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Marken-Check: Ferrari vs. Porsche

21.01.2016, 10:56 Uhr | Christian Sauer - wanted.de

Marken-Check: Ferrari vs. Porsche. Ferrari und Porsche im Vergleich (Quelle: Hersteller, dpa)

Ferrari und Porsche im Vergleich (Quelle: Hersteller, dpa)

wanted.de-Autor und Testfahrer Christian Sauer vergleicht die beiden Traditionsmarken Porsche und Ferrari. Welcher Hersteller ist prestigeträchtiger und baut die besseren Autos? Die Kultmarken haben mehr gemeinsam als man vielleicht auf den ersten Blick denkt.

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Beginnen wir mit dem Image und dabei scheinen zumindest hierzulande die Rollen klar verteilt: Ähnlich wie beim Erzrivalen Lamborghini werden die "roten Renner" aus Italien von "Machos" gefahren. Arrogant und extrovertiert – typische Ferraristi, oder? Einen erlesenen Stil signalisiert hingegen ein Porsche, den "jeder Mann zumindest einmal im Leben fahren muss".

Vorurteile von Gestern

Keine Frage, bis auf wenige Ausnahmen gelten alle Modelle der beiden Marken als Statussymbole mit viel Prestige. Doch um mit den Vorurteilen aufzuräumen, ein Ferrari stellt längst kein reines Männer-Auto mehr dar. Natürlich überwiegt weiterhin der Anteil männlicher Besitzer, aber hinterm Lenkrad nehmen auch immer mehr Frauen Platz, schließlich lassen sich die modernen Modelle immer bequemer und einfacher fahren. Zudem hat sich die Qualität im Vergleich zu früher deutlich verbessert und Neuwagen werden sogar inklusive kostenlosen Wartungen verkauft – übrigens längst nicht mehr nur in der traditionell in Rot oder Gelb.

Farbenfroh strahlen seit jeher auch die sportlichen Modelle von Porsche. Allerdings rollen immer mehr Wagen mit dem Porsche-Logo, das ebenso wie bei Ferrari ein Pferd als Wappentier ziert, in gedeckten und dezenten Farben vom Band. Das hängt sicherlich auch damit zusammen, dass ein Porsche anders als ein Ferrari auch als Dienstwagen bei Selbstständigen mit beruflichem Erfolg gesellschaftlich akzeptiert wird und gar nicht mal so selten ist.

Dazu passt, dass die meisten Porsche-Modelle bis auf wenige Ausnahmen wie den 911 GT3 oder Cayman GT4 absolut alltagstauglich sind. Nicht nur die Allrad-Versionen der Sportwagen aus Stuttgart-Zuffenhausen fordern ihre Fahrer deutlich weniger als in der Vergangenheit. Außerdem bietet Porsche auch schwächere Motorisierungen und ein deutlich vielseitigeres Portfolio als Ferrari an. Von den insgesamt mehr als 225.000 ausgelieferten Fahrzeugen machten die im Leipziger Werk produzieren SUV-Modelle Macan und Cayenne sowie die Panamera-Limousine die Mehrzahl aus. >>

Mit dem Volkswagen-Konzern im Rücken trieb bereits der bisherige Chef und jetzige Konzernlenker Matthias Müller die technischen Weiterentwicklungen voran. Im Zeichen von Downsizing und Effizienzsteigerung wird zunehmend auf Turboaufladung sowie auf kleinere Motoren gesetzt. Davon ist neben dem Klassiker 911 Carrera ebenfalls die Boxster-/Cayman-Baureihe betroffen, die demnächst mit dem Zusatznamen 718 und mit Vierzylinder-Boxer-Motoren wiedergeboren wird. Zusätzlich zur Turbo-Technologie erhoffen sich die Entwickler bei Porsche von rein elektrisch angetriebenen Modellen und Plug-in-Hybriden den Spagat zwischen mehr Leistung bei weniger Verbrauch. Der nach 918 Exemplaren für mindestens 768.026 Euro nicht mehr produzierte 918 Spyder mit insgesamt 887 PS demonstrierte bereits auf beeindruckende Art und Weise, dass das eine das andere nicht ausschließen muss.

"Bella macchina" als italienische Ikone

Auch Ferrari stellte mit dem 963 PS starken LaFerrari einen ähnlich innovativen Hypersportwagen auf die Räder und die über eine Million Euro teuren 499 Exemplare werden inzwischen noch höher gehandelt. Doch die Italiener scheinen beim Antrieb trotz V8-Turbomotoren im 488 GTB/Spider und California T weiterhin auch auf klassische Zwölfzylinder-Sauger zu setzen. So wird das aktuelle Topmodell F12tdf von einem 6,3-Liter großen Meisterwerk mit 780 PS befeuert. Doch wie bei den meisten limitierten Sondermodellen aus Maranello und Stuttgart, waren die 799 Exemplare zu offiziell 379.000 Euro in kürzester Zeit ausverkauft – Sammler und Spekulanten können auf horrende Wertsteigerungen hoffen. Ob der 660 PS starke Ferrari FF als zweites V12-Modell jemals diesen Ikonen-Status bekommt, bleibt fraglich. Aber selten ist der außergewöhnliche Sportwagen auf jeden Fall. Ohne Limousine oder SUV im Programm gebührt ihm mit Allrad- statt Heckantrieb, vier Sitzen und dem Shooting-Brake-Heck seit 2011 eine Sonderrolle. Abgesehen vom relativ schweren FF spielt bei Ferrari mit rund 8000 Auslieferungen im letzten Jahr auch nach dem Börsengang und dem Machtwechsel vom langjährigen Boss Luca di Montezemolo zum Fiat-Boss Sergio Marchionne weiterhin Fahrdynamik im Fokus.

Traditionell bezeichnen Ferrari und Porsche den Motorsport als Teil ihrer DNA. Technische Entwicklungen für die Rennstrecke finden regelmäßig den Weg in die Serienfertigung und rechtfertigen zumindest teilweise die enorm hohen Kosten für die jeweiligen Engagements in den Topliegen. Traten sie früher zum Beispiel beim 24h-Rennen von Le Mans direkt gegeneinander an, rast Porsche nach längerer Abstinenz dort beim renommierten Klassiker und bei anderen Langstreckenrennen wieder mit werkseigenen Prototypen von Erfolg zu Erfolg. Ferrari ist dagegen als einziger Hersteller seit dem Beginn in der Formel 1 und bleibt der "Königsklasse" zumindest vorerst treu.

Gründer-Familien heute noch mit Einfluss Die einzigen Duelle auf Augenhöhe werden derzeit durch Kundensport-Teams in niedrigeren, jedoch kaum weniger reizvollen Klassen ausgetragen. Das hätte sicher auch den zwei "Vätern" des jahrzehntelangen Erfolgs gefallen: Enzo Ferrari als Rennfahrer sowie Ferry Porsche als Sohn des Automobilkonstrukteurs Ferdinand Porsche prägen noch heute die weltbekannten Marken, auch wenn beide inzwischen keine Familienunternehmen sondern Teile von Konzernen sind. Ihre Söhne Piero Ferrari und Wolfgang Porsche haben jedoch noch heute großen Einfluss auf die Geschicke der Unternehmen, deren Geschichte legendär und am besten in ihrer jeweiligen Heimat hautnah zu erleben sind. Dafür empfehlen wir den Besuch der offiziellen Museen in Stuttgart und Maranello sowie des Museo Enzo Ferrari in Modena. Fazit

Einen Gesamtsieger kennt dieses Duell nicht, denn dafür sind die Straßenmodelle aktuell zu unterschiedlich. Porsche präsentiert sich breiter aufgestellt und die Sportwagen sind trotz kleineren Motoren zumeist sehr schnell. Aktuell endet das Angebot in Sachen Leistung und Preis allerdings da, wo Ferrari startet. Somit punkten die Italiener mit noch mehr Exklusivität und Prestige. Eine lange und glorreiche Historie können beide Marken für sich verbuchen und vielleicht treten sie zukünftig im Motorsport auch auf höchster Ebene wieder direkt gegeneinander an. Bilder von Ferrari und Porsche finden Sie in unserer Fotoshow.

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