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Mitfahrt im Aston Martin DB11

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Mitfahrt im geheimen DB9-Nachfolger

08.03.2016, 10:41 Uhr | Gerd Stegmaier / Auto, Motor und Sport

Mitfahrt im Aston Martin DB11. Probefahrt im Aston Martin DB 11. (Quelle: Max Earey)

Probefahrt im Aston Martin DB 11. (Quelle: Max Earey)

Für Skifahrer bringt Aston Martin 2019 einen Crossover. Aber kurz vor der Vorstellung muss auch der Nachfolger des Aston Martin DB9, der DB11, zeigen, dass er mit Kälte und Schnee klar kommt. Erste Mitfahrt und Drifts im Prototypen

Foto-Serie mit 24 Bildern

Für diese Mitfahrt muss man ein wenig mehr tun, als im Internet bei den einschlägigen Zentralen zu buchen. Anreise mit Übernachtung in Helsinki und Weiterflug an den nördlichsten Flughafen der EU am nächsten Tag. Und dann warten, denn das Auto, in dem man Passagier werden soll, ist noch gar nicht am Treffpunkt Santa's Hotel in Saariselkä. Es hat -15 Grad, graue Wolken werfen bleiernes Licht auf verschneite Fichten und um 15 Uhr ist es stockfinster. Um 17:15 Uhr ist es soweit: Da, vor dem Haupteingang des Hotels steht er, der Erlkönig. Mit der rechten Seite ganz eng an einen rechtsgelenkten und gefühlt doppelt so hohen Land Rover Discovery gekuschelt, um zusätzlich zur obligatorischen psychedelischen Schwarz-Weiß-Folie ein wenig Sichtschutz zu haben - ein 1,xx Meter flacher Sportwagen ist im tief verschneiten Lappland etwa so passend wie Flip-Flops beim Rentiere füttern und entsprechend auffällig. >>

Die geheime Flunder, einer von etwa 50 Prototypen der Realtestphase für den DB9-Nachfolger, hat den Weg von der Aston Martin Manufaktur in Gaydon auf eigener Achse zurückgelegt. 4600 Kilometer über Dortmund, Kopenhagen, Stockholm...

Aston Martin DB11 hat 600 PS

Heute ist nur noch Anschauen angesagt, im Dunkeln, nicht mehr Anfassen. Am nächsten Morgen um 6:20 Uhr - es ist natürlich immer noch stockfinster - grummelt der V12 gelangweilt vor sich hin. Ziemlich leise für 5,2 Liter Hubraum und 600 PS. "Ja, ich hab ihn schon mal warm laufen lassen, wenn er kalt ist spricht er etwas lauter, aber er wird noch einen "Silent-Start-Button" bekommen. Dann muss man die Nachbarn morgens nicht wecken, aber man kann", so Matthew Becker mit einer für die frühe Stunde auffälligen Freundlichkeit. Matt ist Aston Martins Chefingenieur für die Gesamtfahrzeug-Dynamik und heute mein Fahrer. Ich schuhlöffle mich neben ihn auf den Beifahrersitz. Bisschen eng hier.

Was nicht am im Vergleich zum Vorgänger DB9 luftigeren Interieur liegt. Der Blick nach hinten etwa offenbart einen Fond mit Abmessungen wie beim aktuellen Porsche 911 und schicken Ledersitzschalen, von Matt trennen mich eine breite Mittelkonsole und ein Staufach mit elektrisch zurückfahrender Klappe, die Frontscheibe reicht weit herunter und das Armaturenbrett ist angenehm weit entfernt. Aber direkt vor mir ist ein 17-Zoll-Display installiert, auf dem Temperaturmessungen Graphen bilden und im Fußraum sind Feuerlöscher verbaut.

Aston Martin DB11 auch mit Tarnung schick

Dafür passen die Sitze auf Anhieb und sind sehr bequem. Die Türverkleidungen sind noch von Tarnfilzen bedeckt, aber am Dachhimmel ist sauber verarbeitetes Alcantara zu erkennen, auf der Mittelkonsole Karbon mit spezieller Oberflächenbearbeitung, die es ein bisschen wie fein gemasertes schwarzes Edelholz aussehen lässt.

- 19,3 Grad zeigt das Display. Die Schalter auf der Mittelkonsole, besonders die über dem für die Sitzheizung (braucht der Beifahrer jetzt dringend), sehen nach Daimler aus, unten wartet der Command Controller mit der hier gepolsterten Handballenstütze, wie man sie aus S-Klasse und Co. kennt. Die Reihe drüber mit den fünf runden, großen Knöpfen hingegen ist typisch Aston: Der Große in der Mitte startet den Motor, die anderen betätigen die Automatik. Matt drückt auf den zweiten von links und die 20-Zöller mit den speziell für den DB11 entwickelten 295er-Bridgestones hinten lassen beim Rückwärtsrollen den kalten Schnee knirschen und knarzen wie eine Kerkertür aus dem 13. Jahrhundert.

Aston Martin DB11 mit verbessertem Komfort

Das bleibt auch bei der eher langsamen Fahrt zum Testgelände zunächst das auffälligste Geräusch: "Wir konnten die unerwünschten Fahrgeräusche beim DB11 signifikant reduzieren. Schließlich will man mit einem GT gerne mal ein paar 100 Kilometer am Stück fahren. Dabei helfen auch die neuen adaptiven Dämpfer von Bilstein. Komfortsteigerung war eines unserer wichtigsten Entwicklungsziele. Gleichzeitig erlaubt die weite Spreizung der Dämpfer einen innigeren Kontakt mit der Straße und eine bessere Rückmeldung. Außerdem ist die Lenkung direkter. So ist das Auto ein ganzes Stück agiler geworden, ohne nervös zu wirken", erklärt Matt. Der Federungskomfort wirkt in der Tat auf dem festgefahrenen Schnee der nächtlichen finnischen Straßen sehr verbindlich. Die verbesserte Agilität können wir hier schlecht nachvollziehen - aber Matt war mehr als 20 Jahre bei Lotus für die Fahrzeugdynamik zuständig.

Keine schlechten Voraussetzungen, auch wenn der DB11 ohne Fahrer und Flüssigkeiten 1770 Kilogramm wiegt, also etwa 700 Kilogramm mehr als eine Elise. Der DB9 lag bei 1785 Kilogramm Leergewicht (also mit Flüssigkeiten) – aber Turbolader und mehr Platz wiegen halt. Dafür ist die Struktur der Alukarosse neu und steifer. Dank Transaxle-Bauweise (Motor über der Hinterachse) ist die Gewichtsverteilung ausgewogen (vorne:hinten = 51:49). Der Traktion hilft ein mechanisches Sperrdifferenzial und die Antischlupfregelung des ESP mit sehr wirkungsvollen radselektiven Bremseingriffen. Wie hilfreich die sind, können wir später an einer verschneiten Steigung ausprobieren. Denn mittels eines Knopfes am Lenkrad lassen sich drei Fahrmodi (GT, Sport, Sport +) einstellen, die neben den ESP-Eingriffen auf Dämpfer, Lenkung, Drosselklappe, Schaltgeschwindigkeit der ZF-8-Gang-Automatik und Motorsound Einfluss nehmen, wobei sich Dämpfung und ESP-Einstellung auch separat verändern lassen. Die sehr klaren und übersichtlichen digitalen Instrumente (nicht von Mercedes) verändern dabei ebenfalls ihren Charakter: kräftiges Rot sowie der Drehzahlmesser im Vollformat stimmen den Fahrer drauf ein, was jetzt kommt.

Aston Martin DB11 taugt zum Driften

Der Biturbo-V12 klingt deutlich zorniger, als Matt mit kräftigen Gasstößen und je nach Einstellung mehr oder weniger wild ausschlagendem Heck immer wieder zu dem vorausfahrenden Discovery aufschließt. Ein Intermezzo, das das Herz wärmt. Die Sitzheizung hingegen bleibt cool, obwohl drei Dioden die höchste Stufe anzeigen.

"Oh, tut mir leid! Aber das sind die typischen kleinen Fehler bei den Erprobungsfahrzeugen. Die hier hat auch noch ein Eigenleben", meint Matt, zeigt auf die flackernde linke Innenraumleuchte neben dem Rückspiegel und macht sich gedanklich einen Knoten in sein Taschentuch für die Kollegen von der Elektrik.

Lesen Sie weiter auf Seite 2.


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