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Mercedes im Test: So fährt der AMG C 63 S. Die C-Klasse mit der meisten Potenz.

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Mercedes-AMG C 63 S  

Mercedes AMG C 63 S - C-Klasse mit der meisten Potenz

25.02.2015, 15:10 Uhr | Marcel Sommer - press-inform

Mercedes im Test: So fährt der AMG C 63 S. Die C-Klasse mit der meisten Potenz.. Die potenteste Form der C-Klasse ist der Mercedes-AMG C63. (Quelle: Hersteller)

Die potenteste Form der C-Klasse ist der Mercedes-AMG C63. (Quelle: Hersteller)

So viel Power steckt in einem eher unauffälligen Wagen: Der neue Mercedes-AMG C 63 S fährt ohne Probleme auf der Überholspur an seinen Vorgängermodellen vorbei. Obwohl der Hubraum geschrumpft ist, hat diese AMG-C-Klasse zwei Zylinder und 230 PS mehr als die erste. Beim Testfahren zeigt sich: Dieser scharfe Mercedes ist die stärkste und potenteste C-Klasse aller Zeiten.

Der Sportler ist schon lange vor seinen Konkurrenten BMW M3 und Audi RS 4 zu hören - das hat er seiner mutigen Kombination einer Sportabgasanlage mit Klappentechnologie und seinem 510 PS starken Benzinmotor zu verdanken.

Das Herzstück ist ein V8-Motor

Der größte Unterschied zur Konkurrenz ist die Anzahl an Zylindern. Während der Downsizing-Wahn um sich schlägt, hat sich Mercedes-AMG für den Verbleib eines satt klingenden V8-Triebwerks entschieden – jedoch nicht ohne nennenswerte Unterschiede zum 6,3 Liter großen Saugmotor-Vorgänger. Das Herzstück ist ein um 2,2 Liter auf 4,0 Liter geschrumpfter V8 mit Biturbo-Aufladung. 700 Newtonmeter Drehmoment zerren nun an der Hinterachse und halten das in drei verschiedenen Modi einstellbare ESP im Dauerstress.

Der Fahrer merkt von der 24/7-Arbeit der Traktionskontrolle nichts – solange er nicht die Autobahnauf- oder –abfahrt durch die Seitenscheibe ansteuern will. Denn das ist durch einen beherzten Gasstoß ohne viel Können und innerhalb eines Augenblinzlers möglich. Allerdings nur in der Theorie.

Das scharfe und auch das mittelscharfe ESP holen den Wagen und seine bis zu fünf Insassen im Nu in die geregelte Bahn zurück. Selbst im deaktivierten Modus wacht es beim Bremsvorgang über die richtige Bremsbalance. Den Gasfuß muss der Fahrer des 84.371 Euro teuren Mercedes-AMG C 63 AMG aber immer noch selbst im Griff haben.

Rasanter Luxus für 85.000 Euro

Ebenfalls im Griff hat der Fahrer auf Wunsch auch die Schaltvorgänge, die mit einem brachialen Zwischengas-Sound begleitet werden, sollten die Aluminium-Schaltpaddels genutzt werden. Außer auf der Rennstrecke oder bei einer heißen Kurvenjagd lohnt sich das Entmündigen der Siebengang-Automatik allerdings nicht.

Und auch das Herumspielen mit den Fahrmodi zwischen Comfort, Sport, Sport+, Individual und Race macht beim täglichen Gebrauch nur wenig Sinn. Zu hart ist die Federung in den sportlichen Modi, zu laut das Geschrei vom Beifahrersitz. Der Spritverbrauch ist enorm: Die 8,4 Liter auf 100 Kilometer werden nur Realität, wenn 50 Kilometer davon geschoben werden – mit abgeschaltetem Motor versteht sich.

Damit aber auch ein sportlicher Fahrer am Stammtisch etwas zum Thema Umweltbewusstsein in die Runde werfen kann, stehen immerhin eine Start-Stopp-Automatik und die Chance aufs Segeln auf der Habenseite. Segeln nennen Kenner die Funktion, während der Fahrt den Verbrennungsmotor auszuschalten und vom Antriebsstrang abzukoppeln, um die vorhandene Bewegungsenergie zur Fortbewegung zu nutzen. Diese Funktion wird durch ein kleines Segelboot im 5,5 Zoll großen Kombiinstrument zwischen Drehzahlmesser und 320-km/h-Tachoblatt animiert.

Von 120 bis 290 km/h wird es laut

Was einen echten AMGler wahrscheinlich mehr interessiert als das Bötchen, spielt sich auf den beiden Rundinstrumenten ab. Denn hier wird er Zeuge einer äußerst bemerkenswerten Beschleunigung. "Und das trotz der Kraft von nur zwei Rädern", schießt es in den vier Sekunden durch den Kopf, während die Tachonadel die Tempo 100-Markierung überquert. Ob sie nun bei 250 oder 290 Kilometer pro Stunde verharrt, liegt ganz am Geldbeutel und Mut des Besitzers. Die magischen Worte AMG Driver´s Package sorgen wie gewohnt für 40 Extra-km/h, das Extra-Kit kostet üblicherweise knapp 3000 Euro. Weder für Geld noch für gute Worte wird der Fahrer leider die störenden und sehr lauten Innengeräusche los, die weder vom Motor noch vom Auspuff herrühren, sondern vielmehr ein akustisches Abbild des Reifen-Boden-Kontaktes sind. Eine Unterhaltung ist ab 120 Sachen nicht mehr wirklich angenehm zu führen.

Den meisten Spaß bereitet der Mercedes-AMG C 63 S allerdings auf kurvenreichen Bergstraßen. Erst dort zeigt der 1730 Kilogramm schwere Wagen seine wahre Stärke und bekommt zugleich die Möglichkeit über sein Gewicht hinwegzutäuschen.

Rasant in den Kurven

Die Präzision der elektromechanischen Sportparameter-Lenkung mit ihrer direkten Übersetzung und variabler Lenkunterstützung lässt sowohl Gewicht als auch 4,76 Meter Länge in Vergessenheit geraten. Zu groß ist der Spaß, den die Kombination von Triebwerk, Sportfahrwerk und Keramik-Hochleistungs-Verbundbremsanlage bereiten. Die gut passenden Sportsitze bieten derweil einen hervorragenden Seitenhalt und einen perfekten Kontakt zum Fahrzeug. Und wenn selbst Rennfahrer-Legende Bernd Schneider sagt, dass "vor allem auf trockener Fahrbahn der Wagen so richtig Laune macht", gehen Kritikern die Argumente aus.

Sehen Sie den Mercedes-AMG C63 S auch in unserer Foto-Show.

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