Startseite
Sie sind hier: Home > Auto > Fahrberichte >

Mercedes S 500 4matic Coupé im Test: So lässig vergeht die Zeit im Stau

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Mercedes S 500 Coupé im Test  

Warum der Stau trotz 455 PS nicht schocken kann

13.03.2015, 16:12 Uhr | t-online.de,

Mercedes S 500 4matic Coupé im Test: So lässig vergeht die Zeit im Stau. Mercedes S 500 4matic Coupé im Test: So lässig vergeht die Zeit im Stau. (Quelle: t-online.de)

Mercedes S 500 4matic Coupé im Test: So lässig vergeht die Zeit im Stau. (Quelle: t-online.de)

Ein dumpfes Fauchen beim Starten entzündet bei mir am Morgen die Lust aufs Autofahren - seidig gleitet die Mercedes-Flunder danach über die Straße, die tief liegende Schnauze schnüffelt gierig über den Asphalt, grimmige Augen schielen Richtung Landstraße und Autobahn. 455 PS warten nur darauf, von mir von der Leine gelassen zu werden. Doch im Testbericht mit dem Mercedes-Benz S 500 Coupé kommt alles ganz anders.

Denn schon kurz nach dem Start des Fünfmeter-Schiffes stecke ich im Stau fest - der gesperrten Schiersteiner Brücke zwischen Mainz und Wiesbaden sei Dank. Die wenigen Kilometer bis zur Autobahn haben gerade mal gereicht, um den fast fünf Liter großen Motor etwas warm zu fahren - jetzt könnte ich Gas geben. Nix da.

Mercedes S 500 Coupé: Schön auch im Stau

Mit einem Klick auf einen Knopf links vom Cockpit schalte ich die Rundumkamera (1000 Euro Aufpreis) ein und überprüfe auf dem 31,2 Zentimeter großen Display, wer dem über fünf Meter langen Coupé zu nahe kommt. Immerhin: Statt hämisch-grinsender Gesichter ("Was bringen dir jetzt über 400 PS?") halten die anderen Autofahrer respektvoll Abstand. Vermutlich bewundern sie die organisch geformte Außenhaut des sportlichen Luxusliners - egal, wo ich mit dem S 500 auftauchte, waren mir offene Münder sicher.

Weltpremiere von Mercedes 
S-Klasse-Coupé: Luxus pur auf gut fünf Metern Länge

Das XXL-Coupé ist auf dem Genfer Autosalon sicherlich eines der Highlights. Video

Derweil kann ich mich in diesem Kokon aus duftendem Leder, poliertem Holz und kühlem Aluminium des Oberklasse-Coupés ganz entspannt zurücklehnen.

Bequem, behaglich, sicher

Nachdem ich die herrlich bequemen Sitze mittels neun Stellmotoren perfekt auf mich angepasst habe, schalte ich die Sitzheizung ein - während im Auto nebenan die Frau selbst mit Mütze im Auto noch friert. Mit dem massiven Drehdrücksteller konfiguriere ich, an welchen Stellen mein Sitz beheizt werden soll.

Da der Controller so gut in der Hand liegt, verbringe ich im Sitzmenü einige Zeit mit Klicken, Drücken und Staunen. Für perfekten Seitenhalt stelle ich noch die Aktivsitze ein - falls es denn mal wieder vorangehen sollte, blasen sich die Seitenwangen entgegen der Kurvenrichtung auf.

Ein rollender Massagetempel

Natürlich kann ein Sitz in der S-Klasse noch mehr, also wähle ich aus sechs verschiedenen Massageprogrammen "Hot Relaxing". Und erhöhe die Intensität. Wohlige Wärme breitet sich aus, während mehrere Motoren mir den Rücken massieren. Was ist schon ein zehn Kilometer langer Stau? Genau, die längste Massage der Welt. Während dessen fährt mein Auto weitgehend autonom durch das Stop-and-Go - der Tempomat hält auch im Stau den Abstand vom Vordermann, die Aktivlenkung führt mit dem Blick der Kameras das Coupé sicher in meiner Spur.

Burmester-Anlage könnte den gesamten Stau beschallen

Auch musikalisch bekomme ich mehr geboten als den Status quo. Die 24 Lautsprecher der sündhafte teuren Burmester-Anlage beschallen meine Luxuskabine mit fettem Bassgewummer bei glasklarem Sound. Da ich im Stau ja nicht viel zu tun habe, drücke ich auch mal das Knöpfchen für das Head-up-Display (1200 Euro Aufpreis). Gestochen scharf werden mir die Daten in die Windschutzscheibe projiziert. Nur noch schnell mit den Lenkradtasten die Höhe einstellen, passt. Und wenn gar nichts mehr geht, kann ich im Stand auch TV schauen (gut 1300 Euro Aufpreis). Oder ich lasse die Sonne rein, indem ich per Knopfdruck das große Panoramadach öffne.

Mercedes S 500 4matic Coupé: Technische Daten und Preise

MotorV8-Biturbo
Hubraum4663 ccm
Leistung455 PS
Drehmoment700 Nm
0 - 100 km/h4,6 s
VMax250 km/h
Verbrauch9,4 Liter
Testverbrauch12,3 Liter
Preis ab125.961 €

Biturbo-V8 verwöhnt auch die Ohren

Schon beim langsamen Rollen genieße ich das Blubbern der fast fünf Liter großen Maschine. Der Achtzylinder-Motor zeigt sich bei behutsamer Fahrweise in der Tonlage zurückhaltend. Der Biturbo verwöhnt mit seidenweichem Lauf, ich spüre und höre seine Kraft aber deutlich, selbst wenn ich das Gaspedal nur leicht streichele. Dann schiebt er das über zwei Tonnen schwere Coupé mit tiefem Grollen voran.

Dickschiff streift Turnschuhe über

Bei einem beherzten Tritt werde ich mit der vollen Kraft von 700 Newtonmetern in den Sitz gepresst: Wütendes Bollern und Fauchen, und nach nur 4,6 Sekunden fliegt die 100er-Marke förmlich vorbei, kurz drauf liegt bereits die 200 an. Erstaunlich agil krallt sich der Allradler in den Asphalt. In Kurven verliert das Fahrzeug auch ohne Active Body Control und Kurvenneigetechnik nie die Kontrolle, der Benz kennt kein Wanken. Und selbst wenn: Die Aktivsitze würden mich festhalten.

Muss das sein? Nein, denn obwohl der Zweitonner leichtfüßig um die Kurven wetzt und der Achtzylinder giftig aufs Gaspedal reagiert, wohler fühle ich mich beim komfortablen Dahingleiten. Man muss nicht, aber man kann - das ist Luxus.

Nachts sind alle Katzen grau

Auf dem Heimweg in der Dunkelheit meldet sich auf einer Landstraße unvermittelt das Nachtsicht-Modul im Display. Am Straßenrand vor mir befinden sich drei Personen nahe der Fahrbahn, sie werden rot markiert und gestochen scharf dargestellt. Das alles erkennt das System, noch bevor ich im Licht der LED-Scheinwerfer die Personen sehe. Im Notfall wäre das 2500 Euro teure System jeden Euro wert gewesen.

Fazit Mercedes S 500 Coupé: Faszinierend, aber teuer

Der dicke Benz ist nicht einfach nur teuer, er ist eine faszinierende Mischung aus Sportwagen, Luxusliner und Auto der Zukunft. Und es gibt fast nichts, was der mindestens 126.000 Euro Mercedes nicht kann - außer Sparen. Der V8-Spaß kostet trotz Stopp-Start-Automatik auch im Stau ordentlich Sprit. Unter zwölf Litern ging in diesem Test nichts. Abgesehen davon gibt es nur eine Sache, die viele andere Autos besser können als der dicke Benz: Die Rücklehne im Fond ist nicht umklappbar - dafür bietet der Kofferraum mit 400 Litern Stauraum aber auch so für den Wochenendausflug genügend Platz.

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Rutschpartie des Jahres 
Selbst der Schneepflug scheitert an diesem Hügel

Das Video begeistert schon mehr als 22 Millionen Menschen im Internet. Video

Anzeige
AnzeigeGebrauchtwagensuche
Welcher ist Ihr nächster?

Finden Sie hier Ihren neuen Gebrauchten:

 

Shopping
Shopping
Jetzt EntertainTV Plus bestellen und 1 Jahr sparen!

EntertainTV Plus 1 Jahr statt 14,95 € für 4,95 €* mtl. sichern. www.telekom.de Shopping

Shopping
Macht den Kaffeemoment zur besten Zeit des Tages

Siemens Kaffeevollautomat der EQ Serie: Erfahren Sie vollendeten Kaffeegenuss. von OTTO

tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de

Anzeige
shopping-portal