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BMW M3 – Tourenrennwagen für den Alltag

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BMW M3 – Tourenrennwagen für den Alltag

18.12.2014, 13:00 Uhr | Christian Sauer - wanted.de

BMW M3 – Tourenrennwagen für den Alltag. Der BMW M3 peitscht mit seinen 431 PS über den Asphalt. (Quelle: Hersteller)

Der BMW M3 peitscht mit seinen 431 PS über den Asphalt. (Quelle: Hersteller)

Fahr-Verheißung aus München: In der neuesten Generation will der viertürige Sportler aus München mit 431 PS wieder Maßstäbe setzen. Ob dem noch recht frischen BMW M3 das gelingt, klärt unser Testfahrer Christian Sauer in seinem Fahrbericht.

Foto-Serie mit 20 Bildern

Was soll man(n) davon halten – Yas Marina Blau – heißt der auffällige Lackton unseres Testwagens. Metallisch glänzend scheint das "Babyblau" besonders bei Frauen Sympathien zu wecken. Dabei gilt der M3 seit fast 30 Jahren doch eigentlich als Auto für echte Kerle. Und die dürfen seit dem frühen Sommer 2014 den Renner genießen.

M3-Entwicklung seit 1985

Erfahrung hat BMW mit dem verstärkten BMW genug: Im Frühjahr 1985 begann die Motorsport-Abteilung von BMW mit der Entwicklung eines Rennwagens für den Tourenwagensport. Seine Premiere feierte der erste BMW M3 mit Straßenzulassung dann im September 1985 auf der IAA in Frankfurt, zuerst als Coupé mit einem Vierzylinder-Saugmotor samt 2,3 Liter Hubraum und 195 PS. Ihm folgte bald eine Cabrio-Version und in der zweiten Generation Anfang der 90er Jahre auch eine Limousine. Die Leistung stieg dank sechs Zylindern auf bis zu 321 PS.

In der dritten Auflage waren es bis zu 360 PS und mit V8-Sauger erreichte die vierte Generation mit 4,0 beziehungsweise 4,4 Liter Hubraum sogar 420 bis maximal 450 PS. Beim Nachfolger gibt es nun gravierende Neuerungen: Zum einen präsentiert sich der M3 entsprechend der neuen BMW Modellstrategie nur noch als viertürige Limousine. Das zweitürige Coupé und Cabrio mit festem Klappdach heißt inzwischen M4.

Das Downsizing geht weiter

Zum anderen hält der Trend des Downsizing weiter an, in dessen Folge auch die größeren M5 / M6 von zehn auf acht Zylinder degradiert wurden. Beim M3 / M4 verbannte BMW den V8 und tauschte ihn wieder gegen sechs Zylinder ein.

Der vollkommen neu entwickelte Reihenmotor mit sogenannter "M TwinPower Turbo Technologie" und Hochdrehzahl-Konzept leistet zwar "nur" 431 PS, dafür fällt das maximale Drehmoment mit 550 Nm rund 40 Prozent höher als beim Vorgänger aus und steht zudem über ein breiteres Drehzahlband von 1850 bis 5500 Touren zur Verfügung. Untypisch für ein Turbo-Triebwerk ist, >>

dass sich alle Pferdchen erst ab 5000 Umdrehungen versammeln und die Herde bis 7300 zusammen bleibt. Subjektiv fühlt sich der drehfreudige Turbo dadurch noch sportlicher an. Dazu passt der Sound aus den vier Auspuffrohren, der nach dem Start per Knopfdruck fast wie ein V8 tief blubbert und vor allem im Sport- oder Sport Plus Modus mit zunehmender Drehzahl seine Stimme lautstark erhebt. Wie bei seinen großen Brüdern lassen sich auch im M3 und M4 Dämpfung, Lenkung sowie Motor in drei Stufen einstellen.

Dazu kommen die Schaltzeiten des 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebes, das für 3900 Euro Aufpreis als Alternative zur serienmäßigen 6-Gang-Handschaltung – ebenfalls mit automatischem Zwischengas – bestellbar ist. Wir würden uns aber nicht nur wegen der besseren Beschleunigung von 4,1 statt 4,3 Sekunden aus dem Start auf 100 km/h per Launch Control für das DKG entscheiden. Es macht einfach sehr viel Spaß, manuell mit dem kleinen Schaltknauf oder den massiv wirkenden Schaltpaddel bei Vollgas knallhart durch die Gänge zu jagen und dann später wieder die Automatik sanft arbeiten zu lassen. Dieser schwierige Spagat zwischen alltagstauglichem Komfort und maximalem Fahrspaß gelingt dem Bayern nahezu perfekt in allen Disziplinen.

Auf Knopfdruck wird der M3 noch sportlicher

Wir haben uns die zwei M-Knöpfe am filigranen Multifunktions-Lenkrad samt dickem Kranz und in den M-Farben gehaltenen Nähten mit den jeweils extremsten Setups programmiert. So fahren wir die Langstreckenlimousine mit gutem Geradeauslauf und angenehmer Federung, die trotz der optionalen 19-Zöllern unseres Testwagens nur kurze Stöße spüren lässt. Die neuen Sportsitze mit beleuchtetem M-Symbol und integrierter Kopfstütze sind bequem, leider fehlt ihnen einen Verstellung der Beinauflage. Dafür bieten sie Sitzheizung und aufblasbare Seitenwangen für mehr Halt in Kurven. Und die haben an Bord des Bayern ihren ganz besonderen Reiz, wenn er seine sportliche Seite zeigen darf.

Dann präsentiert sich die elektromechanische Zahnstangen-Lenkung mit variabler Übersetzung noch direkter und fester. Das Handling begeistert und das Hinterachs-Sperrdifferenzial beschert dem Hecktriebler optimale Traktion. Man kann sich regelrecht in Kurven werfen und verschmilzt mit dem Wagen. Das passt wie ein Maßanzug – oder besser gesagt – wie der Lieblings-Sportschuh. Die bissigen und gut dosierbaren Carbon-Keramik-Bremsen, die sich BMW mit 7300 Euro "vergolden" lässt, machen den M3 wie bereits seine Vorgänger zum adäquaten Gefährt(en) für schnelle Runden auf abgesperrtem Terrain.

Harte Konkurrenz aus Deutschland

Dafür gibt es neben dem konfigurierbaren Head-up-Display mit speziellem M-Modus erstmals auch eine App zur Aufzeichnung und Analyse der eigenen Fahrt. In der neuesten Generation ziert ebenso die M3 Limousine wie das M4 Coupé ein Dach aus Carbon. Dabei ist es nicht nur ein optischer Gimmick, sondern Teil des aufwendigen Leichtbau-Konzepts mit einem Gewichtsverlust von rund 80 kg gegenüber dem Vorgänger. Welcher Sportwagen bietet außerdem bei knapp 1,6 Tonnen einen Kofferraum mit 445 Liter im Coupé und 480 Liter bei der Limousine. Da ist vor allem die deutsche Konkurrenz mit dem Audi RS4 / RS5 und dem Mercedes-Benz C 63 AMG zu nennen. Die setzen allerdings weiterhin auf V8-Power mit bis zu 510 PS, sind ausschließlich mit automatischem Getriebe und Allrad oder zumindest mit der Option darauf zu bekommen. Was dem M3 im Vergleich fehlt, ist eine Kombi-Variante. Dafür startet der BMW schon bei rund 72.000 Euro – kein Schnäppchen, aber jeden Cent wert. Und vor allem sportliches Fahren, das im Vergleich zu einem viel teureren Porsche 911 doch einen gewissen Einsteiger-Luxus bietet. Sehen Sie sich mehr Impressionen vom M3 in unserer Fotoshow an.

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