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Vergleichstest: Mazda 6 Kombi AWD gegen Skoda Octavia Combi RS 4x4

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Mazda 6 Kombi AWD gegen Skoda Octavia Combi RS 4x4  

Zwei Kombis für alle Lebenslagen im Duell

24.03.2016, 09:33 Uhr | Auto, Motor und Sport I Dirk Gulde

Vergleichstest: Mazda 6 Kombi AWD gegen Skoda Octavia Combi RS 4x4. Mazda6 Kombi gegen Skoda Octavia: Starke Diesel-Allradler im Vergleich. (Quelle: Auto, Motor und Sport I Achim Hartmann)

Mazda6 Kombi gegen Skoda Octavia: Starke Diesel-Allradler im Vergleich. (Quelle: Auto, Motor und Sport I Achim Hartmann)

Im Rennen ums perfekte Auto für alle Lebenslagen liegen Allradkombis mit kräftigen Dieselmotoren ganz weit vorn. Ob der Skoda Octavia RS 4x4 oder der Mazda 6 Skyactiv-D 175 AWD als Erster durchs Ziel geht, klärt der Test.

Das Schöne an Google ist ja, dass es nicht nur Antworten auf so ziemlich alle Fragen hat, sondern auf die vielen unentdeckten Antworten durch die passenden Fragen aufmerksam macht. Weiß der digitale Mensch mal nicht so genau, was ihn brennend interessiert, kommt die Suchmaschine mit eigenen Ideen um die Ecke. Manchmal endet das vor Landesgerichten, etwa wenn es um Gerüchte über Nebenjobs von Politikergattinnen geht. Viel häufiger führen solche Suchvorschläge jedoch zu freudigen Überraschungen: Wer beispielsweise "Skoda Oct" eingibt, bekommt, noch bevor er erneut das "a" auf der Tastatur gefunden hat, "Octavia RS" als ersten Vorschlag geliefert, noch vor "Kombi", "Scout" und wieder "Combi", diesmal in korrekter Skoda-Schreibweise.

TDI, DSG, 4x4: Edeltechniker Octavia RS

Der Skoda Octavia RS wird jedoch nicht nur gern gegoogelt, sondern auch oft gekauft, weshalb Skoda das Angebot um eine allradgetriebene Dieselvariante erweitert. Mit dem serienmäßigen Doppelkupplungsgetriebe stibitzt sich der 184-PS-Combi also das Beste aus dem Konzernregal. Seit seinem Facelift Anfang 2015 ist auch der 175 PS starke Mazda 6 Kombi Skyactiv-D mit Allradantrieb lieferbar und gibt damit wie der Skoda eine Bewerbung aufs perfekte Auto für alle Lebenslagen ab: geräumig, ohne sperrig zu sein, trittfest in jeder Jahreszeit, dazu sparsam und auch noch richtig schnell.

Wobei der Skoda einen Tick wuchtiger antritt: Selbst bei feuchter Piste wuppt der Vierzylinder die 1.589 Octavia-Kilo ansatzlos aus dem Block und dreht leichtfüßig durchs Drehzahlband – unterbrochen nur von ultrakurzen Gangwechseln des zackigen Sechsgang-DSG. Nach 7,7 Sekunden erreicht der TDI Tempo 100, Schluss ist erst bei knapp 230. Doch der Combi kann mehr als nur geradeaus: Seiner leichtgängigen und präzisen Lenkung folgend, stürzt er sich mit Wonne auf Kehren, die er beeindruckend neutral und seitenneigungsarm durcheilt. Eine der RS-Spezialitäten, den ESP-Sport-Modus, bekam auch der kräftige Diesel: Auf Knopfdruck lässt die Elektronik leichte Driftwinkel zu, was vor allem den Spaß auf Rennstrecken steigert. Beim Pylonenwedeln bringt es ihm jedoch kaum Zeitvorteile

Skoda Octavia Combi RS überzeugt durch Dynamik und Platz

Dank seiner ausgewogenen Abstimmung und leichter Beherrschbarkeit kommt er auch mit vollem ESP-Rettungsschirm auf Topzeiten und beweist, dass die aktuellen Regelsysteme längst keine Spaßbremsen mehr sein müssen. Das Tolle am RS sind jedoch nicht nur seine dynamischen Qualitäten, sondern dass hinter den seitenhaltreichen und bequemen Sportsitzen noch sehr viel Octavia kommt. Auch als RS begeistert der Combi mit seinen bekannten Qualitäten wie dem großzügigen Raumangebot für Passagiere und Gepäck sowie vielen praktischen Ideen. Wir wollen nicht noch mal den Eiskratzer im Tankdeckel loben, sondern lieber die grundsätzlichen Dinge: dass seine Heckklappe beispielsweise so weit nach oben schwenkt, dass sich auch 1,90-Meter-Menschen keine Kopfnuss abholen, oder der Kofferraumausschnitt so breit ausfällt, wie es sich für einen Kombinationskraftwagen gehört.

Die lange Kombi-Tradition von Mazda sieht man auch beim 6er: Zum Beispiel an der Kofferraumabdeckung, die an der Heckklappe montiert ist, damit beim Öffnen automatisch mit nach oben schwenkt und im Bedarfsfall unter dem doppelten Kofferraumboden verschwindet. Oder an den Rücksitzlehnen, die sich vom Kofferraum aus entriegeln lassen und dann so gewitzt nach vorn klappen, dass nicht die sonst oft übliche Ritze entsteht, in der halbe Ikea-Nachttische verschwinden.

Mazda 6 Kombi begeistert mit hoher Verarbeitungsgüte

Obwohl der Mazda 6 als Kombi sieben Zentimeter kürzer ausfällt als die Limousine, übertrifft er den Skoda Octavia Combi bei den Außenabmessungen genauso wie beim Platz für die Passagiere. Darüber hinaus begeistert er mit seinen hochwertigen Kunststoffen, weichen Teppichen oder Edelstahleinlagen auf der kratzempfindlichen Ladekante. Wie BMW im neuen 7er setzt Mazda bei der Infotainment-Bedienung auf eine Kombination aus Touchscreen und Dreh-Drück-Regler. Eine gute Idee, lassen sich so doch im Stand Adressen schnell auf dem Display des Navigationssystems eintippen, während beim Fahren der Arm bequem auf der Mittelarmlehne lümmeln darf.

Im Vergleich: Skoda Octavia I vs. Octavia 2015

Damals wie heute ist er ein Verkaufsschlager der Marke und auch als Gebrauchtwagen noch immer sehr gefragt.

Im Vergleich: Skoda Octavia I vs. Octavia 2015


"Bequem" ist ohnehin das Stichwort des Mazda: Obwohl er in der getesteten Sports-Line-Variante mit 19-Zoll-Rädern zum Test antritt, federt er deutlich wohlwollender als der sehr straffe Skoda auf seinen 18-Zöllern. Vor allem kurzen Querfugen, die der Octavia RS wenig gefiltert durchstellt, kappt der Mazda die Spitzen, ohne bei längeren Wellen weich zu wirken. Zum entspannten Reisekombi passt das sonore Dieselklangbild ebenso wie die klassische Sechsstufenautomatik, die die Gänge nicht ganz so zackig nachlegt wie der Doppelkuppler, dafür jedoch mit ruckfreiem Anfahrkomfort überzeugt.

Nahezu Gleichstand beim Thema Sicherheit

Überhaupt lässt es der Mazda 6 Kombi gemütlicher angehen. Trotz höheren Drehmoments beschleunigt der schwere Kombi weniger vehement als der Skoda und wirft sich auch nicht ganz so motiviert in Kurven. Beim 18-Meter-Slalom fehlen 5, beim doppelten Spurwechsel sogar knapp 7 km/h auf den Octavia RS. Beim Thema Sicherheit herrscht nahezu Punktegleichstand, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen: Während der Skoda kräftiger bremst, kontert der Mazda mit seinem umfangreicheren Angebot an Assistenzsystemen. Vieles von dem, was beim Mazda serienmäßig an Bord ist, kostet beim Skoda Aufpreis oder ist nicht lieferbar wie der Totwinkelassistent, der Spurwechsel sicherer macht.

Nicht nur bei der serienmäßigen Sicherheitsausstattung klotzt der Mazda 6: Wer sich für den allradgetriebenen Top-Diesel entscheidet, muss sich nur noch über die Farbe Gedanken machen. Von Voll-LED-Scheinwerfern über elektrisch einstellbare Ledersitze oder Head-up-Display bis zum Navigationssystem ist so ziemlich alles serienmäßig an Bord, was Reisen angenehm und sicher macht. Ein bewährtes Rezept: Mit dicken Ausstattungen haben japanische Hersteller schon in den 70er-Jahren die kargen Europäer geärgert. Allerdings kommt der All-inclusive-Kombi so auf 42.790 Euro und liegt damit 7.000 Euro über dem Skoda. Da er selbst ausstattungsbereinigt noch teurer ist und einen Tick mehr verbraucht (7,6 statt 7,2 l/100 km), kann der entspannte Mazda den ersten Platz des zackigen Skoda über die Kosten nicht mehr verhindern. Mal sehen, ob Google bei "Octavia RS" bald auch noch "Testsieg" vorschlägt.

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