Startseite
Sie sind hier: Home > Auto > Fahrberichte >

GT-R vs. 911er: Supergeschoss trifft auf Sonnensportler

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Nissan GT-R vs. Porsche 911er  

Supergeschoss trifft auf Sonnensportler

15.12.2014, 16:33 Uhr | Wolfgang Gomoll / Stefan Grundhoff, Press-Inform

GT-R vs. 911er: Supergeschoss trifft auf Sonnensportler. Sportler aus zwei verschiedenen Welten (Quelle: Press-Inform)

Sportler aus zwei verschiedenen Welten (Quelle: Press-Inform)

Wie viel Sportler soll es für rund 100.000 Euro sein? Entweder ein echtes Supergeschoss wie den Nissan GT-R oder lieber einen variabler Sonnensportler wie der Porsche 911 Carrera 4S? Keine leichte Entscheidung.

Diese Sportler könnten unterschiedlicher nicht sein

Der Nissan GT-R verspricht für einen in dieser Liga spektakulär günstigen Preis von 96.400 Euro Fahrleistungen, die keinerlei Wünsche offen lassen. 550 PS, Allradantrieb und weit über 300 km/h Spitze machen Lust auf Rennstrecke, Bergstraße und Startbahn. Für das gleiche Geld muss man in Zuffenhausen ein paar Etagen tiefer im Regal wühlen, denn mehr als ein gerade einmal 350 PS starker Porsche 911 Carrera ist nicht drin.

Da sich auch der Japaner ein paar Extras gegönnt hat, legen wir beim Porsche ein paar Tausender drauf und gönnen dem Vergleich den 911 Targa 4S. 400 PS, Allradantrieb und ein sich wie von Geisterhand öffnendes Targadach - macht rund 124.000 Euro. Beide bieten die ebenso komfortable wie souveräne Antriebskombination aus Allradantrieb und Doppelkupplungsgetriebe und lassen ihren Interessenten auch keine großen Alternativen. 4x4 haben beide serienmäßig an Bord.

100 Jahre alt 
"Biest von Turin" wieder zum Leben erweckt

Nach aufwändigen Sanierungsarbeiten brodelt es wieder unter der Motorhaube. Video

Innenraum des GT-R wie aus einer Spielkonsole

Während sich der Nissan GT-R in einer ungewöhnlichen Mischung aus Zurückhaltung und martialischen Karosserieschnitten ins Auge brennt, lässt es der Porsche 911 Targa deutlich eleganter und zurückhaltender angehen. Das spiegelt sich auch im Innenraum wieder. Der Nissan lockt in Sachen Verarbeitung und Design eher asiatische und amerikanische Kunden mit Bedienoberflächen und einem beeindruckenden Bildschirmsystem wie aus einer Spielkonsole.

Es gibt fast nichts, über was die digitalen Displays nicht informieren: Beschleunigung, Bremsen und das Drehmoment.

Der 911er hält es klassisch

Gerade die ansteigende Mittelkonsole mit der Schalterflut ist nicht jedermanns Geschmack, doch für derartige Aufregung wie im GT-R gibt es keinen Grund. Zumal man sich auch bei diesem Bedienkonzept ohne große Probleme zurechtfindet.

Mit seinem 315 Liter fassenden Kofferraum zeigt sich der Nissan auch im Alltag tauglicher, zumal die Rückbank sogar den Namen verdient. Anders beim Porsche: Neben dem 125-Liter-Handgepäck-Abteil lassen sich auch noch die hinteren Notsitze als Verstaumöglichkeit nutzen.

Im Test 
Porsche 911 Carrera GTS: Der perfekte Mittelweg

Power, die fast an den GT3 heranreicht, extrem sportliches Fahrwerk und Komfort der üblichen Serienmodelle. Video

Nissan lässt den Porsche stehen

Auch wenn das Fahrzeugsegment mit einem 2+0-sitzigen Sportcoupé mit Allradantrieb und Doppelkupplungsgetriebe auf den ersten Blick auf beide Modelle zutrifft, katapultiert sich der Nissan schon von seinen Leistungsdaten her in Dimension eines Porsche 911 Turbo S, der dabei ganz lässig das Doppelte kostet. Der 3,8 Liter große Sechszylinder des Gozilla-Japaners mit doppelter Turboaufladung leistet in seiner aktuellen Ausbaustufe ebenso gigantische wie rauchig fauchende 550 PS.

Das maximale Drehmoment von 632 Newtonmetern zwischen 3.200 und 5.800 Umdrehungen katapultiert den Fahrer nicht nur beim Imagesprint von null auf Tempo 100 in spektakulären 2,7 Sekunden in den gut geschnittenen, aber etwas zu hoch positionierten Sportsitz. Spitzengeschwindigkeit: über 315 km/h. Da wird es sogar für ganz andere Sportwagen-Kaliber eng.

Real-Verbrauch: knapp vier Liter Unterschied

Dagegen ist der Porsche 911 Targa 4S selbst mit Sport-Chrono-Paket ein zahmes Lämmchen. 400 PS und 440 Newstonmeter Drehmoment lassen den Schwaben vom Start weg einen deutlichen Rückstand haben. Dabei sind 294 km/h Spitzengeschwindigkeit und null auf Tempo 100 in 4,6 Sekunden alles andere als ein schlechter Wert - für einen Sauger. Denn im Gegensatz zum Nissan GT-R muss der ebenfalls 3,8 Liter große Sechszylinder ohne Turbopower auskommen.

Immerhin in der Verbrauchwertung lässt der Stuttgarter das Nippon-Geschoß hinter sich. Noch größer als der Unterschied beim Normverbrauch 11,8 Liter des Nissan gegenüber den 9,2 Litern des Porsche zeigt sich die Realität. Hier ist der GT-R nicht unter 14,5 Litern zu bewegen; beim Targa 4S sind es real mindestens 10,8 Liter.

Gleiter mit fahrdynamischem Potenzial

Das schicke Dach und alle Verstrebungen des Targa machen den Bügel-Porsche rund 1.6 Tonnen schwer - rund 100 Kilogramm mehr als beim 911er Coupé. Dieser Zusatz-Hüftspeck macht sich in scharf genommenen Kurven natürlich bemerkbar, auch wenn sich der gute Porsche Hang-On-Allradantrieb nach Kräften müht, das Körpergewicht zu vertuschen. Nimmt man sich den Targa 4S zur Brust, lässt er sich beim Einlenken ein bisschen Zeit und drängt auch in der Kurvenfahrt einen Hauch nachdrücklicher nach außen. Beim Komfort hat der Targa 4S dank der variablen Dämpfer keinen Malus.

Nippon-Sportler zeigt dem Targa die Endrohre

Wie beim Allrad-Porsche greift beim Nissan GT-R die Vorderachse erst dann spürbar ein, wenn den Hinterrädern der nötige Schlupf ausgeht. Im Grenzbereich ist der GT-R spitzer, schärfer, einfach besser - und spaßiger, während der Targa gekonnt den ambitionierten Sportcruiser mimt. Dabei hat der Porsche seine Stärken - zumindest in diesem Vergleich - im Alltagsbetrieb bis zu höheren Tempi. Geht es mit Krawall zur Sache, zeigt der Nissan GT-R dem Porsche 911 Targa 4S Schlusslichter und Endrohre.

Die armdicken Enden der Auspuffanlage suggerieren nicht nur Potenz, der Nissan GT-R hat sie und der Allradantrieb kann damit umgehen. Eine ganze Armada von Sensoren gleicht im Zusammenspiel mit der Software den Traktionszustand des Fahrzeugs, den Lenkwinkel und die Richtung, in die das Auto sich bewegt ab. Je schneller der Nissan ist, umso besser schlägt sich das Doppelkupplungsgetriebe, dass bei langsamer Fahrt Mühe hat, langsame Geschwindigkeiten und gewaltige Kräfte zu koordinieren.

Gegner aus zwei verschiedenen Welten

Zwei ähnliche Sportler, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Wer den besseren Alltagssportler sucht und sich nicht nur in den Sommermonaten mit Sonne und Frischluft von oben belohnen möchte, kommt um den Porsche 911 Targa 4S nicht herum. Wer maximalen Sport für weniger Geld sucht, verliebt sich trotz oder gerade wegen des Spielkonsolencharmes in den Nissan GT-R, der in allen Lebenslagen spektakulären Schub und nicht weniger beeindruckende Fahrleistungen bietet.

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Ab 6 Uhr können Sie hier wieder wie gewohnt diskutieren. Wir danken für Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Straßenlaterne rettet Leben 
Junge Frau hat das Glück ihres Lebens

An einer Kreuzung stoßen zwei Autos zusammen. Ein Peugeot verliert die Kontrolle, rast auf den Bürgersteig zu. Eine Straßenlaterne rettet einer jungen Passantin das Leben. Video

Anzeige
AnzeigeGebrauchtwagensuche
Welcher ist Ihr nächster?

Finden Sie hier Ihren neuen Gebrauchten:

 


Anzeige
shopping-portal