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Mercedes-AMG C 63 S Fahrbericht: Es bollert weiter in der Mittelklasse

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Mercedes-AMG C 63 S im Test  

Es bollert weiter in der Mittelklasse

24.02.2015, 13:37 Uhr | Marcel Sommer, Press-Inform

Mercedes-AMG C 63 S Fahrbericht: Es bollert weiter in der Mittelklasse. Mercedes-AMG C 63 S (Quelle: Hersteller)

Mercedes-AMG C 63 S (Quelle: Hersteller)

Downsizing spielt beim neuen Affalterbacher C zum Glück nur beim Hubraum eine Rolle. Der neue Mercedes AMG C 63 S fährt ohne Probleme und nicht gerade leise in der linken Spur seines erfolgreichen Vorgängermodels.

Dass der neue Sportler und Konkurrent von BMW M3 und Audi RS4 schon lange vorher zu hören ist, hat er seiner äußerst mutigen Kombination einer Sportabgasanlage mit Klappentechnologie und seinem neuen 510 PS starken Benzinmotor zu verdanken.

Mercedes-AMG C 63 S: Der V8 bleibt

Der größte Unterschied zu seiner Konkurrenz ist die nackte Anzahl an Zylindern. Während der Downsizing-Wahn um sich schlägt, hat sich Mercedes-AMG für den Verbleib eines satt klingenden V8-Trieberwerks entschieden - jedoch nicht ohne nennenswerte Unterschiede zum 6,3 Liter großen Saugmotor-Vorgänger. Das Herzstück ist ein um 2,2 Liter auf 4,0 Liter geschrumpfter V8 mit Biturbo-Aufladung.

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Brachiale Kraft im Mittelklasse-Wagen

An seiner brachialen Kraftausbeute hat dieses Schrumpfen einen gegenteiligen Effekt hervorgerufen. 700 Newtonmeter Drehmoment zerren nun an der Hinterachse und halten das in drei verschiedenen Modi einstellbare ESP im Dauerstress. Der Fahrer merkt von der 24/7-Arbeit der Traktionskontrolle nichts - solange er es nicht drauf anlegt, die Autobahnauf- oder -abfahrt durch die Seitenscheibe anzusteuern. Denn das ist durch einen beherzten Gasstoß ohne viel Können und innerhalb eines Augenblinzlers möglich.

Allerdings nur in der Theorie. Das scharfe und auch das mittelscharfe ESP holen den Wagen im Nu in die geregelte Bahn zurück. Selbst im deaktivierten Modus wacht es beim Bremsvorgang auf die richtige Bremsbalance. Den Gasfuß muss der Fahrer des 84.371 Euro teuren Mercedes-AMG C 63 AMG aber immer noch selbst im Griff haben.

Schalten mit Paddles eigentlich nicht nötig

Ebenfalls im Griff hat er auf Wunsch die Schaltvorgänge, die mit einem brachialen Zwischengas-Sound begleitet werden, sollten die Aluminium-Schaltpaddels genutzt werden. Außer auf der Rennstrecke oder bei einer heißen Kurvenjagt lohnt sich das Entmündigen der Siebengang-Automatik allerdings nicht. Und auch das Herumspielen mit den Fahrmodi zwischen Comfort, Sport, Sport+, Individual und Race macht beim täglichen Gebrauch nur wenig Sinn.

Hart und unvernünftig

Zu hart ist die Federung in den sportlichen Modi, zu laut das Geschrei vom Beifahrersitz: "In der Fahrschule habe ich gelernt, dass man früh hochschalten soll!" Klar, zum Spritsparen. Aber wer sich einen AMG auf den Hof stellt, hat mit dem Thema hoffentlich eh schon lange abgeschlossen. Denn die 8,4 Liter auf 100 Kilometer werden nur Realität, wenn 50 Kilometer davon geschoben werden - mit abgeschalteten Motor versteht sich.

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Immerhin mit Stopp-Start-Automatik

Damit aber auch ein sportlicher Fahrer am Stammtisch etwas zum Thema Umweltbewusstsein in die Runde werfen kann, stehen immerhin eine Stopp-Start-Automatik und die Chance aufs Segeln auf der Habenseite. Letzteres wird durch ein kleines Segelboot im 5,5 Zoll großen Kombiinstrument zwischen Drehzahlmesser und 320-km/h-Tachoblatt animiert.

Fast 300 km/h sind drin

Was einen echten AMGler wahrscheinlich mehr interessiert, spielt sich auf den beiden Rundinstrumenten ab. Denn hier wird er Zeuge einer äußerst bemerkenswerten Beschleunigung. "Und das trotz der Kraft von nur zwei Rädern“, schießt es in den vier Sekunden durch den Kopf, während die Tachonadel die Tempo 100-Markierung überquert. Ob sie nun bei 250 oder 290 Kilometer pro Stunde (AMG Driver's Package) verharrt, liegt ganz am Geldbeutel und Mut des Besitzers.

Es wird laut im Innenraum

Weder für Geld noch für gute Worte wird der Fahrer leider die störenden und sehr lauten Innengeräusche los, die weder vom Motor noch vom Auspuff herrühren, sondern vielmehr ein akustisches Abbild des Reifen-Boden-Kontaktes sind. Eine Unterhaltung ist ab 120 Sachen nicht mehr wirklich angenehm zu führen.

Kurven sind sein Metier

Den meisten Spaß bereitet der Mercedes-AMG C 63 S allerdings auf kurvenreichen Bergstraßen. Erst dort zeigt der 1730 Kilogramm schwere Wagen seine wahre Stärke und bekommt zugleich die Möglichkeit über sein Gewicht hinwegzutäuschen. Die Präzision der elektromechanischen Sportparameter-Lenkung mit ihrer direkten Übersetzung und variabler Lenkunterstützung lässt sowohl Gewicht als auch 4,76 Meter Länge in Vergessenheit geraten. Zu groß ist der Spaß, den die Kombination von Triebwerk, Sportfahrwerk und Keramik-Hochleistungs-Verbundbremsanlage bereiten.

Die gut passenden Sportsitze bieten derweil einen hervorragenden Seitenhalt und einen perfekten Kontakt zum Fahrzeug. Und wenn selbst Rennfahrer-Legende Bernd Schneider sagt, dass "vor allem auf trockener Fahrbahn der Wagen so richtig Laune macht", gehen Kritikern die Argumente aus. 

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