sieht auch genauso aus und auch die Carbon-Applikationen passen zu dem schnittigen Briten.

Doch mittendrin irritiert billig wirkendes Plastik Hand und Auge. Da sind wir auch schon beim Thema: Das Infotainment-System zeigt eine Grafik, wie sie zu Zeiten der Ur-Playstation, die vor gut einem Jahrzehnt das Maß aller Dinge war. Pixelige Schriften und eine Navigations-Anmutung auf einem aufklappenden kleinen Monitor, die die Bilddarstellung des beileibe nicht beeindruckenden Porsche-Lotsen, wie Hightech wirken lässt.

Die fein skalierten Rundinstrumente gehen noch als Traditionsbewusstsein durch.>>

Doch die Bedenken schwinden, wenn erst der Schlüssel geschluckt wird (hat was!) und der Sechs-Liter-Dampfhammer aus zwölf Zylindern mit der Kraft von 576 PS grollt. Per Knopfdruck auf "D" rollt der Vanquish Volante V12 S los.

Fahrspaß dank sattem Vortrieb

Das Raubtier unter der langen Motorhaube lockt akustisch unverhohlen mit seiner Kraft und will von der Leine gelassen werden. Dazu kommt, dass das automatisierte sequentielle Schaltgetriebe im reinen Automatikmodus bei jedem Schaltvorgang ein leichtes Nicken provoziert. Deshalb nimmt man beim Volante V12 S sein Glück besser selbst in die Hand und schaltet die Gänge über Schaltwippen durch.

Dann macht das Bewegen des formschönen Briten noch mehr Spaß. Stellt der Fahrer den Vanquish mit der Sport-Taste scharf, straffen sich die adaptiven Dämpfer, die Lenkung wird etwas fühlbarer und die Gasannahme direkter. Das dreistufige ESP sollten nur echte Könner komplett deaktivieren. Denn bei dem nervös tänzelnden Heck sind im Falle des Falles schnelle Lenkreaktionen gefragt.

Lustvoller Lärm aus 12 Töpfen

Der Akustik-Orkan aus zwölf Töpfen hat Suchtpotential. Jeder Gasstoß mündet in ein lustvolles, kraftvolles Jauchzen, das den folgenden Tornado ankündigt. Um den Aston Martin mit allen Sinnen zu genießen, genügt ein Kickdown. Sobald der Untergrund feucht ist, bekommt der 4,69 Meter lange Sportwagen die Kraft von 630 Newtonmetern trotz Transaxle-Bauweise und der Achslastverteilung von 51:49 nicht mehr komplett auf den Boden.

Beim engagierten Einlenken in enge Kurven und dem darauffolgenden Herausbeschleunigen macht sich das Gewicht des V12-Monsters bemerkbar. In nur vier Sekunden knackt der Volante V12 S die 100-km/h-Marke und erst bei 317 km/h ist Schluss.

Edler Schluckspecht

Der angegebene Durchschnittsverbrauch von 12,8 Litern pro 100 km/h dürfte ins Reich der Fabel verwiesen werden, wenn der Fahrer den Aston Martin auch nur ansatzweise artgerecht bewegt. Doch wer sich den ziemlich knackigen Preis von 268.995 Euro leisten kann, wird sich vermutlich wenig um Spritpreise oder einen niedrigen Verbrauch scheren. Klar ist der Aston Martin Vanquish kein Massenwagen vom Fließband, aber angesichts des Gebotenen definitiv etwas für echte Liebhaber.

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