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Der Porsche 911 Turbo S im Test

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Porsche 911 Turbo S: Gelungene Modellpflege

25.01.2016, 14:15 Uhr | Press-Inform

Der Porsche 911 Turbo S im Test. Der Porsche 911 Turbo S. (Quelle: Hersteller)

Der Porsche 911 Turbo S. (Quelle: Hersteller)

Der Zuffenhausener Sportwagenhersteller Porsche macht das Topmodell 911 Turbo S noch stärker. Ein Hochleistungssportler nahe an der Perfektion.

Foto-Serie mit 11 Bildern

In Weissach ist man mit Superlativen bestens vertraut. Alle Porsche-Modelle der vergangenen Jahrzehnte haben hier ihre sportiven Gene verabreicht bekommen. Hier wurden die Grundlagen für Le-Mans-Siege, Rundenrekorde und technische Innovationen gelegt. Immer mehr, immer höher, immer besser – die Jagd nach dem automobilen Optimum scheint den umtriebigen Schwaben in die Wiege gelegt.

Bester Sportwagen der Welt

Der Porsche 911 gilt gemeinhin als der beste Sportwagen weltweit. Und der Turbo, beziehungsweise sein noch potenterer Bruder Turbo S, setzen der Elfer-Baureihe seit vielen Jahren ihre funkelnde Krone auf. Seit Jahr und Tag gibt es beim 911 Turbo technische Leckerbissen und sportlichste Höchstleistungen, garniert mit technischen Dreingaben, hohem Alltagsnutzen und der Maßgabe, bei jeder neuen Generation immer noch ein bisschen besser zu werden. Genau das ist mit der jüngsten Modellpflege imposanter denn je gelungen.

Optisch sind die Veränderungen überschaubarer denn je. Die neuen Rückleuchten, der geänderte Heckdeckel, Türgriffe ohne Schale oder geänderte Lufteinlässe – das fällt alles nur einem Porsche-Afficinado ersten Ranges auf. Ob der jedoch die 20 PS Mehrleistung im Vergleich zum Vorgänger herausfährt, darf getrost bezweifelt werden. Unverändert gibt es den charismatischen Sechszylinder-Boxer mit 3,8 Litern Hubraum und variabler Turboladergeometrie. Im Heck des 4,51 Meter langen 911 Turbo S wiehern nach bester Sportwagenmanier nunmehr 580 Pferde. Ideal, um eine frisch renovierte Rennstrecke wie den Kyalami Grand Prix Circuit nördlich von Johannesburg unter die Räder zu nehmen.  

Bis zu 330 km/h schnell

"0 auf Tempo 100 schaffen wir nunmehr 0,2 Sekunden schneller als bisher", sagt Baureihenleiter August Achleitner ebenso stoisch, wie sich der Über-Elfer im Grenzbereich fährt, "das sind 2,9 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit stieg auf 330 km/h. Das war kein Entwicklungsziel, sondern hat sich eher ergeben."

Bei allem gesteigerten Tatendrang und den gewaltigen 750 Newtonmetern Drehmoment, die der Top-Elfer zuerst an die Kurbelwelle und dann über das siebenstufige Doppelkupplungsgetriebe an beide Antriebsachsen bringt, hat sich der Normverbrauch auf 9,1 Liter Super reduziert. Theoretisch lassen sich die 540 beziehungsweise 580 PS starken Sportwagen Porsche 911 Turbo und 911 Turbo S somit mit weniger als zehn Litern auf 100 Kilometern bewegen. 

Exzellente Sportsitze

Der Fahrer wird mit dem Hereingleiten in die exzellenten Sportsitze in Sekundenbruchteilen zum Piloten. Der etwas lieblose Drehschalter im Lenkrad und das neue Multimediasystem, das mit Echtzeitverkehrsdaten endlich zur Premiumkonkurrenz aufschließen soll, fallen erste auf den zweiten Blick auf. Auch wenn die Porsche-Entwickler in Sachen Vernetzung zunächst nur auf Apple CarPlay setzen, ist es ein Schritt in die rechte Richtung. Nur wenige werden über den Schalthebel am Mitteltunnel in die Gangwahl des Doppelkupplungsgetriebes eingreifen. Zukünftig werden die höheren Gänge durch ein Ziehen erklommen; heruntergeschaltet wird nach Tourenwagenart nach vorn. Je nach eingestelltem Fahrmodus werden die meisten Piloten dem Getriebe die Arbeit überlassen oder über die Pedale am griffigen Lenkrad schalten. Wer interessiert sich da für die Mittelkonsole?

Wenn sich die hoffentlich angewärmten 20-Zöller mit dem Asphalt verzahnen, gibt es sowieso kein Halten mehr. Der Schub, mit dem der 580 PS starke Porsche bereits aus der Boxengasse brüllt, ist schlicht beängstigend. Auf der Rennstrecke im südafrikanischen Kyalami geben einem die großen Kurvenradien alle Möglichkeiten, die Reifen Höchstleistungen vollbringen zu lassen. >>

Der variable Allradantrieb macht sich bereits nach der neuen Start-Ziel-Geraden beim Herausbeschleunigen aus den beiden Linkskurven Crowthorne und Barbeque angenehm bemerkbar während die Reifen angesichts der staubigen Piste Höchstleitungen vollbringen. Das Spoilerwerk leistet dagegen im schnellen Rechtsbogen Sunset ganze Arbeit, ehe der Sechszylinder-Doppelturbo mit seinen 580 Pferden den 1,7 Tonnen schweren Boliden zur Leeukop-Kehre, dem höchsten Punkt des 4,5 Kilometer langen Kurses, hinaufprügelt um hier durch die Keramikbremsen brutal zusammengestaucht zu werden.

Neuer Turbo S kostet über 200.000 Euro

Von dem üppigen Leergewicht ist selbst im Grenzbereich des schnellen Streckenabschnitts Mineshaft nur wenig zu spüren; derart brachial übertüncht der Schwabe vor der Rechtskurve "The Crocodiles" alle Tendenzen, zum kurvenäußeren Rand zu drücken. Gewichtigen Anteil am perfekten Paket aus Fahrwerk, Getriebe und Motor hat einmal mehr der Allradantrieb, der die gewaltige Leistung nun noch etwas feinfühliger auf die Straße zaubert. Hier stiegen die Entwickler aus Weissach von einem elektromechanischen auf ein elektrohydraulisches System um. "Das bringt uns eine schnellere und präzisere Kraftverteilung", erläutert August Achleitner. Der Einstiegspreis für das 540 PS starke Porsche 911 Turbo Coupé ist mit 174.669 Euro gewaltig; der 580 PS starke Turbo S schlägt mit mindestens 202.872 Euro unanständig zu. Wer will, kann beide Modelle auch als Cabrio ordern – für rund 13.000 Euro Aufpreis. Bilder des neuen Porsche 911 Turbo S sehen Sie in unserer Fotoshow.

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