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Aston Martin: DB6 versus V12 Vantage S

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Aston Martin: DB6 versus V12 Vantage S

14.08.2015, 10:59 Uhr | SP-X, wanted.de

Aston Martin: DB6 versus V12 Vantage S. Enkel oder Opa - wer macht das Rennen? (Quelle: SP-X/Patrick Broich)

Enkel oder Opa - wer macht das Rennen? (Quelle: SP-X/Patrick Broich)

Zwischen den beiden Aston-Martin-Modellen DB6 und V12 Vantage S liegen rund 50 Jahre - man kann also getrost von "Opa und Enkel" sprechen. Doch schlägt der Neue wirklich das in die Jahre gekommene Modell? Machen Sie sich auf ein spannendes Rennen der Generationen gefasst.

Foto-Serie mit 8 Bildern

Zwölfzylinder können sehr facettenreiche Melodien spielen. Wer beim Aston Martin V12 Vantage S aber seidiges Säuseln erwartet, ist an der falschen Adresse. Bereits unmittelbar nach dem Start brüllt der Brite zornig aus den beiden Trompeten. Der kehlige Klang lässt keinen Zweifel aufkommen, dass der Vantage ein Supersportler ist. Motor-Getriebe-Einheit in Transaxle-Bauweise, Leichtmetallgerüst und Keramik-Bremsen sind im schnellsten Serien-Aston verbaut.

Spitzentempo 330 km/h

Eine ausgedehnte V12-Tradition wie Ferrari und Lamborghini hat Aston Martin nicht. Erst mit dem DB7 Vantage hielt der V12 um die Jahrtausendwende Einzug in die Aston-Modellpalette. Er erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 330 km/h. Von einem solchen Tempo ist der altehrwürdige DB6 weit entfernt. Wir haben uns für den

traumhaft schön gezeichneten Tourer als Vergleichsmodell entschieden, weil er weniger prominent ist als der bereits von James Bond gefahrene DB5, aber nicht weniger faszinierend. Vor 50 Jahren war er ein echtes Superlativ: Mit 245 km/h Spitzengeschwindigkeit konnte die 325 PS starke Topversion Vantage so ziemlich allem davonfahren. Die "Basis" stand mit 282 PS auch nicht schlecht im Futter.

Rund 70.000 Mark kostete der DB6 Ende der Sechziger. Dafür gab es zwölf Opel Kadett. Ein neuer Vantage für rund 180.000 Euro verkörpert in etwa den Gegenwert von zehn Opel Astra. Was die Verbreitung angeht, gehört der Hersteller früher wie heute zu den selten gesehenen. Im ersten Halbjahr dieses Jahres wurden hierzulande lediglich 170 Autos auf die Straße gelassen. Im gleichen Zeitraum verkaufte Porsche 4500 Elfer.

Der Oldie dient auch als Geldanlage

Der DB6 ist Wertanlage und Alltagsoldtimer zugleich. Sein sonorer Vierliter-Reihensechser

läuft geschmeidig und bietet souveräne Elastizität aus dem Drehzahlkeller heraus. Wer sich traut, kann den Kurzhuber drehen lassen und ein bisschen Feuer erleben. Giftig presst das edle Coupé seine Insassen in die luxuriösen Sessel und zeigt seine sportliche Seite. Die Bedienung der Fünfgang-Box bedarf keiner besonderen Fahrkünste. Aber bitte nicht übertreiben in der Kurve, es ist eben ein fast 50 Jahre altes Auto, für das man heute je nach Zustand locker 300.000 Euro hinblättert.

In Sachen Technik mussten die Ingenieure damals mit Kompromissen leben – denn aus den Vollen schöpfen konnte die exklusive Marke meist nicht. Windkanal-Tests wurden durchgeführt, um die Aerodynamik zu optimieren, aber das neu konstruierte Chassis musste letztlich mit Starrachsen Vorlieb nehmen, obwohl man ursprünglich eine DeDion-Lösung anstrebte. Der Radstand wuchs gegenüber dem Vorgänger um fast zehn Zentimeter, so dass das feine Coupé einen ausgezeichneten Viersitzer abgibt, mit dem man auch mal eine weiter entfernte Oldtimer-Veranstaltung besuchen kann, ohne dass auf den hinteren Plätzen Leid aufkommt.

Der Vantage ist ein Auto für die Rennstrecke Der V12 Vantage S dagegen kann lediglich zwei Personen befördern. Die Übersetzungswechsel übernimmt ein flinkes, automatisiertes Siebengang-Getriebe, das die Gänge bei Bedarf auch mal ruppig reinhämmert. Der 573 PS starke Zwölfender soll ja nicht im Stadtverkehr gefallen, sondern auch auf spaßigen Straßen bis hin zu Rennstrecken. Also nicht klagen, wenn die verstellbaren Dämpfer die Fahrgäste auch im braven Modus noch ordentlich durchrütteln. Bissiger Schub

Der schnaubende 5,9-Liter-Sauger, den Cosworth zu Astons Ford-Zeiten aus zwei V6-Triebwerken zusammenfügte, sorgt auf Autobahn und Landstraße für bissigen Schub in allen Lebenslagen.

Könner werfen das optimal austarierte Coupé mit serienmäßigem Sperrdifferenzial durchaus zackig um die Ecken, die stramme Lenkung gefällt aber auch Laien, die sich hier definitiv sicher und wohlfühlen, es aber eher ruhiger angehen lassen.

Interessanterweise sieht man den Briten mindestens genauso häufig auf der Düsseldorfer Kö wie auf der Nordschleife. Auch auf Oldtimer-Treffen ist das aktuelle Modell mit dem evolutionär weiterentwickelten Markengesicht ein gern gesehener Gast und passt wie angegossen zum Sechziger-Pendant DB6, der seinerzeit übrigens das einzige Aston Martin-Modell war. Fazit: Beide Aston-Martins überzeugen - aber jeder auf seinem Gebiet. Während der Oldie gemütlichen Komfort auch auf längeren Strecken bietet und ebenso als Geldanlage taugen kann, ist der Vantage als schnellster Serien-Aston-Martin ein Rennwagen, der seinesgleichen sucht.

Sehen Sie beide Modelle auch in unserer Fotoshow.

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