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Bentley Bentayga - das schnellste Serien-SUV

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Maximalist Bentley Bentayga

11.09.2015, 09:18 Uhr | dpa, spotpress, amp

Bentley Bentayga - das schnellste Serien-SUV. Bentley Bentayga (Quelle: Hersteller)

Bentley Bentayga (Quelle: Hersteller)

Unglaublich, aber wahr: Bentley stellt nach 96 Jahren Historie sein erstes Sports Utility Vehicle vor. Und aus dem Stand ist der Bentayga das schnellste Serienauto dieser Klasse. Wir werfen einen genauen Blick auf den Luxus-Geländewagen, der mit seiner betuchten Kundschaft wohl nur selten die Straße verlassen wird.

Foto-Serie mit 9 Bildern

Raunen bei den Autotestern dieser Welt, verstärktes Rauschen im Blätterwald zur IAA in Frankfurt: Wenn der britische Hersteller Ende des Jahres als ersten Geländewagen in der Firmengeschichte den Bentley Bentayga an den Start bringt, wird dieser mit 301 km/h zum schnellsten Serien-SUV der Welt.

Bentayga blind gekauft

Wie es aus Crewe heißt, sind es am Ende nur die vielen Hundert Aufträge und natürlich die rosigen Prognosen für den für viele ersten echten Luxus-Geländewagen gewesen, die VW zur Freigabe eines Milliardenbudgets bewogen haben. Für gut zwei Dutzend einheimische Kunden war der Wagen demnach schon so überzeugend, dass sie zum Abschluss eines noblen Dinner-Abends gleich einen Kaufvertrag unterzeichneten. Die 25 Exemplare der "First Edition", die von weltweit 500 Stück für Deutschland vorgesehen waren, sind nun bereits ausverkauft.

Besonders interessant: Nicht einer dieser betuchten Kunden hat das Auto bisher gefahren. Die Auslieferung des Maximalisten ist in Europa für Januar 2016 geplant. Der Wagen könnte genau wie der Porsche Cayenne den Markt und die Marke gründlich verändern.

Denn egal ob Rolls-Royce, BMW oder Mercedes – sie alle planen nach dem überwältigenden Echo auf die Bentayga-Pläne eigene Luxus-Geländewagen, hinken den Engländern aber um Jahre hinterher.

Aufgehübschter Q7

Technisch ist der Koloss von 5,14 Metern nicht viel anderes als ein aufgehübschter Audi Q7. Nur dass man es ihm eben kaum ansieht. Das beginnt bei der Karosserie, die komplett aus Aluminium gefertigt ist und damit 250 Kilo spart: Obwohl das Format ähnlich ist wie beim Q7, ist die Form eine ganz eigene und lässt den Bentley mit den pfannengroßen Scheinwerfern, dem riesigen Kühler und vor allem den stark betonten

Kotflügeln sehr, nun ja, präsent aussehen. Wer Bentley wohlgesonnen ist, hält das für britisch. Wer es nicht ganz so gut meint, tut es als barock ab. Doch die Oligarchen werden es lieben. Und die Chinesen natürlich auch.

Den größten Eigensinn erlaubt sich Bentley allerdings beim Antrieb. Die Briten haben nicht nur ein eigenes Fahrwerk entwickelt, bei dem die serienmäßige Luftfederung durch eine elektrische Wankstabilisierung mit 48-Volt-Technik ergänzt wird. Vor allem stopfen sie einen nagelneuen W12-Motor unter die Haube. Der Riese bringt also einen Zwölfzylinder-Aggregat mit - das einzige, der gegenwärtig weltweit zu haben ist, nachdem Audi seinen Q7 mit V12-Diesel eingestellt hat. Das sichert dem Bentayga nicht nur den Titel des stärksten Serien-SUV, wenn wir eine AMG-Version der G-Klasse außen vor lassen. Wenn der Gigant erst einmal losstürmt wie ein wütendes Nashorn, wird der Bentley auch zum schnellsten seiner Art: 4,1 Sekunden von 0 auf 100 und bei Vollgas 301 km/h – das schafft sonst kein anderer Geländewagen. Auch ein Ein Otto- und ein Dieselmotor mit jeweils acht Zylindern stehen auf der Agenda, eine Hybridversion ist ebenfalls in der Pipeline.

Britische Opulenz von Bentley

Besonders stolz sind die Briten neben dem Antrieb auf das Ambiente. Denn technische Audi-Goodies wie das Head-Up-Display oder das Infotainment samt Tablet-Fernbedienung garnieren sie mit einer Opulenz, wie es nur Bentley kann. Das beginnt bei den sündig schweren Aschenbechern aus einem Pfund Aluminium und ist bei den vielen Tausend Stichen für das ins Lenkrad gesteppte Bentley-Logo noch lange nicht vorbei. Aber ausgerechnet im Fond erlaubt sich Bentley ein paar Patzer. Ja, so nobel wie im Bentayga geht es in keinem anderen Geländewagen zu. Die Hölzer sind feiner, die Leder weicher und die Nähte aufwändiger. Aber die Chance, bequeme Ruhesessel einzubauen, haben die Briten irgendwie verpasst.

Die Beinfreiheit ist allenfalls gehobener Durchschnitt und dass man die Kopfstützen von Hand bewegen muss, ist für den Adel von Welt und von Geld ein Affront. Auch der Kofferraum ist lange nicht perfekt. Zwar gibt es einen elektrischen Ladeboden, den man zu dem bei den Engländern offenbar so beliebten Picknick auch weit über das Heck hinaus surren lassen kann. Die Heckklappe schwingt per Gestensteuerung automatisch auf. Und mit einem Fassungsvermögen von 590 Litern ist der Bentayga vermutlich der praktischste Bentley aller Zeiten.

Selbst der Bentley Bentayga ist nicht perfekt

Aber eine Kofferraumabdeckung, die an Haltebändern hängt wie in einem Kleinwagen? Das geht nun wirklich nicht. Und es kommt sogar noch schlimmer. Weil Bentley mit dem Bentayga vor allem auf Freizeit und Familie zielt, werden die Briten nicht nur einen Fünf- sondern sogar einen Siebensitzer nachschieben und ihr Luxus-SUV so zum vielleicht vornehmsten Kinderwagen der Welt degradieren. Shocking! Trotz alledem: Die Kunden sind überzeugt. Der Bentayga ist für das erste Jahr bereits komplett ausverkauft, das Management in Crewe denkt schon laut über eine zweite Schicht nach, mit der es die Jahresproduktion auf 8000 Einheiten verdoppeln und den Bentayga zum meistverkauften Bentley im Portfolio machen können. Impressionen sehen Sie in unserer Fotoshow.

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